Bad Aibling – Zu einem Hort der Geborgenheit für einsame Menschen wurde am Heiligen Abend die Bad Aiblinger Weihnachtsstube, die mittlerweile eine feste Einrichtung in der Kurstadt ist.
Der von der Stadt gestiftete Christbaum, den neben den leuchtenden Kerzen etliche Strohsterne und Kugeln zierten; liebevoll eingedeckte Tische, auf denen rot und weiß blühende Weihnachtssterne die Besonderheit des Abends zum Ausdruck brachten; selbstgebastelte Papiersterne, auf denen die Besucher die Namen liebgewonnener Menschen oder Verstorbener notieren und sie so in das Geschehen miteinbeziehen konnten; beschriftete Christbaumkugeln, die als Lose bei der Verteilung der Geschenktüte dienten, die jeder Gast mit nach Hause nehmen durfte: Es waren unter anderem diese Details, die für eine festliche und heimelige Atmosphäre im Pfarrsaal St. Georg sorgten.
„Sehr viel
menschliche Wärme“
„Ich fühle mich sehr wohl hier. Wir werden so liebevoll umsorgt und spüren vor allem so viel menschliche Wärme“, war beispielsweise Elke Lindl aus Bad Aibling voll des Lobes für die Arbeit der rund ein Dutzend ehrenamtlichen Helfer, die an diesem Abend im Einsatz waren. Stadtrat Rudi Gebhart fungierte in bewährter Weise wieder als Küchenchef und bereitete für die Hauptspeise an die 200 Fleischpflanzerl zu, die den Gästen serviert wurden. Dazu gab es unter anderem Kartoffel-, Gelbe-Rüben-Chinakohl- oder Bohnensalat.
Große Vielfalt
der Kulinarik
Reißenden Absatz fand auch die Gemüsesuppe, die Gitti Lindner und Freunde von ihr wie immer am Vormittag des Heiligen Abends frisch zubereitet hatten. Ein reichhaltiges Nachspeisenbuffet und üppig gefüllte Teller mit Stollen und Weihnachtsplätzchen, die an den Tischen standen, rundeten das kulinarische Angebot ab. Dank der Unterstützung der Brauerei Maxlrain war auch für eine bunt gemischte Auswahl an Getränken gesorgt.
„Ich bin sehr dankbar, dass ich wieder einmal auf eine vielgliedrige Kette helfender Hände bauen konnte“, sagte Astrid Kotter, die das Angebot 2012 ins Leben gerufen hat. In diesen Dank bezog sie nicht nur Wiggerl Enlgmeier und Georg Rechenauer ein, die die Besucher mit Zitherklängen und ein paar Verserln unterhielten. Annemarie Wagemann, die ehemalige Seniorenbeauftragte der Gemeinde Stephanskirchen, hatte in bewährter Weise das Friedenslicht aus Bethlehem mitgebracht, das auch heuer im Saal verteilt wurde.
Bürgermeister Stephan Schlier, Stadtpfarrer Philipp Kielbassa und Bad Aiblings Seniorenreferent Dieter Bräunlich ließen es sich nicht nehmen, der Weihnachtsstube einen Besuch abzustatten und sich mit den Gästen zu unterhalten. „Unsere Stadt wäre ohne Weihnachtsstube überhaupt nicht mehr denkbar. Ich danke Astrid Kotter, die diese Einrichtung ins Leben gerufen hat, und allen, die sie heute Abend unterstützen, von Herzen“, sagte der Rathauschef.
Der Dank des Bürgermeisters galt auch den Sponsoren und all jenen Aiblinger Frauen, die im Stillen mit Salaten oder selbstgemachten Plätzchen zur Abrundung des kulinarischen Angebots beigetragen haben. Einen Sonderapplaus gab es für die erst fünfjährige Sophie Jost aus Bad Aibling. Sie hatte von der Weihnachtsstube gehört und wollte den einsamen Menschen unbedingt eine kleine Weihnachtsfreude bereiten. Mit Hilfe ihrer Mutter buk sie einen Zopf, der an diesem Abend ebenfalls verzehrt wurde.
Als nach dem Essen die Lichter ausgingen und die Besucher zum Klang der Zither gemeinsam „Stille Nacht, heilige Nacht“ sangen, hatte die Weihnachtsstube ihren emotionalen Höhepunkt erreicht. Nach dem Singen dankte auch Pfarrer Philipp Kielbassa den Helfern, wünschte den Besuchern noch frohe Weihnachtstage und spendete allen Anwesenden Gottes Segen. Die Zeiger der Uhr rückten bereits gegen Mitternacht vor, ehe die Aufräumarbeiten beendet waren und im Pfarrsaal die Lichter ausgingen.
Strahlende Augen,
herzliche Worte
Zuvor hatte das Christkindl die Helfer noch auf eine ganz besondere Weise beschenkt. Strahlende Gesichter, herzliche Worte, so manch fester Händedruck und innige Umarmungen beim Abschied brachten nicht nur große persönliche Freude, sondern auch Respekt vor der Leistung des Weihnachtsstuben-Teams zum Ausdruck.
Auch Vierbeiner
fühlen sich hier wohl
Auch Hundedame Rosi, die mit Frauchen Undine Bendt gekommen war, fühlte sich den ganzen Abend über sehr wohl in der Gemeinschaft. Nicht zuletzt auch deshalb, weil es an Streicheleinheiten nicht mangelte.
„Das sind Geschenke, die man sich nicht kaufen kann, über die man sich aber unheimlich freut. Sie machen uns sehr glücklich und lassen uns mit einem erfüllten Herzen nach Hause gehen“, war sich Astrid Kotter mit ihrer Helferschar einig.