Bad Aibling – Aktuelle Themen und interessante Vorträge standen im Mittelpunkt der Jahresversammlung des Haus- und Grundbesitzervereins Bad Aibling und Umgebung. Vorsitzender Robert Schlamp eröffnete die Veranstaltung im voll besetzten Kriechbaumer-Saal in Mietraching mit dem Jahresbericht 2024. Zu Beginn wies er auf die Sprechstunden in Bad Aibling und Bruckmühl hin, bevor er sich den aktuellen Themen zuwandte.
Weniger neuer
Wohnraum
„Während das Thema Mietausfall kaum mehr zur Sprache kommt, geht es derzeit oft um die Übertragung von Immobilien, deren Bewertung durch die Finanzbehörden und die anzusetzende Miethöhe“, schilderte er. Es entstehe wenig neuer Wohnraum, was er vor allem auf die gesetzlichen Auflagen zurückführte. Gefragt seien „gebrauchte“ Immobilien. Ein großes Schlagwort sei der „Sanierungsfahrplan“, der sich auf Immobilien mit schlechter Dämmung und entsprechenden Energiewerten beziehe.
Weitere Themen waren die Kaminofenregelung, die Festlegung des Gebäudetyps im Energieausweis sowie die Räum- und Streupflicht.
Anschließend legte Steuerberater Philipp Matheis den Jahresabschluss vor. Trotz eines kleinen Defizits bemerkte er: „Es war ein gutes Jahr für den Verein.“ Die Genehmigung des Jahresabschlusses und die Entlastung des Vorstandes erfolgten einstimmig.
Den Schwerpunkt der Versammlung bildeten drei Fachvorträge. Der Klimaschutzmanager der Stadt, Albert Bernstetter, erläuterte anhand der Kurstadt die gesetzlich vorgeschriebene „Kommunale Wärmeplanung“. Die Arbeitsschritte reichen von der Eignungsprüfung und der Bestands- und Potenzialanalyse über die Szenario-Erstellung und Wärmewendestrategie bis zur Umsetzung. „Die kommunale Wärmeplanung zeigt den Weg zur klimaneutralen Wärmeversorgung bis 2045. Bad Aibling strebt an, bereits bis 2040 klimaneutral zu sein, gemäß den bayerischen Zielen“, erklärte der Experte. Stefan Messerer referierte über „Photovoltaik zur Eigenversorgung im Ein- und Mehrfamilienbereich“. Er stellte seine eigene Anlage als Praxisbeispiel vor und gab wertvolle Erläuterungen zu Themen wie Überschussverwertung mit Heizungsunterstützung, dynamische Stromtarife, Mieterstrommodell, Marktsituation und Bestandsanlagen.
Philipp Matheis beschrieb den „Status quo“ bei der steuerlichen Behandlung von Immobilien bei der Übergabe. Er wies darauf hin, dass seit 2023 zu den bis dahin ermittelten Sachwerten ein sogenannter Sachwertfaktor hinzugerechnet wird und erwähnte die geltenden Freibetragsregelungen. Zudem ging er detailliert auf die Förderung energieeffizienter Immobilien im Mietwohnungsneubau und bei der energetischen Wohngebäudesanierung ein. Abschließend empfahl er, Finanzamt-Bewertungen prüfen zu lassen.
Berechnungen
prüfen lassen
Für die informativen Fachvorträge gab es jeweils einen kräftigen Beifall von den Mitgliedern.
Franz Bergmüller, Mitglied des Landtags, legte dar, dass nach seinen Informationen die Grundsteuer-Neuberechnungen zu 50 Prozent falsch erfolgt seien und seitens der Eigentümer eine Widerspruchsfrist von vier Wochen bestehe. Am Ende der Versammlung dankte Robert Schlamp den Referenten für ihre Vorträge und den Mitgliedern für ihr zahlreiches Erscheinen.