Feldkirchen-Westerham – Sie werden in den kommenden Wochen mehr Zeit miteinander verbringen, als so manches Ehepaar: Franziska Stadler (27) und Florian Ramthun (39) aus Vagen bei Feldkirchen-Westerham, die von der Faschingsgilde Vagen als Prinzenpaar für die Jubiläumssaison präsentiert worden sind. Dennoch stellten die närrischen Regenten bereits im Zuge ihrer Vorstellung am 11. November klar: „Nein, wir sind kein Liebespaar.“ Doch muss das für die Zukunft auch so manifestiert sein?
Im Fasching kennengelernt
Dass die 27-jährige Hotelfachfrau, die im Frühjahr den Supermarkt in Vagen übernehmen wird, und der 39-jährige gelernte Raumausstatter, der Kücheneinrichtungen an Mann und Frau bringt, ein schmuckes Paar abgeben würden, ist nicht erst seit der Veröffentlichung des offiziellen Prinzenpaar-Fotos vor heimischer Bergkulisse deutlich geworden. Vor Jahren hatten sich die beiden – passenderweise – im Vagener Fasching kennengelernt. „Doch so richtig befreundet sind wir eigentlich erst, seitdem ich vor ein paar Jahren von Bruckmühl nach Vagen gezogen bin“, erzählt die 27-Jährige, die in den kommenden Wochen vor allem als Franziska I. in der Region bekannt sein wird.
Dabei hatte Stadler, die seit 2017 bei der Faschingsgilde Vagen aktiv ist – wie übrigens auch Ramthun, seit 2015 bei der Gilde – mit dem aktiven „Dienst“ in der närrischen Zeit eigentlich bereits zum Ende der vergangenen Saison abgeschlossen.
„Ich habe schon im Februar gesagt, dass ich den neuen Fasching nicht mehr mitmache“, sagt die zukünftige Supermarkt-Chefin. Doch dann sei die Anfrage gekommen, ob sie sich vorstellen könne, als Faschingsprinzessin in die Jubiläumssaison zu gehen. „Das ist natürlich eine riesige Ehre“, sagt Stadler, die aber auch betont: „Ich habe da jetzt in den vergangenen Jahren nicht so verbissen darauf gehofft, dass ich mal Faschingsprinzessin werde.“
Ramthun wiederum hat es letztlich der neuen Vagener Prinzessin zu verdanken, dass er bis einschließlich Faschingsdienstag, 13. Februar, sozusagen die Prinzenrolle innehaben wird. „Ich bin Mitte Juli gefragt worden, ob ich mir das vorstellen kann“, erzählt der 39-Jährige.
„Die Franzi hatte mich nämlich vorgeschlagen.“ Was Stadler bestätigt: „Für mich wäre wirklich kein anderer als Prinz infrage gekommen.“
„Ich habe eigentlich gar nicht mehr damit gerechnet, nochmal Prinz zu werden“, sagt Florian Ramthun, der die Aufgabe ebenfalls „als große Ehre“ empfindet. Wenngleich die Führung der Faschingsgilde dabei auch einen Hintergedanken gehabt haben könnte, wie der 39-Jährige augenzwinkernd betont. „Wenn du Prinz oder Prinzessin warst, ist ja eigentlich eh Schluss“, sagt der gelernte Raumausstatter und lacht. „Vielleicht wollte die Faschingsgilde einfach sichergehen, dass wir dann wirklich raus sind.“
Zunächst ist das Duo aber keineswegs raus, sondern extrem drin – und zwar im Training. Seit August treffen sich Stadler und Ramthun zweimal die Woche in der Tanzschule, zudem zweimal die Woche in Vagen, um mit Walzer, Show-Einlage und Co. die Narren der Region so richtig beeindrucken zu können.
Wobei das Prinzenpaar nicht verschweigen will, dass das Training bei und mit Profis in der Tanzschule schon extrem wichtig ist. „Bevor wir dort trainiert haben, hätte ich gesagt, dass unser Tanz-Talent schon ganz ok ist“, sagt Prinzessin Franziska I. und lacht.
„Mittlerweile wissen wir aber, dass das wohl eine ziemliche Fehleinschätzung war.“ Nun seien aber nach und nach „schon deutliche Fortschritte“ bemerkbar, wie beide bestätigen können. „Am Anfang war das mit dem Tanzen schon sehr hart“, verrät Prinz Florian II. „Aber je länger man dabei ist, umso mehr Spaß macht es.“ Was aber nicht heißen soll, „dass wir jetzt eine große Tanz-Karriere starten werden“, sagt Stadler und lacht.
Vorfreude steigt von Training zu Training
Was aber für das Duo spürbar ist: Mit jedem Training, mit jedem Tanzschritt steigt die Vorfreude auf die bunten Faschingstage an. „Ich freue mich am meisten auf den Inthronisationsball“, sagt Franziska I. „Denn darauf arbeiten wir hin, dann hat sich das ganze Training ausgezahlt.“
So sieht es auch Prinz Florian II., der schon immer ein großer Faschingsfan war und vor allem „den Zusammenhalt in der ganzen Faschingsgilde“ schätzt. „Vagen ist einfach ein faschingsnarrisches Dorf“, findet auch die 27-jährige Prinzessin. „Das ganze Dorf lebt hier den Fasching.“
Doch das ganze Dorf wird sicherlich auch genau beobachten, wie das Zusammenspiel zwischen Prinzessin Franziska I. und Prinz Florian II. wirkt. Und sich vielleicht auch die Frage stellen: Könnte für die zwei Singles der Weg vielleicht doch vom Prinzen- letztlich zum Liebespaar führen? Ganz ausschließen will es zumindest Franziska Stadler nicht, die aber sagt: „Das bleibt natürlich ein Geheimnis.“ Und nur wenige Sekunden später hinterher schiebt: „Oder sagen wir es mal so: ,Fortsetzung folgt‘“.