„Eingeweide und Blut“ am Sudelfeld

von Redaktion

Wanderer aus Feldkirchen-Westerham stößt bei Tour auf Tatzenabdrücke

Feldkirchen-Westerham/Sudelfeld – Es war ein grausiger Anblick. So erlebte es zumindest ein Wanderer aus Feldkirchen-Westerham, der lieber anonym bleiben möchte. Kürzlich machte er sich zu einer Wanderung auf. Sein Ziel war es, hoch zum Wildalpjoch zu gehen. Auf dem Weg entdeckte der junge Mann dann etwas Unglaubliches. „Im Schnee lagen Eingeweide und Blut“, schildert er den Moment am Telefon. Er vermutet, dass es sich dabei um die Überreste einer Gams handelt. Nicht unweit von dem gerissenen Tier fand er dann noch weitere Spuren.

Fund
dokumentiert

Am Rande des Weges lag Kot, und es gab mehrere Tatzenabdrücke. „Ich habe dann gegoogelt, zu welchem Tier diese Spuren gehören könnten, und fand heraus, dass sie zu einem Bären passen“, sagt der Wanderer. Große Sorgen hatte er sich wohl trotzdem nicht gemacht. Denn nachdem er Fotos von dem „Tatort“ geschossen hatte, setzte er seinen Weg zu seinem Ziel fort. Angst, dass ein Raubtier eventuell in der Nähe sein könnte, hatte der Mann nicht. „Ich gehe öfters in den Dolomiten wandern und da ist es ja ganz normal, dass Bären unterwegs sind.“ Deshalb weiß er auch, wie er sich verhalten muss, wenn er auf einen Bären trifft. „Man sollte keine hektischen Bewegungen machen und nicht herumschreien“, sagt er. „Am besten ganz ruhig bleiben und in die entgegengesetzte Richtung von dem Tier weggehen.“ Dazu rät auch das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) auf seiner Webseite. Bei einer Begegnung sollte man immer genügend Abstand zu dem pelzigen Tier halten. Durch ruhiges Sprechen und langsame Armbewegungen sollte man auf sich aufmerksam machen. Wichtig ist, sich dem Tier nicht zu nähern und auch nicht wegzurennen. Dabei könnte sich der Bär bedrängt fühlen und gegebenenfalls angreifen. Langsam und kontrolliert sollte man in solch einer Situation den Rückzug antreten und den Bären dabei fest im Blick behalten. Zudem sollte man dem Raubtier immer Ausweichmöglichkeiten bieten und ihn keinesfalls mit Stöcken oder Steinen verscheuchen. Der Wanderer schickte seine Fotos und GPS-Daten an das LfU. „Die haben mir mitgeteilt, dass sie den Jäger des dortigen Gebietes kontaktiert haben und dieser hat bestätigt, dass er die vorige Nacht eine Gams geschossen hat“, sagt er. Scheinbar sei es nun üblich, dass das Tier vor Ort ausgenommen wird. Vielleicht, weil es so leichter zu transportieren sei. Ein LfU-Sprecher bestätigte das. Schon Anfang des Monats wurden verdächtige Spuren im Schnee entdeckt. „Dabei handelte es sich aber eindeutig um Rotwild“, sagt der Sprecher.

Gerücht um Bär schon
Anfang November

Doch nicht nur ein Rotwild machte vor einigen Tagen seinen Streifzug durch das Sudelfeld. Anfang November machte ein Gerücht die Runde, dass sich ein Bär zwischen dem Arzmoos und der steinernen Stiege am Sudelfeld herumtreibt. Allerdings gab es keine eindeutigen Hinweise auf seine Existenz. Weder Tatzenabdrücke, Haare noch Kot konnten vor Ort entdeckt werden. Das LfU registrierte diese mutmaßliche Bären-Sichtung. Ergebnisse gab es wegen der dünnen Spurenlage nicht. Die Meldung wurde damals „als unbestätigter Hinweis“ eingestuft.

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