Feldkirchen-Westerham – Für die Familie Neureither ist alles noch unbegreiflich. Nur schwer finden die Familienmitglieder die richtigen Worte, die die aktuelle Situation beschreiben. Erwin und Alexander Neureither sind die Geschäftsführer der Firma „JNS Dachtechnik“. Vater und Sohn können sich noch genau an den Moment erinnern, als sie von der Polizei und Mitarbeitern vom Brand am Montagmorgen in ihrer Lagerhalle in Kenntnis gesetzt wurden.
„Wir sind noch tief betroffen“, sagt Alexander Neureither. „Es ist erschreckend, wie schnell so was passieren kann. Gleichzeitig sind wir unendlich dankbar, dass kein Mensch dabei verletzt wurde.“ Das schnelle Eintreffen der Feuerwehr am Brandort sei „beeindruckend“ gewesen.
Schnelle Reaktion
der Feuerwehr
In kürzester Zeit seien die Einsatzkräfte vor Ort gewesen und konnten „mit ihrem unermüdlichen Einsatz“ dafür sorgen, dass der Brand „unter Kontrolle gebracht wurde.“ Durch diese schnelle Reaktion habe die Feuerwehr verhindern können, dass das Feuer auf die benachbarten Häuser überging. Für die Familie ein Grund zum Aufatmen.
Viele Materialien
sind verbrannt
„Wir möchten uns – auch im Namen unserer gesamten Firma – bei allen Einsatzkräften bedanken“, betont Familie Neureither. „Durch den Einsatz der freiwilligen Feuerwehr, des Roten Kreuzes, des THW und der Polizei hat sich einmal mehr gezeigt, wie wichtig diese teils ehrenamtlichen Institutionen für unsere Gesellschaft sind.“
Für die kommende Zeit stehen einige Arbeiten für die Firma an. „Aktuell sind mehrere Baustellen betroffen, da viele angefertigte und benötigte Materialien verbrannt sind, diese müssen nun neu beschafft werden“, sagt Neureither. Zudem muss die Brandstelle geräumt und Zelte müssen beschafft werden, um dort das neu besorgte Material zu lagern. „Im Büro kann nach der Evakuierung von Montag der Betrieb normal weiterlaufen“, teilt Alexander Neureither mit.
Dienstagfrüh ging um 4.20 Uhr die Mitteilung ein, dass es an der Lagerhalle in Feldkirchen-Westerham erneut brennen würde. Für die Rettungskräfte hieß es damit, zurück zum Gebäude Im Müllerland in Feldolling. Einer, der dabei war, ist Robert Weber, Erster Kommandant der Feuerwehr Feldolling. Von den Ereignissen ist er noch überrascht. „Wir haben in der Nacht die Stelle noch einmal kontrolliert und kurze Zeit später kam dann die Mitteilung, dass es dort brennt“, berichtet Weber. Auch wenn der Brand nicht so schlimm war, wie am vorherigen Tag, gab es einige Schwierigkeiten. Denn in einer Lagerhalle gibt es viele Gegenstände. Material, Balken und Altmetalle, die zusammenbrechen könnten oder die Wege versperren, erschwerten die Arbeiten. „So ein Brand ist immer schwierig, vor allem wenn man durch das Material nicht an die Glutstellen kommt“, erklärt der Erste Kommandant.
So musste erneut ein Bagger zum Einsatz kommen, der die herumliegenden Hindernisse „auseinanderziehen“ musste, damit die Löscharbeiten vorgenommen werden konnten.
Am Dienstagnachmittag konnten die Löscharbeiten in der Lagerhalle eingestellt werden. Eine Brandwache für den Abend sollte es aber nicht geben. „Das muss natürlich immer vor Ort abgeschätzt werden“, sagt Weber. Wenn ein Brand gelöscht wird, folgt eine Kontrolle und dann die Einschätzung, ob es eine Brandwache braucht. „Wir konnten jetzt aber alles löschen.“
Was den zweiten Brand verursacht hat, kann Robert Weber noch nicht genau sagen. „Wir vermuten, dass es Glutnester waren“, sagt er. Dabei handelt es sich um kleine Stellen, die glühendes Material enthalten. Dringt Sauerstoff dazu, flammt das Feuer wieder auf. „Das dauert aber, bis sowas entsteht und ist damit nicht sofort erkennbar“, sagt Weber. Dass ein oder mehrere Glutnester vom ersten Brand wieder aufgeflammt sind, bestätigt Stefan Sonntag, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, auf Anfrage des Mangfall-Boten. „Es hat somit keinen neuen Brand gegeben, sondern es handelte sich um ein Wiederaufflammen“, sagt er.
Keine
verletzten Personen
Wie die Polizei nun in einer Pressemitteilung bekannt gegeben hat, mussten beim Einsatz am Montag sieben Personen aus ihren Häusern evakuiert werden, „da deren Wohnungen dem Feuer zum Opfer fielen.“ Beim gestrigen Brand gab es ebenfalls keine verletzten Personen. Derzeit gehe man von einem Sachschaden im siebenstelligen Bereich aus.
Eine Sache ist aber besonders erschreckend: Nach Angaben eines Polizeisprechers gehen die Ermittler mittlerweile beim ersten Brand von „vorsätzlicher Brandstiftung“ aus. Nähere Angaben dazu machte die Polizei gestern Abend nicht. Die Ermittlungen der Brandfahnder dauern an.