Bad Aibling – Ursula Davanzo (75) ist die neue Seniorenbeauftragte der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Bad Aibling. Ein attraktives Programm in der AWO-Begegnungsstätte beim Asam-Parkplatz zu bieten und damit auch eine Verjüngung des Ortsverbandes anzustreben, ist ihr erklärtes Ziel. Unter anderem will sie mit dessen rund 80 Mitgliedern in die digitale Welt eintauchen.
Bewährtes nicht vorschnell über Bord zu werfen, aber auch offen für das behutsame Herbeiführen von Veränderungen zu sein: Das ist die Devise, mit der Davanzo ihre Ideen umsetzen will.
Änderung bei
Musikdarbietung
Einen ersten Vorgeschmack darauf bekamen die Besucher der Begegnungsstätte bereits bei der Weihnachtsfeier im vergangenen Jahr, mit der die AWO ihr Programm für 2024 abrundete. Mit Johanna Spitzl sorgte erstmals ein neues Gesicht für die musikalische Unterhaltung der Besucher, es gab auch Neuerungen bei der Saaldekoration und der Programmgestaltung.
„Das wurde gut angenommen“, freut sich die Seniorenbeauftragte. Ihr besonderer Dank galt Barbara Svoboda (76), die laut Davanzo seit mehr als zehn Jahren als „die gute Seele“ der Begegnungsstätte fungiert und ihr den Amtsantritt sehr erleichtert hat. Sie sorge sich nicht nur unermüdlich um das leibliche Wohl der Gäste und schaffe eine Wohlfühl-Atmosphäre, weiß die Seniorenbeauftragte. Fast jeden Wunsch lese sie den Besuchern von den Augen ab.
„Sie hat mich bei der Hand genommen, mir vieles erklärt und mir somit die ersten Schritte in meiner neuen Aufgabe sehr erleichtert“, sagt Davanzo. „Sie macht das Gesellschaftliche, ich kümmere mich um die Küche. Die Zusammenarbeit funktioniert, ich gebe meine Erfahrung gerne weiter“, lässt Barbara Svoboda keinen Zweifel daran, dass eine problemlose Kooperation der beiden Frauen möglich ist.
„Ich möchte ein Team bilden, in dem sich auch junge Leute finden. Das geht am besten mit einem attraktiven Angebot.“ Eine Einschätzung der Seniorenbeauftragten, die Barbara Svoboda teilt. Erste Ideen für weitere programmatische Veränderungen hat Ursula Davanzo bereits entwickelt. So möchte sie beispielsweise den Beginn des traditionellen Grillfestes im Sommer vom Nachmittag auf den Frühabend verlegen. Dass künftig auch Stuhlgymnastik und Stuhltanz angeboten werden, hat sie ebenfalls im Hinterkopf.
Ganz wichtig ist Ursula Davanzo, dass auch die digitale Welt Einzug in die AWO-Begegnungsstätte hält. So soll im Herbst ein Kurs angeboten werden, in dem Senioren wertvolle Tipps für die Handynutzung erhalten. Sich darüber hinaus mit der elektronischen Patientenakte zu beschäftigen, erscheint ihr ebenfalls wichtig. „Vielleicht können wir bei diesen Themen Jung und Alt im Rahmen eines Mehrgenerationenprojektes zusammenbringen“, schwebt ihr vor.
Überlegungen, die auch dem Bad Aiblinger Altbürgermeister Dr. Werner Keitz, der als Schriftführer im AWO-Ortsvorstand fungiert, durchaus gefallen. „Sich mit der Digitalwelt zu befassen, halte ich für einen hochinteressanten und notwendigen Ansatz“, sagte Keitz im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen. Mit dem Betreten des Neulands will Ursula Davanzo einen „Aha-Effekt“ erzeugen, der die Attraktivität der Begegnungsstätte zu erhalten hilft. „Nur so können wir auch Interessenten außerhalb des Vereins gewinnen, die vielleicht auch Mitglied bei uns werden“, beschreibt die Seniorenbeauftragte ihren gedanklichen Ansatz.
Wie bisher soll die Begegnungsstätte an drei Nachmittagen in der Woche zudem mit einem unveränderten Angebot aufwarten. Montags treffen sich die Schafkopfer, am Dienstag steht ein Spielenachmittag für Frauen auf dem Programm, und am Mittwoch trifft sich eine Kaffeerunde.
Neben Ausflügen, einem zünftigen Beisammensein am Faschingsdienstag und dem traditionellen Fischessen am Aschermittwoch stehen im ersten Halbjahr auch einige Vorträge auf dem Programm der AWO. Werner Keitz referiert im April zum Thema „Geheimnisvolles Albanien“ und zeigt auch Bilder von dem Balkan-Land. Dr. Christine Koltermann, die ehemalige Chefärztin für Anästhesie im Krankenhaus Bad Aibling, hält im Juni einen Vortrag zum Thema „Demenz im Alter“.
Die Jahreshauptversammlung des AWO-Ortsvereins am 30. März, in deren Rahmen verdiente Mitglieder geehrt werden, und das Sommerfest im Juli sind weitere Höhepunkte des Halbjahresprogramms. Von Februar bis April findet darüber hinaus achtmal das Gedächtnistraining mit Regina Priller statt. Monika Bescht lädt ab 22. Januar jeweils mittwochs zwischen 19.30 und 21.30 Uhr zum Klöppeln ein.
Regelmäßige
Sprechstunden
Auch Dieter Bräunlich, Seniorenreferent der Stadt Bad Aibling, wird wieder regelmäßiger Gast in der Begegnungsstätte sein. Er hält am 22. Januar ab 16 Uhr seine erste Sprechstunde im neuen Jahr ab. Bräunlich bietet insbesondere Beratung bei sozialen Fragen an, die kostenlos ist.
Die AWO-Begegnungsstätte hält auch er für eine sehr wichtige Einrichtung in der Stadt, die unbedingt erhalten bleiben muss. „Sie ist ein Ankerpunkt für viele Menschen. Das merke ich bei meinen Terminen vor Ort immer wieder. Wenn ihre Bedeutung mit einem innovativen Konzept gesteigert werden soll, ist das aus meiner Sicht nur zu begrüßen“, meint der Stadtrat.