Jugendzentrum will Demokratiebildung verstärken

von Redaktion

Jugendbeirat Bad Aibling diskutiert über Herausforderungen, Projekte und Perspektiven

Bad Aibling – Jüngst traf sich der Jugendbeirat Bad Aibling, um über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen zu diskutieren. Eingeladen hatte Amelie Guggenberger, Vertreterin des BRK-Kreisverbands Rosenheim als Träger des Jugendzentrums (JUZ). Im Fokus standen gesellschaftliche Trends, konkrete Angebote für Jugendliche und die daraus resultierenden Aufträge an die Zusammenarbeit.

Dem Jugendbeirat gehören Bürgermeister Stephan Schlier, die Jugendbeauftragte der Stadt, Martina Thalmayr, die Gruppenleitung der Kommunalen Jugendarbeit des Kreisjugendamtes Rosenheim, Margarete Steinmüller, Vertreter der Stadtverwaltung sowie die pädagogischen Fachkräfte und die Trägervertretung der Einrichtung an. Er wird mindestens einmal im Jahr einberufen.

Das Jugendzentrum verzeichnet derzeit eine junge, bunt gemischte Besuchergruppe im Alter von zwölf bis 18 Jahren aus verschiedenen Schulformen. Zu den Höhepunkten des vergangenen Jahres zählten neben dem Herzstück „Offener Betrieb“ unter anderem eine Zukunftswerkstatt, ein internationaler Jugendaustausch, die Ausbildung von Jugendleitern sowie Freizeitangebote wie der Kreative Freitag in einem Kunstatelier und der Kulinarische Donnerstag.

Gleichzeitig sieht sich das Team des Jugendzentrums mit herausfordernden gesellschaftlichen Entwicklungen konfrontiert. Der zunehmende Rechtsruck und rassistische Tendenzen unter Jugendlichen werden als deutliche Warnsignale wahrgenommen. Das JUZ-Team will deshalb durch seine Angebote eine gezielte Demokratiebildung aktiv vorantreiben. „Dass dies auch vielen Jugendlichen ein großes Anliegen ist, zeigt sich in der Organisationsgruppe von vier ehemaligen Freiwilligen Sozialen Jahr-Teilnehmern, die für das nächste Jahr mehrere Projekte und Aktionen zum Thema Demokratie planen“, sagte Mira Struckmeier, Leiterin des Jugendzentrums.

Margarete Steinmüller, Gruppenleiterin der Kommunalen Jugendarbeit im Landkreis Rosenheim, berichtete, dass sich der Landkreis leider erfolglos für das Bundesprogramm „Partnerschaft für Demokratie“ beworben habe. Dennoch sei Demokratiebildung weiterhin ein zentrales Thema. Der Kreisjugendring hat dies als Jahresmotto ausgerufen. Auch ist ein Fachtag zu Demokratiebildung und Jugendbeteiligung geplant. „Bei den Angeboten zur Demokratiebildung sollten wir besonders darauf achten, uns so auszudrücken, dass möglichst viele Jugendliche daran teilnehmen können und diese für sich sinnvoll nutzen“, so Steinmüller.

Die Beobachtungen des Jugendzentrums spiegeln sich auch in den Berichten anderer Fachkräfte im Landkreis wider. Vor allem politische und gesellschaftliche Entwicklungen werden als herausfordernd wahrgenommen, aber auch als Anlass für stärkere Kooperationen.

Martin Haas vom Ordnungsamt wies darauf hin, dass Sticker-Kampagnen mit teilweise provokanten politischen Inhalten zunehmend ein Thema im Stadtgebiet seien. Gleichzeitig stelle der Konsum von chemischen Drogen unter Jugendlichen, insbesondere im Nachtleben, eine wachsende Herausforderung dar. Im öffentlichen Raum und im Jugendzentrum sei dieses Phänomen allerdings weniger präsent. Auch die 2024 in Kraft getretene Legalisierung von Cannabis sorge bisher nicht für besondere Probleme, wie sowohl die Stadt als auch das JUZ-Team berichteten.

Bürgermeister Stephan Schlier betonte die Offenheit der Stadt für Kooperationen mit dem Jugendzentrum. So wird beispielsweise über Veranstaltungen im Rahmen der Jugendwahl gesprochen. Gleichzeitig einigten sich die Anwesenden darauf, einen Bericht des Jugendzentrums künftig jährlich im Sozialausschuss zu präsentieren, um die Arbeit noch transparenter zu machen.

Ein Problem bleiben allerdings die knappen Finanzen. Aufgrund der angespannten Haushaltslage in vielen Kommunen des Landkreises ist auch nicht zu erwarten, dass die freiwilligen Zuschüsse erhöht werden.

„Die enge Zusammenarbeit zwischen Stadt, Landkreis und dem JUZ-Team bietet eine solide Grundlage, um den Herausforderungen gemeinsam zu begegnen“, so Amelie Guggenberger, Abteilungsleitung Soziale Arbeit beim BRK-Kreisverband, abschließend.

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