Kreuzung bleibt Brennpunkt

von Redaktion

Unfall mit zwölfjähriger Fahrradfahrerin wirft Fragen zur Verkehrssicherheit auf

Bad Aibling – Der Verkehrsbrennpunkt rund um die Kreuzung Ebersberger Straße/Grassingerstraße nahe der Verbrauchermärkte Prechtl und Aldi bleibt ein brisantes Thema. Dies zeigt nicht zuletzt ein Vorfall vom vergangenen Freitag als im Kreuzungsbereich eine zwölfjährige Fahrradfahrerin von einem Auto erfasst wurde. Laut Angaben der Polizei hatte sich die Schülerin auf dem Heimweg befunden, als sie den rot markierten Radweg überquerte. Ein Autofahrer übersah das Mädchen und erfasste sie mit seinem Fahrzeug. Die Schülerin fiel zunächst auf die Motorhaube und anschließend auf den Asphalt, wobei sie sich leicht verletzte.

Regelmäßig
Thema im Rathaus

Auch aufgrund dieser „Hauptproblemstelle“, wie Bürgermeister Stephan Schlier den Verkehrsbereich zuletzt bezeichnete, landet das Thema in verlässlicher Regelmäßigkeit im Rathaus auf dem Tisch. So kreisen schon lange Wünsche, Gedankenspiele und Planungen, die sich etwa mit einer Ampelanlage oder einem Kreisverkehr als Entschärfung beschäftigen, durch die Sitzungssäle. Viel konnte die Stadt bislang jedoch nicht ausrichten. Doch wie geht es jetzt weiter und sind trotz allem Maßnahmen geplant? Auf Anfrage des Mangfall-Boten verweist Bad Aiblings Ordnungsamtsleiter Martin Haas zunächst auf den jüngsten Versuch, etwas mehr Sicherheit im Kreuzungsbereich zu schaffen. So wurde im August die Anordnung erlassen, an der Kreuzung an der westlichen Grassingerstraße die Verkehrsschilder „Halt. Vorfahrt gewähren“ und „Radverkehr kreuzt von links und rechts“ aufzustellen. Doch haben etwa die Stopp-schilder bislang zu einer Verbesserung geführt? Immerhin hatte die Stadträtin Anna Maria Kirsch (ÖDP) zuletzt angemerkt, dass viele Autofahrer die Stoppschilder „eher als Empfehlung“ wahrnehmen würden. Ein Eindruck, der Martin Haas nicht ganz fremd ist.

„Bisher ist uns hier zwar kein Unfall gemeldet worden“, sagte er nun gegenüber dem Mangfall-Boten. Jedoch sei zu beobachten, „dass sich leider nicht alle Verkehrsteilnehmer an die neue Regelung halten“. So würden einige Autofahrer an der Haltelinie nicht vollständig zum Stehen kommen, nur kurz schauen und einfach weiterfahren. Diese „Vorfahrtsverstöße“ könnten jedoch zum Risiko für andere Verkehrsteilnehmer, nicht zuletzt für Unfallopfer, werden. „Dem Autofahrer selbst passiert in der Regel nichts, Leidtragende sind dann aber die anderen“, so Haas. Er wünscht sich insgesamt mehr Sensibilität im Straßenverkehr.

Da man sich der Problematik bewusst ist, hat die Stadt seit Längerem an alternativen Lösungen gearbeitet. Allerdings würde etwa die Errichtung eines Kreisverkehrs daran scheitern, dass der Stadt die hierzu notwendigen Flächen nicht zur Verfügung stehen. Diese Situation sei auch nach wie vor aktuell, bestätigt Martin Haas. „Grundsätzlich fehlt uns Grundfläche und der Grundstückseigentümer ist nach wie vor nicht dazu bereit, uns die nötigen Flächen abzutreten.“ Denn sowohl für den Bau eines Kreisverkehrs als auch für eine Ampelanlage reiche der aktuelle Platz nicht aus.

Bis weitere Erkenntnisse vorliegen, hatte die Stadtverwaltung deshalb im September vorgeschlagen, zumindest testweise eine Ampelanlage zu installieren. Eine solche Versuchsampel sei laut Haas theoretisch auch möglich, was die Platzverhältnisse anbelangt. Wann oder ob ein solcher Testlauf gestartet wird, war bislang noch offen. Karlheinz Platzer, stellvertretender Leiter der Tiefbauabteilung in Bad Aibling, erklärte nun, dass bereits ein beauftragtes Ingenieurbüro an der Umsetzung arbeite. „Das Ganze wird vermutlich im Frühjahr passieren“, erklärte er. Wenn möglich werde dann eine Versuchsampel temporär aufgestellt und dadurch getestet, ob hierdurch ein positiver Effekt erzeugt werden kann. Die Testampel soll dann vor allem die Sicherheit für Fußgänger und Radler erhöhen, so Platzer. „Sollte sich herausstellen, dass eine Ampel die Lösung ist, dann arbeiten wir daran, dauerhaft eine Ampelanlage einzurichten“, sagt Platzer. Welche Schaltung sinnvoll ist und wie viel zusätzliche Flächen für diese Baumaßnahme notwendig sind, werde dann durch das Ingenieurbüro erarbeitet. Zwar würden auch für die Ampel zusätzliche Flächen benötigt, allerdings sei diese Umsetzung wesentlich realistischer umzusetzen. Für einen Kreisverkehr hingegen werde man die Flächen schlicht nicht bekommen, so Platzer. So oder so ist klar, dass die gefährdete Sicherheit, vor allem die der Fahrradfahrer, in besagtem Bereich weiterhin im Fokus steht. Laut Angaben der Polizeiinspektion Bad Aibling ist es zwischen Januar 2021 und Juli 2024 dort zu insgesamt 22 Unfällen gekommen, an denen keine Fußgänger beteiligt waren. Laut Polizei handelt es sich hierbei um einen „Unfallschwerpunkt“ beziehungsweise um eine „Unfallhäufungsstrecke entlang des Radweges“.

Keine Kontaktdaten
vor Ort ausgetauscht

Was sich nun erneut beim Unfall am vergangenen Freitag zeigte. Brisant hierbei: Nachdem die zwölfjährige Radfahrerin von dem Auto erfasst wurde, hatten die Unfallbeteiligten keine Kontaktdaten ausgetauscht. Zwar hielten an der Unfallstelle mehrere Zeugen und halfen der Geschädigten. Auch der Unfallverursacher stoppte sein Fahrzeug. Da vor Ort jedoch die Polizei nicht hinzugezogen wurde, ist unklar, wer die Beteiligten waren.

Polizei sucht
nach Zeugen

Laut Zeugenaussagen soll der Wagen olivgrün gewesen sein. Ein Kennzeichen ist nicht bekannt. Der Fahrer soll überdies etwa 70 Jahre alt sein und graue Haare haben. Die Polizei sucht deshalb sowohl den Unfallverursacher als auch weitere Zeugen des Unfalls, die sich mit der Polizeiinspektion Bad Aibling unter Telefon 08061/907300 in Verbindung setzen sollen. Auf Nachfrage des Mangfall-Boten teilte ein Sprecher der PI knapp mit, dass die Ermittlungen derzeit noch andauern.

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