So wird‘s nicht weitergehen

von Redaktion

Bürgermeister kündigt neuen „Fahrplan“ für Bruckmühl an

Bruckmühl – Zum Auftakt der letzten Marktgemeinderatssitzung des Jahres bringen traditionell die Bruckmühler St.-Georgs-Pfadfinder das Friedenslicht aus Bethlehem. Pfadfinder-Vertreterin Julia Geisler konnte den Ratstisch allerdings nur mit einem „Vorab-Kerzenlicht“ erleuchten, da das „richtige“ Friedenslicht jeweils erst am dritten Advent entzündet wird.

Das Jahr 2024 beleuchtete hingegen Bürgermeister Richard Richter, der die wichtigsten Ereignisse und Jubiläen Revue passieren ließ und einige statistische Zahlen nannte, darunter 212 Kirchenaustritte, 72 Eheschließungen, 179 Sterbefälle, 167 Geburten und einen Ausländeranteil von 12,58 Prozent.

Seine allgemeine Bewertung des Jahres 2024 formulierte er wie folgt: „Trotzdem ich das Jahr eher als zäh, in Dauerschleife befindlich und schmerzlich empfunden habe, sind doch einige Dauerbrenner erstaunlich weit vorangekommen.“ Dazu führte er das in Planung befindliche Sturzflutrisikomanagement im südlichen Bereich, den abgeschlossenen Feuerwehrbedarfsplan und die Kinderbetreuungssituation in den Kindergärten sowie die Ganztagesbetreuung in der Grundschule an, die in den Realisierungsphasenbeziehungsweise konkreten Planungsbereichen stehen.

Schmerzlich konkret lautete sein Ausblick auf 2025: „Volles Aufgabenheft, leerer Geldbeutel“ und kündigte an: „Es gibt kein ,weiter so‘.“ Diese Aussage hinterlegte er mit Details: So würden Planer und Berater mit „Selbstbedienung- und Selbstverwirklichungsmentalitäten“ nicht mehr zum Zuge kommen. Zudem werde künftig eine stärkere Gewichtung auf zwingend Notwendiges gelegt. Liebgewonnene Dienstleistungen kommen laut Richter auf den Prüfstand und sind sich gegebenenfalls abzugewöhnen. Gefördert werden soll der Mut zur Eigenleistung, einhergehend mit dem Erklären, dass der Ruf nach Senkung der Standards auf ein vernünftiges Maß, für alle Bereiche gilt.

Außerdem im Fokus der Marktgemeinde: Eine höhere Wehrhaftigkeit den übergeordneten staatlichen Stellen gegenüber, wenn es um die Aufgabenverlagerung und die gerechte, notwendige und ausreichende Beteiligung der Kommunen an den Staatseinnahmen geht.

„Ich sehe hier kaum Risiken, nur viel Arbeit und große Chancen für alle. Zumal niemand hier im Gremium eine Unterscheidungsschwäche zwischen Notwendigkeiten und Wünschen hat. Dazu kommt, dass wir nach der Verbesserung und Konsolidierung der kommunalen Haushalte wieder die Spielräume zur Gestaltung haben werden. Davon bin ich überzeugt!“, betonte Richter. Er bedankte er sich bei seinen Stellvertretern Klaus Christoph und Anna Wallner für ihren souveränen Vertretungseinsatz und beim Marktgemeinderat für die guten Entscheidungen. „Gerade in kontroversen Themen sieht man die Qualität unseres Gremiums am besten“, konstatierte er und wies als Beispiel auf die sachliche, ernst zunehmende und konstruktive Diskussion beim Asyl-Thema hin: „Anderenorts wird bildlich die große Verbal-Keule geschwungen. In Bruckmühl wird gerungen um die beste Lösung. Nicht die Lautstärke und Brutalität des Vortrages zählt, sondern das Argument an sich.“ Richters Dank für das Engagement galt ferner dem Gemeindepersonal, den Referenten und allen ehrenamtlich Tätigen.

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