Tuntenhausen – Einen eindringlichen Appell zur Besinnung und zum Handeln hörte man am Tuntenhausener Veteranenjahrtag.
Es sei eine Tragik, dass trotz Jahrzehnten des Friedens und der Lehren der Weltkriege die Welt weiterhin von Konflikten wie den Ukraine-Krieg geprägt ist. Die Folgen sind schlimm: Menschen sind gezwungen, ihre Heimat ohne Hab und Gut zu verlassen.
Menschen haben
nichts gelernt
Mit einem Kirchenzug marschierten die Ortsvereine in die Basilika, wo an Christkönig der Pfarrgottesdienst zum Veteranenjahrtag gehalten wurde. Am benachbarten Kriegerdenkmal folgte die Totenehrung. Diakon Bernd Stephan bat die Versammelten, für die verstorbenen Kameraden ein „Vaterunser“ und ein „Gegrüßet seist du Maria“ zu beten. „Wir hatten jetzt fast 80 Jahre Frieden und 1000 Tage Krieg in der Ukraine“, erinnerte Feuerwehrvorstand Sebastian Ehberger und stellte resignierend fest, dass wir Menschen daraus nichts gelernt hätten.
„Lieber schießen wir weiter Raketen und gießen noch mehr Öl ins Feuer“, geißelte Ehberger die Politik. Umso mehr lobte er die Kameraden der örtlichen Feuerwehr, die stets bereitstehen, dem Nächsten zu helfen.
Auch Veteranenvorstand Konrad Krichbaumer betonte, dass wir seit dem Zweiten Weltkrieg noch nie so viel Krieg, Hass und Zerstörung auf der Welt erfahren mussten wie aktuell. Ganze Völkerstämme fliehen nur mit dem Nötigsten, haben nur mehr geringe Hoffnung auf Frieden.
Deswegen appellierte und mahnte er an den Glauben, den Frieden und die Vernunft in der Gesellschaft, mahnte aber auch die Politiker und Machthaber in der ganzen Welt: „Möge für kommende Generationen eine friedliche Welt ohne Hass und Gewalt zur Wahrheit werden“. Krichbaumer betonte zudem, dass es selbst in unserer modernen Gesellschaft durchaus noch zeitgemäß sei, vor einem Kriegerdenkmal zu stehen und die Vereinsziele hochzuhalten: nämlich den Erhalt und das Fördern des Friedens untereinander und der ganzen Welt.
Frieden dem
Nächsten geben
Mit einem herzlichen Vergelt’s Gott für alle Menschen, die Flüchtlinge aufnehmen und dadurch oft an die Grenzen des Machbaren gehen, schloss er seine nachdenklichen Worte, denn nur wer Frieden dem Nächsten gibt, kann auch selber in Frieden leben.
Zum Lied vom guten Kameraden senkten sich die Fahnen der Vereine zum Gebet. Mit einem erneuten Kirchenzug marschierten die Vereinsmitglieder zum Gasthaus Schmid, wo die Jahresversammlung der Veteranen stattfand (wir berichteten).