Tristan und Isolde neu erzählt

von Redaktion

Comic von Herbert Klee – Moderne Liebestragödie in der Galerie Markt Bruckmühl vorgestellt

Bruckmühl – Es war ein besonderer Tag in der Galerie Markt Bruckmühl. Die Menschen standen bis auf die Straße hinaus, da im Erdgeschoss des Hauses kein Platz mehr zu finden war. Katja Klee, die Tochter des im vergangenen Jahr verstorbenen Malers Herbert Klee, hatte gemeinsam mit der Galerie eingeladen, den Comic „Tristan und Isolde“ von Klee kennenzulernen. 14 Jahre lang hatte Klee daran gearbeitet und mit spitzem Stift 511 einzelne Zeichnungen gestaltet. Mit Witz und Ernst, Herzenswärme und Hintersinn hat er die Geschichte des unglücklichen Liebespaares gezeichnet und getextet.

Freunde des Künstlers waren aus Pfaffenhofen an der Ilm, wo Klee geboren wurde, aus Weyarn, wo er später mit seiner Familie lebte, und aus Bruckmühl zur Vorstellung des Buches gekommen. Katja Klee drückte in ihrer Begrüßung ihre Freude über die zahlreiche Beteiligung aus und erzählte, wie ihr Vater nach Vollendung der letzten Seiten gestorben sei, als ob seine Kräfte gerade bis dahin ausgereicht hätten.

Jeder kennt sie, die Geschichte der unglücklichen Liebenden Tristan und Isolde, die das Schicksal nicht zusammenkommen ließ. Galerieleiterin Cornelia Ahrens erläuterte kenntnisreich, wie oft das Thema in Literatur, Musik und Tanz aufgegriffen wurde. Eine frühe Version stammt von Eilhart von Oberg aus dem zwölften Jahrhundert, viele weitere folgten bis in die Neuzeit. Richard Wagners Oper von 1859 und Thomas Manns Novelle von 1901 sind wohl die bekanntesten Versionen. Auch Filme haben sich dem Thema des fälschlicherweise getrunkenen Liebestranks gewidmet.

Herbert Klee verlegte die Geschichte in die Neuzeit und ins bayerische Oberland, in die Landschaft des Landkreises Miesbach. Ute Bößwetter, die ehemalige Vorsitzende des Fördervereins der Galerie, hatte sich den umfangreichen Comic genau angeschaut und berichtete über Klees zeichnerische Gestaltung und seine Interpretation der alten Geschichte. Viele witzige oder spannende Momente fließen in die Sage ein. Tristan ist ein Held, der keine Gefahr scheut und auch in brenzligen Situationen seinen Mann steht. Er arbeitet im Dienste des wohlhabenden Bauern Marke, dessen Heiratspläne ihm, Tristan, zum Verhängnis werden. Als er Marke dessen zukünftige Ehefrau zuführt, trinken beide, Tristan und Isolde, versehentlich den Liebestrunk aus dem blauen Krug. Dies bindet sie, obwohl die geplante Hochzeit zwischen Marke und Isolde stattfindet, auf immer zusammen.

Bis ins kleinste Detail akkurat und liebevoll zeichnete Klee die Figuren, die Handlung in die Gegenwart verlegend: Festtagsdirndl für Braut und Hochzeitsgäste, Alltagsgewänder für die Bediensteten, Krachlederne für die Burschen. Zur Feier wird festlich aufgetragen, dampfende Knödel und Masskrüge mit Bier – alles ist im Bild festgehalten bis zum tragischen Ende. Der umfangreiche Comic kann in der Galerie Markt Bruckmühl erworben werden. Geöffnet ist sie mittwochs von 14 bis 18 Uhr, samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.galerie-bruckmuehl.de. bö

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