Nahwärmenetz für mehr Klimaschutz

von Redaktion

Nachhaltige Energieversorgung für elf Haushalte in Ginsham – Weitere Netze in Planung

Bruckmühl – Ein Schritt in Richtung Klimaschutz und Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen: Seit Oktober 2024 laufen die Bauarbeiten für ein zukunftsweisendes Nahwärmenetz, das elf Haushalte im Ortsteil Ginsham mit erneuerbarer Energie versorgt.

Das Netz wird von Stefan Schmid betrieben, der gemeinsam mit seinen Nachbarn den Wunsch nach einer nachhaltigen Heizlösung in die Tat umsetzt.

Herzstück ist die
Hackschnitzelanlage

Das Herzstück des Wärmenetzes bildet eine Hackschnitzelanlage mit einer Leistung von 150 Kilowatt (kw), die ausschließlich mit regionalem Holz aus heimischen Wäldern betrieben wird. „Für meinen Neubau wollte ich eine Heizung, die den Klimaschutz unterstützt und langfristig zukunftssicher ist“, erklärt Betreiber Stefan Schmid.

Die Idee stieß auch bei seinen Nachbarn auf Begeisterung – sie entschieden sich ebenfalls für den Anschluss an das Netz. Die Bauarbeiten erstrecken sich über eine Trassenlänge von knapp 500 Metern. Hochgedämmte Rohre leiten die Wärme effizient zu den einzelnen Häusern. Jedes der angeschlossenen Gebäude verfügt über einen Pufferspeicher und eine Übergabestation, die den reibungslosen Betrieb sicherstellen. Für die Planung und Umsetzung des Projekts hat sich Schmid Unterstützung von der Firma Enerpipe aus Hilpoltstein geholt. Das Unternehmen liefert nicht nur die Rohre, Pufferspeicher und weiteres Zubehör, sondern bietet auch ein digitales Überwachungssystem namens „E-Control“. „Diese Visualisierung ermöglicht es, das Wärmenetz jederzeit vom Computer oder Smartphone aus zu überwachen und zu optimieren“, erklärt Andreas Haubner von Enerpipe. „Falls Unregelmäßigkeiten auftreten, kann der Betreiber sofort eingreifen oder unsere Hilfe anfordern.“

Das Projekt wird voraussichtlich bis Ende November abgeschlossen und in Betrieb genommen. Es spart jährlich etwa 40000 Liter Heizöl ein und reduziert die CO2-Emissionen um rund 100000 Kilogramm. Diese ökologisch nachhaltige Lösung ist nicht nur umweltfreundlich, sondern auch ökonomisch attraktiv. Dank staatlicher Förderungen und der Nutzung regionaler Ressourcen bleibt die Wertschöpfung vor Ort, was auch der heimischen Wirtschaft zugutekommt.

Seine Erfahrung beim Bau dieses Wärmenetzes kann Betreiber Stefan Schmid direkt umsetzen: Für die Gemeinden Großhöhenrain und Kleinhöhenrain plant er weitere Wärmenetze. Die teilnehmenden Haushalte profitieren in Zukunft von stabilen Energiekosten und sind unabhängig von schwankenden Preisen für Öl und Gas.

Vorbild für
andere Gemeinden

„Dieses Projekt zeigt eindringlich, wie man auch in kleinen Gemeinden gemeinsam Großes für den Klimaschutz erreichen kann“, betont Schmid. Das Nahwärmenetz in Ginsham ist ein Vorbild für andere Gemeinden und zeigt, wie eine nachhaltige Wärmeversorgung mit erneuerbaren Energien umgesetzt werden kann – ökologisch sinnvoll und auch wirtschaftlich lohnend.

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