Bruckmühl – Für einen Lkw-Fahrer muss es ein Schreckmoment gewesen sein. Am Donnerstagnachmittag (5. Dezember) gegen 16.40 Uhr verursachte er beinah an einem Bahnübergang in der Otto-von-Steinbeis-Straße in Bruckmühl einen Unfall mit schwerwiegenden Folgen.
Der Mann kam mit seinem Fahrzeug aus dem Gewerbegebiet und bog links auf den Bahnübergang in der Otto-von-Steinbeis-Straße ab. „Der Lkw-Fahrer hat dabei die Kurve zu eng genommen“, sagt ein Sprecher der Polizeiinspektion Bad Aibling auf OVB-Anfrage. Als der Lenker zurücksetzen wollte, leuchtete die Ampel des Bahnübergangs plötzlich rot auf.
Kurz darauf senkten sich die Schranken und ein Zug näherte sich. Der Mann konnte sein Fahrzeug nicht mehr von den Schienen lenken. „Eine der Schranken ging zwischen dem Sattelzug und dem Anhänger des Lkws hinunter“, so der Polizist.
So dramatisch die Situation im ersten Moment erschien, hatte der Lkw-Fahrer riesiges Glück im Unglück. Der Zugführer konnte den Zug rechtzeitig zum Stehen bringen. „Der Zug kam ein gutes Stück vor dem Bahnübergang zum Stillstand“, sagt der Polizeisprecher. Die Schranken hätten sich daraufhin sofort geöffnet und der Mann fuhr den Lkw vom Bahngleis.
Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand. Lediglich die Schranke wurde leicht beschädigt, blieb aber funktionsfähig. Das bestätigt auch eine Sprecherin der Deutschen Bahn: „Nachdem die Polizei die Unfallstelle gesichert hatte, konnten unsere Fachkräfte der Leit- und Sicherungstechnik die Schranke mit wenigen Handgriffen wieder in Betrieb nehmen.“ Insgesamt sei die Strecke nur für 35 Minuten gesperrt worden. „Aufgrund der kurzen Dauer der Sperrung und der relativ niedrigen Taktung der Züge waren nur drei Züge von der Sperrung betroffen“, teilt die Sprecherin weiter mit. Ob sich der Lkw-Fahrer wegen der Straftat „Gefährdung des Bahnverkehrs“ verantworten muss, wird nun von der Polizei ermittelt.
„Der Zug musste bremsen, weil es zu einer fahrlässigen Gefährdung auf den Bahngleisen durch einen Gegenstand kam“, formuliert der Polizeisprecher den Sachverhalt aus Behördensicht. Bleibt also abzuwarten, ob der Fahrer auch hier noch einmal Glück im Unglück hat.Jennifer Beuerlein