„GeZeiten des Lebens“ – Musikalischer Jahreswechsel in Vagen

von Redaktion

Klarinettenensemble und Vokalsextett führen das Publikum durch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Vagen „Da spuit d’Musi“ – mit diesen Worten begrüßte Markus Eham die Besucher des Silvesterkonzerts in der voll besetzten „Goldbach-Philharmonie“ im Vagener Boschnhaus. „GeZeiten des Lebens“ lautete das Motto des Programms, dem sich das Klarinettenensemble „ClariMotion“ mit Brigitte Hafner, Hans Eham, Hans Förg, Reinhard Hausner sowie Michael Stacheter am Kontrabass widmete. Den vokalen Part steuerte das Vokalsextett „ConSonantes“ mit Birgit Schönberger, Judith Müller, Florian Mayr, Mathias Berthel, Markus Eham, Hubert Dobl und Regina Schuller am Klavier bei.

Mit dem Allegro aus der Bläsersinfonie von Johann Christian Bach läutete das Klarinettenensemble schwungvoll den Auftakt des Programms und die letzten Stunden des alten Jahres ein. In drei Teile gegliedert, ließ es die Zuhörer in die „Zeit-Schaukel-Schwebe zwischen den Jahren“ einsteigen: Was war? Was ist? Was kommen mag. Die Musik kann diese Schaukelschwünge trefflich motivieren, ist sie doch verklingende Vergangenheit, erklingende Gegenwart und erwartete Zukunft.

Was war … „Try to remember“ – folge den Erinnerungsspuren deines Herzens – lautete die Einladung des Vokalensembles in dem recht schlicht beginnenden Chorsatz von Harvey Schmidt, der dann harmonisch in ein anspruchsvolles, ungewohntes Terrain führte. Dezent untermalt von drei Klarinetten und Kontrabass, führte samtiger „Close-Harmony-Sound“ vor Ohren, dass die Sänger ihren Namen zurecht gewählt haben.

Das „Canzon Quarta“ von Andrea G. Gabrieli wurde stimmungsvoll von Reinhard Hausner arrangiert. Klangschön und virtuos musizierte „ClariMotion“ das „Caprice for Clarinets“ von Clare Grundmann. Mit dem englischen Weihnachtslied „In the bleak mid-winter“ von Gustav Holst und dem schwungvollen Spiritual „Glorious Kingdom“ beendete das Vokalsextett den ersten Programmteil.

Zwei Vokalstücke aus dem 16. Jahrhundert verbreiteten anschließend Weihnachtsstimmung. „Dies est laetitiae“ – ein Freudentag ist es heute, da der König geboren ist – und „Freu dich, Erd und Sternenzelt“ eröffneten damit den zweiten Teil „Was ist …“ – eine Einladung, im Hier und Jetzt zu leben.

Und auch für diese Lebensart kann die Tonkunst wertvolle Inspiration sein. „Da spuit d’Musi“ – in der vielsagenden Redensart klingt die Faszination fürs Präsens an. Wer Musik macht, ist ganz da, wach für den Einsatz, ganz bei der Sache, damit die, die zuhören, auch ganz dabei sind.

Mit der „Aria pastorella“ und der „Weihnachtsmusik aus Zell“ sowie dem „Largo“ aus der Bläsersinfonie von Johann Christian Bach nahmen die vier Klarinettisten und Michael Stacheter am Kontrabass die Zuhörer stimmungsvoll mit ins Hier und Jetzt der Weihnachtszeit. Den Abschluss des zweiten Teils bildete die „Friedensfeier“, ein berührender Chorsatz, den Florian Mayr zum Text von Auguste Gräfin von Egloffstein geschrieben hat.

Der letzte Teil war dem „Was kommen mag“ gewidmet. Musik und Songs vom Weg, vom Gehen und von Lebenslust stimmten das Publikum auf das neue Jahr ein. Zunächst mit nachdenklicher Note in dem Gedicht von Theresia Hauser „Aufbrechen“, das Markus Eham für Chor, Klavier, Klarinette und Kontrabass vertont hatte. „The Road Home“ von Stephen Paulus und „Gabrielas Song“ aus dem Film „Wie im Himmel“ intensivierten klangvoll den Ton von Zuversicht und Lebenslust. Das Salzburger Divertimento (KV 138) von Wolfgang Amadeus Mozart, virtuos interpretiert von „ClariMotion“, bildete den Übergang zum Ausklang.

Bei „Zeit zum Aufbruch“, einem swingenden Song von Markus Eham, wirkten alle Akteure noch einmal zusammen und unterstrichen die musikalische Botschaft des Silvesterkonzerts, die der Moderator in dem Wunsch zusammenfasste, das neue Jahr möge vom Grundton der Zuversicht, von reichen Klangfarben des Lebens und von der Resonanz berührender Begegnungen geprägt sein. Das Publikum antwortete mit tosendem Applaus und entlockte „ClariMotion“ noch den „Second Waltz“ von Dimitri Schostakowitsch.

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