Leserforum

Wird erst reagiert, wenn etwas passiert ist?

von Redaktion

Zum Artikel „Kein Verkehrsspiegel in der Griesgasse/Karolinenstraße“ (Lokalteil):

Mit ihrem Vorschlag, einen Verkehrsspiegel an dieser nicht einsehbaren Ecke anzubringen, ist Frau Müller nicht allein. Zahlreiche Anwohner und Besucher sind ihrer Meinung und sehen hier ebenfalls ein großes Gefahrenpotenzial. Nur langsam, sich schrittweise vortastend und in weitem Bogen kann man um das Eck fahren, will man eine mögliche Kollision vermeiden. Kein Problem sehen die Ordnungsbehörden, da es sich ja um Spielstraßen handle; es gelte Schrittgeschwindigkeit. Die reicht aber an besagter Stelle nicht aus und wird von einem Großteil der Auto- und Radfahrer in der gesamten Straße ohnehin nicht eingehalten. Eine Gefahr für spielende Kinder, Kleinkinder auf Rädern und Laufrädern und Fußgänger (zahlreiche Eisdielenbesucher im Frühling, Sommer und Herbst), die sich ausgerechnet wegen der „Spielstraße“ fälschlicherweise in Sicherheit wähnen. Eine einmalige Verkehrsschau, nach der sich alle Verkehrsteilnehmer vorschriftsmäßig verhalten hätten, in einer halben Stunde und im Winter, ist nicht aussagekräftig!

Die Anbringung eines Spiegels, der von beiden Seiten einsehbar ist, wäre in meinen Augen eine große Hilfe und – gemessen an der realen Gefahr – kein allzu großer Aufwand. Das Gegenargument verblüfft mich: Ein Spiegel hat nur negative Auswirkungen? Ein verzerrtes Bild, Witterungsanfälligkeit und Wartungsbedürftigkeit rufen bei den Fahrern Unaufmerksamkeit hervor? Warum gibt es dann an solchen Stellen überhaupt noch Spiegel in Bad Aibling? Bedeuten diese dann nicht auch ein zusätzliches Risiko und müssten im gesamten Stadtgebiet entfernt werden? Als empörend empfinde ich das Argument: „Es gab im letzten Jahr keinen Unfall.“ Wird erst reagiert, wenn etwas passiert ist?

Karola Schmitz

Bad Aibling

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