Bruckmühl – „Fast ein Jahrhundert alt“ lautete im Januar 2024 der Titel des Berichts im Mangfallboten zum 99. Geburtstag von Ursula Maierhofer. Bürgermeister Richard Richter verabschiedete sich damals mit den Worten „dann bis zum nächsten Jahr, zum 100“. Jetzt konnte die Jubilarin ihr 100. Wiegenfest feiern. Das humorvolle Geburtstagskind erblickte in Zobten am Berg in der Nähe vom heute polnischen Breslau das Licht der Welt, wuchs dort auf und ging zur Schule.
Sie verbrachte das damals übliche Pflichtjahr in einem Gemischtwarenladen und absolvierte anschließend eine kaufmännische Lehre in einem Eisenhandelsbetrieb. Danach wurde sie für mehrere Monate zum seinerzeit obligatorischen Arbeitsdienst verpflichtet, den sie auf verschiedenen Bauernhöfen in Schlesien ableistete. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam sie als Vertriebene zunächst nach Österreich und bald darauf nach Heufeld. In den Kriegswirren war sie einige Jahre von ihren Eltern getrennt, die in der damaligen DDR lebten. „Unter dieser Trennung habe ich sehr gelitten, das war sehr schwer für mich“, bekennt sie. 1949 schloss sie mit ihrem Mann Franz den Bund der Ehe, aus dem ein Kind, ein Enkel und zwei Urenkel hervorgingen. Mit ihrem Mann, der 2014 verstarb, baute sie ein Eigenheim in Bruckmühl. Sie arbeitete in der Bayerischen Wolldeckenfabrik und in der Papierfabrik Steinbeis (heute Neenah Gessner). Die Jubilarin ging mit ihrem Franz früher gern in Bruckmühl zum Tanzen – ob ins Waldschlößl“, in den Gasthof „Strangl“ (heute: „Brückenwirt“) oder in den Gasthof „Puff“ (heute „Poseidon“). Außerdem war sie eine „Hausfrau mit Leib und Seele“. Sie kochte, backte und strickte gern und legte zudem großen Wert auf Sauberkeit: Jede Woche putzte sie die Fenster und wusch die Vorhänge.
Mit liebevoller Unterstützung ihrer Enkelin Susanne und einer Nachbarin konnte sie sich bis vor circa einem Dreivierteljahr in ihrer Wohnung selbst versorgen. Nach einem Sturz ist dies nicht mehr möglich und sie zog im Mai 2024 ins Bruckmühler Alten- und Pflegeheim „Blumenwinkl“, wo sie sich gut versorgt fühlt und Anschluss fand. Dazu erhält sie jeden Tag Besuch ihrer Enkelin. Im Kreis ihrer Familie und ihrer Freunde fand dort auch die „Jahrhundertfeier statt“. Bürgermeister Richard Richter gratulierte Ursula Maierhofer im Namen der Marktgemeinde mit einem Präsent und einer Glückwunschkarte mit dem Ausspruch des griechischen Philosophen Sokrates: „Das Glück ist schon da. Es ist in uns. Wir haben es nur vergessen und müssen uns wieder daran erinnern. bjn