Bad Feilnbach – Diese Hiobsbotschaft hatte Manfred Eder, Inhaber der Eisdiele San Marco an der Kufsteiner Straße 38 in Bad Feilnbach, im Sommer eiskalt erwischt: Eine Mitarbeiterin soll sich Anfang August die Tageseinnahme gekrallt und anschließend mit dem Auto, das ihr Chef dem Personal zur Verfügung gestellt hatte, aus dem Staub gemacht haben. Die Polizei hat die Ermittlungen übernommen, Geld und Tatverdächtige bleiben aber bis heute verschwunden.
Die Gerüchteküche brodelte im Sommer in Bad Feilnbach, nachdem Kunden der beliebten Eisdiele am hochsommerlichen Maria-Himmelfahrts-Tag, 15. August, vor verschlossenen Türen standen. Zwar hatte der Inhaber auf einer Tafel vor den Räumlichkeiten darauf hingewiesen, aufgrund „Krankheit“ geschlossen zu haben. Doch in der Kommune machte plötzlich das Gerücht die Runde, dass das komplette Personal der Eisdiele hingeworfen hätte.
Fake-News machen die Runde
Was sich letztlich als Fake-News entpuppte, wie Eder damals auf OVB-Anfrage erklärte. Richtig sei zwar, dass das bisherige Personal nicht mehr zur Verfügung stehe, weshalb Eder gemeinsam mit seiner Frau die Eisdiele bis zum Saisonschluss im November als Duo schmeißen musste. Doch das Personal hatte nicht hingeworfen, sondern sich mit den Tageseinnahmen und einem Fahrzeug, das Eder seinen Angestellten zur Verfügung gestellt hatte, aus dem Staub gemacht, wie der Chef zu berichten hatte. Was der Bad Feilnbacher schließlich auch bei der Polizeiinspektion Brannenburg zur Anzeige brachte.
Doch die Ermittlungen gestalten sich schwierig, wie jetzt eine OVB-Nachfrage bei der Polizei ergab. „Es wird wegen des Verdachts der Unterschlagung ermittelt“, teilte eine Sprecherin der Polizei mit. Im Fokus stehe eine 21-jährige Frau aus Portugal, gegen die ein Verfahren eröffnet worden sei. Die Schadenshöhe bezifferten die Ermittler auf rund 2500 Euro.
Fahrzeug bleibt verschwunden
Auch das Auto bleibt weiterhin verschwunden. „Nach dem unterschlagenen Fahrzeug wird zum Zweck der Eigentumssicherung international gefahndet, leider bisher ohne Erfolg“, teilte die Polizeisprecherin mit. „Es besteht der Verdacht, dass sich die Tatverdächtige nach Portugal abgesetzt hat.“ Mittlerweile sei das Verfahren an die zuständige Staatsanwaltschaft Traunstein, Zweigstelle Rosenheim, zur weiteren Entscheidung abgegeben worden.
In der Bad Feilnbacher Eisdiele selbst ist seit Mitte November winterliche Ruhe eingekehrt. Die Räume sind verlassen, der Zugang zur Terrasse ist mit rotem Flatterband abgesperrt. An den Scheiben kleben mehrere Zettel mit einem Dank an die Kunden und dem Hinweis, dass die Eisdiele am 15. Februar 2025 in die neue Saison starten wird. Ob Eder dafür bereits eine neue Mannschaft, wie im August angekündigt, gefunden hat, bleibt zunächst offen. Der Inhaber der Eisdiele war trotz mehrerer Kontaktversuche für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.