Bad Aibling – Raumfahrt-Fieber herrscht derzeit an der Berufsschule Bad Aibling. Die „Space Week“ begeistert Schüler, Lehrer und Gäste gleichermaßen. Am Dienstag besuchte auch Kultusministerin Anna Stolz die Veranstaltung. Vorab hatte sie betont: „Die Faszination für das Weltall inspiriert junge Menschen auf einzigartige Weise und weckt ihr Interesse an Naturwissenschaften, Technik, Ingenieurwesen und Mathematik. Space Education verbindet wissenschaftliche Grundlagen mit praxisnahen Ansätzen und zeigt, wie MINT-Kompetenzen dabei helfen können, die großen Fragen der Menschheit zu lösen – von der Raumfahrt bis zu nachhaltigen Innovationen auf der Erde. Gleichzeitig bereiten diese praxisnahen Ansätze bestens auf die Anforderungen der modernen Arbeitswelt vor.“
Berufsschule wird
zu Oberpfaffenhofen
Die staatliche Berufsschule veranstaltet die „Space Week“ erstmals gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Rund 1000 Schüler der 15 allgemeinbildenden Schulen des Landkreises sollten für Zukunftstechnologien und die MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) begeistert werden. Dafür verwandelte sich das Gelände der Berufsschule mit dem Science-Truck und seinem SpaceBuzz One, der Raumfahrtausstellung „INNOspaceEXPO“, dem DLR School Lab mit seinen technischen Experimenten sowie vielen Workshops und Fachvorträgen in ein kleines Oberpfaffenhofen.
Zur Eröffnung kamen neben Kultusministerin Anna Stolz, die ESA-Astronautin Nicola Winter, der Leiter des DLR-School-Labs Dr. Tobias Schüttler sowie Landrat Otto Lederer. Schulleiter Jürgen Ersing erklärte den Zweck der Veranstaltung: „Wir wollen hiermit Werbung für die technischen Fächer im MINT-Bereich machen.“ Seiner Überzeugung nach ist hier dringend Nachwuchs nötig. Studiendirektor Stefan Olbert sieht den Landkreis als hochattraktiven Technologiestandort und organisierte das Projekt begeistert mit. Die Freude von Kultusministerin Anna Stolz über das Schulprojekt unterstrich den hohen politischen Stellenwert von Forschung und Technik im Freistaat.
Vor dem SpaceBuzz One, einem begehbaren Hightech-Lkw in Form einer liegenden Rakete mit VR-Technologie im Weltraumdesign, begeisterte Astronautin Nicola Winter die Jugendlichen: „Wir brauchen alle, die Freude an der Technik haben.“ Im Inneren des futuristischen Gefährts konnten die Besucher auf beweglichen Sitzen mit VR-Brillen einen virtuellen Raumflug erleben. Nicola Winter beschrieb das Erlebnis mit den Worten: „Unsere Erde von oben zu sehen und zu begreifen, dass die Erde ein Schatz ist, den es zu beschützen gilt.“ Sie zeigte sich begeistert, wie hier den jungen Menschen die Raumfahrt nähergebracht werde.
Auch Kultusministerin Stolz und Landrat Otto Lederer waren nach ihrem virtuellen Flug beeindruckt. Die Kultusministerin betonte die Bedeutung der Ausbildung: „Die MINT-Fächer bieten nicht nur individuelle Zukunftschancen, sondern sind auch für die Zukunft eines Landes elementar!“ Der Freistaat fördere daher die unterschiedlichsten Aktivitäten und Projekte wie die Space Week, um die MINT-Fächer begreifbar und erlebbar zu machen.
Nach einem Rundgang durch die Raumfahrtausstellung fand eine Podiumsdiskussion mit Moderator Nicolas Foltin, 70 geladenen Gästen und 80 Schülern statt. Auf die Frage nach der Initialzündung für ihre Leidenschaft zur Raumfahrt antwortete Nicola Winter, die neben ihrer Tätigkeit als Astronautin auch Major der Reserve, Kampfjet-Pilotin und Hochschuldozentin ist, mit „Star Wars“. Dr. Tobias Schüttler begeisterte sich schon als Kind für Modellflugzeuge, und Landrat Otto Lederer faszinierte die Physik.
Auf die Frage nach der Notwendigkeit von MINT antwortete der Landrat, dass MINT-Förderung gleichzeitig Wirtschaftsförderung sei. Eine starke MINT-Förderung in Rosenheim sei wichtig, da hier eine breit aufgestellte Wirtschaft angesiedelt ist, die Fachkräfte mit MINT-Know-how benötige. Außerdem sollen junge Menschen auf die Zukunft vorbereitet werden, denn „an MINT kommen wir nicht vorbei, so Lederer. Bei einem Rundgang durch die Berufsschule konnte die Kultusministerin die hochmoderne Ausstattung bestaunen, in die der Landkreis in diesem Jahr über zwei Millionen Euro investierte.
Ein Stück
Zukunft erlebt
Jürgen Ersing schloss die Auftaktveranstaltung mit den Worten: „Wir durften heute ein Stück Zukunft erleben. In Deutschland haben wir keine Bodenschätze, sondern euch, liebe Schüler, ihr seid unsere Zukunft und die neuen Technologien wiederum sichern unsere Zukunft und künftigen Wohlstand!“