Feldkirchen-Westerham – Der SPD-Ortsverein feierte kürzlich sein 50-jähriges Bestehen mit einer öffentlichen Veranstaltung. Der Vorsitzende Michael Schmirl begrüßte rund 100 Gäste im Schützen- und Trachtenheim in Westerham. Neben dem Hauptredner des Abends, Professor Dr. Heribert Prantl, Autor und Kolumnist, hieß Schmirl auch Bürgermeister Johannes Zistl, Altbürgermeister Hans Schaberl, Ronja Endres, SPD-Landesvorsitzende in Bayern, sowie Maria Noichl, Abgeordnete des Europäischen Parlaments, willkommen. Besonders herzlich empfing er zwei Zeitzeugen der Gründungsversammlung von 1974: Dr. Karin Köhler-Eifler und Dr. Werner Keitz, langjähriger Bürgermeister der Stadt Bad Aibling und Vertreter des SPD-Kreisverbandes Rosenheim.
Bogen von Gründung
bis heute gespannt
In seiner einführenden Rede spannte Michael Schmirl den Bogen von der Gründung bis zu den heutigen Aktivitäten des Ortsvereins. Er hob den Kulturherbst hervor, eine seit 2006 jährlich stattfindende Veranstaltungsreihe, die dank der Bürgschaft eines engagierten SPD-Mitglieds Realität wurde. Schmirl erwähnte auch die Neugestaltung des Dorfplatzes in Feldkirchen, die vom Ortsverein stets unterstützt wurde, sowie die tatkräftige Mitarbeit der SPD im gerade gestarteten Projekt zur Modernisierung der Grund- und Mittelschule. Besonders betonte er die Bedeutung der neu eingeführten „Zaungespräche“, die darauf abzielen, die SPD vor Ort präsenter im Alltag der Bürger zu machen. Zum Abschluss dankte er der gesamten Vorstandschaft und allen Mitwirkenden für die Organisation des Abends. „Ohne euch“, so Schmirl, „wäre all das nicht möglich gewesen.“
In seinem Grußwort lobte Bürgermeister Johannes Zistl die sach- und lösungsorientierte Zusammenarbeit mit den SPD-Gemeinderäten. „Die SPD hat immer das Wohl der Gemeinde im Blick“, so Zistl. Er bezeichnete die Partei als kritischen, aber stets verlässlichen Partner. Trotz der aktuellen politischen Herausforderungen fand auch die bayerische SPD-Landesvorsitzende Ronja Endres die Zeit, dem Ortsverein persönlich zu gratulieren. Sie betonte, wie wichtig es sei, dass die Bürger klar erkennen, wofür die SPD in Bayern stehe. „Die SPD will eine gute Zukunft schaffen für die Menschen, die den Laden hier in Bayern am Laufen halten, damit sie mit Zuversicht nach vorne blicken können“, so Endres.
Im Festvortrag mit dem Titel „Den Frieden gewinnen“ erklärte Professor Dr. Heribert Prantl, langjähriger Leiter der Innenpolitik der Süddeutschen Zeitung, wie stolz Deutschland auf seine Verfassung von 1948/49 – das Grundgesetz – sein könne. Diese sei schlichtweg „unfassbar gut“. Prantl führte weiter aus, dass der „innere Friede“ eng mit dem „äußeren Frieden“ verbunden sei.
Europa müsse mit der Überwindung von Erbfeindschaften weltweit als das vorbildlichste Friedensprojekt gelten. Dabei zitierte er den ermordeten israelischen Ministerpräsidenten Jitzchak Rabin: „Verhandlungen führen, als gäbe es keinen Terror, und den Terror bekämpfen, als gäbe es keine Verhandlungen.“ Zum Abschluss stellte Prantl die Frage: „Wäre es nicht ein guter demokratischer Kompromiss, wenn wir neben der Verteidigungstüchtigkeit ebenso viel in Friedenstüchtigkeit investieren?“