Tuntenhausen – Über einen Antrag der Nachbarschaftshilfe Tuntenhausen hatte der Gemeinderat kürzlich zu entscheiden. Dabei kam auch die eingebrochene Spendenbereitschaft der Bevölkerung zur Sprache. Im Antrag zeigten die Verantwortlichen, Vorsitzende Maria Breuer, Zweite Vorsitzende Ramona Schumacher und Kassenverwalterin Michaela Speiser die beengte finanzielle Situation auf, die im Sommer letzten Jahres beinahe zum Aus führte. Grund: Rückläufige Spenden und steigende Personalkosten. Schon fast 30 Jahre gibt es in der Gemeinde Tuntenhausen die Nachbarschaftshilfe. Mit ihrer Unterstützung kann oft dort geholfen werden, wo normale nachbarschaftliche, freundschaftliche und verwandtschaftliche Hilfe überfordert ist. Durch diese Hilfe können Menschen zum Beispiel länger selbstbestimmt in ihren eigenen vier Wänden wohnen bleiben. Die Bandbreite der Angebote ist groß. Sie reicht von der Betreuung alter und kranker Bürger, über Begleitdienst und Behördengänge bis hin zur Zusammenarbeit mit der Aiblinger Tafel und dem Asylhelferkreis.
Das finanzielle Aus wurde durch ein Privatdarlehen über 9000 Euro sowie eine gemeindliche Liquiditätshilfe über 6500 Euro vermieden.
Die Nachbarschaftshilfe will nun ab 2025 den Stundensatz für die haushaltsnahen Dienstleistungen von 20 Euro auf 30 Euro erhöhen. Sehr viel höhere Einnahmen erwartet man dadurch zwar nicht, da das Budget der Auftraggeber meist begrenzt ist. „Vielen Kunden stehe lediglich das Budget der Pflegeversicherung für haushaltsnahe Dienstleistungen in Höhe von monatlich 125 Euro zur Verfügung“, betonte Vorsitzende Maria Breuer im Antrag.
Die Konsequenz daraus sei, dass man weniger Stunden bei den Kunden arbeiten könne. Breuer betonte auch: „Der Bedarf der Bürger in der Gemeinde ist weit höher, als unsere personellen Möglichkeiten dies abdecken können.“ In der anschließenden Diskussion kam erneut die rückläufige Spendenbereitschaft auf. Waren es in den Vorjahren noch zwischen 17000 Euro und 20000 Euro, sind es heuer „erst“ 4000 Euro. Deshalb beantragte die Nachbarschaftshilfe neben dem jährlichen Zuschuss von einem Euro pro Einwohner eine Zusage zur Übernahme eines möglichen jährlichen Defizits bis zu 7500 Euro.
Der in 2024 ausbezahlte Liquiditätszuschuss von 6500 Euro kann auf ein mögliches Defizit angerechnet werden. Thomas Kranz (Liste 83104) stellte die Frage, ob die steigenden Kosten auch mit dem Anstieg der älteren Menschen zusammenhänge. Das bejahte Bürgermeister Georg Weigl. Einstimmig beschloss man, dass die Gemeinde Tuntenhausen zukünftig ein eventuelles Jahresrechnungsdefizit bis zu 7500 Euro übernehme. Auf ein mögliches Defizit im Jahre 2024 wird der Liquiditätszuschuss von 6500 Euro angerechnet. ws