Bruckmühl – Der Vorsitzende Reinhard Geigerseder eröffnete die Jahresversammlung des Bruckmühler First-Responder-Fördervereins (FRFV) mit einem drohenden „Worst-Case-Szenario“: der möglichen Vereinsauflösung Mitte 2025. Dieser unerwartete Paukenschlag rückte die anstehenden Neuwahlen der FRFV-Führung in der „Sportheim Gaststätte“ in den Hintergrund. Geigerseder und sein engagiertes Team wurden mit einem großen Vertrauensbeweis für vier weitere Jahre einstimmig bestätigt.
Nach dem Gedenken an die verstorbenen Vereinsmitglieder beleuchtete Florian Kusterer die problematische Ist-Situation des Ehrenamts bei der „roten Hilfsorganisation“. Die Bayerische Staatsregierung hat die Freiwilligen Feuerwehren per Gesetzgebung stärker in die Verantwortung bei medizinischen Notfällen genommen. Für den Markt Bruckmühl bedeutet dies, dass seit dem 1. April zuerst speziell ausgebildete Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Heufeld, auf ihren eigenen Ortsteil begrenzt, zu medizinischen Notfällen alarmiert werden. Dies führte zu einem Rückgang von zehn Prozent bei Erste-Hilfe-Alarmierungen für das Bruckmühler First Responder (FR)-Einsatzteam. Auch hat die neu strukturierte Alarmierungsordnung der Integrierten Leitstelle Rosenheim weitreichende Auswirkungen. Die FR-Einsatzkräfte verzeichnen ein Minus von 60 Prozent bei den Rettungsdiensteinsätzen im Gemeindebereich. Weniger Einsätze wirken sich laut Kusterer negativ auf die ehrenamtliche Einsatzmotivation aus, was wiederum Auswirkungen auf den Personalkörper und die Einsatzbereitschaft hat. „Wir stehen quasi mit dem Rücken an der Wand und müssen mittelfristig Entscheidungen treffen, die auch wehtun können“, mahnte der Zweite Vorsitzende abschließend.
Geigerseder brachte die angespannte Vereinssituation auf den Punkt: „Wir können es nicht gegenüber unseren Mitgliedern, Gönnern und Sponsoren verantworten, dass sie für ihr 100-prozentiges Engagement nur 40 Prozent FR-Einsatzleistung erhalten.“ Dies könnte zudem Probleme mit der Gemeinnützigkeit und dem Finanzamt nach sich ziehen. Die Vereinsführung war sich einig, dass, sollte sich die Lage nicht in den nächsten Monaten deutlich entspannen, Mitte nächsten Jahres eine finale Entscheidung zur Frage des Fortbestandes des FRFV getroffen werden müsse. „Wir werden aber alles in unserer Macht Stehende tun, um hier eine erfolgreiche Trendwende einzuleiten“, versprachen Geigerseder und Kusterer. In dieses düstere Bild passte auch, dass die Mitgliederentwicklung erstmalig in der 24-jährigen Vereinsgeschichte ein Minus auf aktuell 978 (2023: 986) verzeichnete. Unter der Rubrik „Erfreuliches“ hob der Vorsitzende die große Spendenbereitschaft der Bruckmühler Bürger, Vereine, Firmen und Organisationen mit insgesamt 10000 Euro hervor. Der bebilderte Jahreskalender 2024 entwickelte sich erneut zum Verkaufsschlager. Auf der Ausgabenseite schlugen mehrere Positionen mit insgesamt 6900 Euro zu Buche.
Im Anschluss präsentierte Kassiererin Melanie Porkert der Versammlung eine positive Finanzbilanz samt gutem Rücklagenpolster. Die Kassenprüfer Elke Biermaier und Andreas Aigner attestierten der Vorstandschaft eine einwandfreie Finanzführung. Vize-Bürgermeister Klaus Christoph appellierte an die Verantwortlichen, trotz der dunklen Wolken am Himmel positiv und engagiert die Zukunft anzugehen: „Ihr habt in der Vergangenheit gezeigt, was alles bewegt werden kann, die Gemeinde steht dabei als verlässlicher Partner an Eurer Seite.“
Unter der Leitung von Kurt Remmelberger und Margot Patzlsperger wurden die Neuwahlen abgehalten. Alle Positionen wurden mit einem jeweils einstimmigen positiven Votum der Versammlung bestätigt. Das Ergebnis im Einzelnen: Vorsitzender Reinhard Geigerseder, Zweiter Vorsitzender Florian Kusterer, Kassiererin Melanie Porkert, Schriftführerin Gertraud Geigerseder, Revisoren Elke Biermaier und Andreas Aigner. tn