Leserforum

Berechtigte Euphorie um das Windrad? Eher Irrsinn am Horizont

von Redaktion

Zum Bericht „Wie das Mega-Windrad im Riedholz Flügel bekommt“ (Lokalteil):

Jetzt bereichert es also unseren Bruckmühler Horizont, das Windrad vom Riedholz. Bei Lichte besehen, ist es weniger eine Bereicherung als ein weiterer und weithin sichtbarer Sargnagel für unsere Industrie und unser aller Wohlstand. Von Bruckmühl aus können wir jetzt täglich die gerade aktuelle Facette dieses Nagels beobachten. Bei laufendem Rad mit Sonnenschein und guter Brise nehmen wir den Riedholz-Strom für im Vergleich sehr teure 11,31 ct/kWh Produktionskosten gerne ab und verramschen ihn für wenige Cent im In- und auch gerne im Ausland. Bei Sonne und Sturm lohnt sich der Blick aufs Windrad besonders: Dreht es sich nicht, ersetzen wir dem Windrad-Betreiber den nicht produzierten Strom. Gott sei Dank läuft das über neue Schulden für unsere Kinder und nicht über einen noch absurderen Endkunden-Strompreis. So merken wir‘s nicht. Dreht sich das Rad, wird es richtig teuer: Dann zahlen wir Unsummen ans Ausland, damit die uns den nutzlosen Strom vom Riedholz abnehmen. Trotzdem kriegt der Riedholz-Betreiber weiterhin die vollen 11,31 ct/kWh. Und bei Inversion, sprich Hochnebel und Windstille wie letzte Woche? Da steht das Windrad an unserem Horizont still, und auch die Räder in Franken und an der Küste drehen sich nicht. Sonnenstrom gibt’s auch keinen, obwohl wir dringend Strom bräuchten. Dann kaufen wir gerne für viel Geld den Atomstrom aus Frankreich und Tschechien und den Kohlestrom aus Polen. Da wird schon mal ein ganzer Euro pro kWh aufgerufen. Was für ein Irrsinn am Bruckmühler Horizont.

Mathilde Stenner

Bruckmühl

Artikel 5 von 11