Bruckmühl – „Außen hui, innen so lala“, so lässt sich der Zustand der „Kindervilla Kunterbunt“ wohl beschreiben. Aus diesem Grund stand die energetische Generalsanierung der „Kindervilla Kunterbunt“ kürzlich auch im Fokus des Marktgemeinderates. Für die Sanierung der Kindertagesstätte an der Anton-Bruckner-Straße wurden rund 865000 Euro für den Haushalt 2025/26 eingeplant.
Kita ist über
30 Jahre alt
Die Kindertagesstätte blickt mittlerweile auf eine über 30-jährige Historie zurück. Durch die zwischenzeitliche Umnutzung aller Mehrzweck- und Gruppenräume beherbergt sie aktuell 87 Kinder in drei Kindergarten- und einer Krippengruppe.
Vinzenz Schaberl präsentierte die Ergebnisse einer energetischen Prüfung, die gravierende Mängel aufwies. Der Sichtdachstuhl und die großen Fassadenelemente auf der Südseite entsprechen nicht mehr den aktuellen Standards und führen zu hohen Innentemperaturen im Sommer und hohen Heizkosten im Winter. Die Holzfenster sind am Ende ihrer Lebensdauer, Teile der Heizkörper sind defekt und sollten unter dem Gesichtspunkt der Wirkungsgrad-Effizienz ausgetauscht werden. Gleiches gilt für Bodendielen, Parkettböden und Treppenbereiche sowie PVC- und Linoleum-Bodenbeläge. Auch die Sanitärräume, deren Ausstattung, die Gruppenküchen und Garderoben sind sanierungsbedürftig.
Zudem fehlt ein Aufzug für Kinder mit Beeinträchtigungen und zur Essensverteilung.
Kindergartenleitung, Energiemanager, Bautechniker, Kindergartenreferent, die gemeindliche Fachabteilung sowie das Architekturbüro waren sich einig: „Eine Sanierung ist sinnvoll und notwendig, um die gute Bausubstanz zu erhalten.“ Als Glücksfall sah Schaberl den Umstand an, dass in der Zeit der Sanierung die Kinder samt Betreuerteam in den bestehenden Göttinger Kindergartenbau an der Schulstraße umziehen könnten, nachdem die dort untergebrachten Kinder in den neuen „Kindergarten an der Rösnerwiese“ umgezogen sind.
Voraussetzung für Fördermittel ist ein Sanierungskonzept eines zertifizierten Energie-Effizienz-Experten. Letztere Beratungsleistung wäre bei der bereits vorliegenden Angebotssumme von 15500 Euro schon jetzt in Höhe von 4000 Euro zuschussfähig. Abschließend bezifferte der Sachbearbeiter für Hochbau und Bauunterhalt das Gesamtinvestitionsvolumen nach derzeitigem Stand auf 860640 Euro für den Haushalt 2025/26.
In der folgenden Diskussion sprach sich BP-Rat Georg Oswald für einen Abriss mit anschließendem Neubau aus, „alles andere ist Flickschusterei“. Rathauschef Richard Richter (CSU/PW) lehnte dies als „zu teuer“ ab.
Für CSU/PW-Rat Robert Plank war die „Kindervilla Kunterbunt“ klein und fein, aber „deutlich in die Jahre gekommen, hier macht nur eine Sanierung Sinn“. Ähnlich sah dies Wolfgang Huber von den Grünen, sprach sich aber gegen das vorliegende Angebot aus. Er plädierte für eine „kleine beschränkte Ausschreibung“, um Kosten zu sparen.
Georg Reif (BP) schlug eine Komplett-Entkernung des Gebäudes mit anschließendem Neubau vor. Dem erteilte Vinzenz Schaberl eine Absage, „das ist bau- und finanztechnisch eine komplett andere Hausnummer“. Für Josef Staudt (SPD/PU) war vor allem der Aufzug „ein Muss“.
Beseitigung der
Schäden notwendig
Hubert Maier (CSU/PW) sah sich in der Sache hin- und hergerissen, „wenn wir das groß anpacken, machen wir ein mögliches Fass ohne Boden auf, wir können die Folgemaßnahmen nicht abschätzen“. Er prognostizierte Kosten von zwei Millionen Euro und sprach sich für die Erstellung einer Prioritätenliste aus. Diese Sichtweise stützte OLB-Rat Georg Pritzl und betonte die Wichtigkeit der Haushaltslage. Bürgermeister Richard Richter erklärte, „die Verwaltung hat einen Fahrplan, der einzeln abgearbeitet werden kann, wir haben es selber in der Hand, auf jeden Fall müssen die aktuellen Schäden beseitigt werden“.
Im ersten Schritt stimmten die Räte mit 18:3 dem vorliegenden Angebot für ein Sanierungskonzept und dessen Umsetzung zu. Anschließend befürworteten sie mit 19:2 Stimmen die energetische Sanierung der „Kindervilla Kunterbunt“ mit einem Budget in Höhe von 865000 Euro für den Haushalt 2025/26.