Ukrainische Delegation besucht Bad Feilnbach

von Redaktion

Dank für anhaltende Hilfe – Wunsch nach Frieden weiterhin unerfüllt – Hilfsgüter für Moschny und Tscherkassy

Bad Feilnbach – Seit fast drei Jahren herrscht Krieg in der Ukraine. Ebenso lange bestimmen Schreckensbilder von zerstörten Häusern und Infrastrukturen in Städten und Dörfern sowie unsägliches Leid traumatisierter Kinder, Erwachsener und verwundeter Soldaten an den Fronten die Nachrichten in den Medien.

Mit dem Einmarsch russischer Truppen am 24. Februar 2022 flohen Familien mit Kindern, meist nur mit dem Notwendigsten bekleidet und ausgestattet, in Richtung Westen. Unter anderem fanden Ukrainer auch in der Gemeinde Bad Feilnbach eine vorübergehende neue Heimat.

Seit diesen Tagen laufen ständige Hilfslieferungen mit dringend benötigten Sachgütern sowie Geldspenden aus der Bevölkerung. Zentrale Anlaufstelle ist die Ukrainehilfe Bad Feilnbach. Als zuverlässige Bindeglieder fungieren Eugen Thierauf, Vroni Gasteiger, Josef Rauscher und Bürgermeister Max Singer auf Bad Feilnbacher Seite sowie Olena Tanasevych als Dolmetscherin und fürsorglicher guter Geist bei ihren ukrainischen Mitbürgern.

Kürzlich stattete eine mehrköpfige Delegation, unter anderem mit Tamara Duzha, Generalsekretärin vom Büro von Bürgermeister Bogdan Shkarbuta der Gemeinde Moschny, sowie Ljudmila Yehorova, Betreuerin einiger Bataillone an den umkämpften Fronten, der Gemeinde Bad Feilnbach einen Besuch ab. Zum einen nutzten sie die Gelegenheit, gespendete Sachgüter wie Decken, Winterbekleidung, Wolldecken und vieles andere zum Transport nach Moschny und Tscherkassy zu verladen. Aber wichtig war ihnen auch vor allem der Gemeinde Bad Feilnbach, insbesondere den Verantwortlichen der Ukrainehilfe, für die andauernde Spendebereitschaft und Hilfe zu danken. Der Wunsch nach Frieden, den sich die Menschen in den Kriegsgebieten wünschen, blieb bislang unerfüllt. Statt der erhofften Waffenruhe an Weihnachten beschossen die Russen an den besinnlichen Tagen etwa auch Tscherkassy oder Moschny mit Raketen und Drohnen. Krieg aus über 2000 Kilometern Entfernung mitzuerleben, war auch für die im Rathaus anwesenden Bad Feilnbacher außergewöhnlich. Während eines Telefonats mit Bürgermeister Bogdan Shkarbuta waren im Hintergrund Geräusche wie von Raketen zu hören.

Eine in Au lebende ukrainische Familie erzählte von Angehörigen und Freunden, die nach schwerem Artilleriebeschuss Häuser und Hochhäuser im völlig zerstörten Zustand vorfanden. Ständig im Einsatz seien die Einheiten des Katastrophenschutzes, um Menschen mit Seilen aus den zerbombten Objekten zu bergen. Ljudmila Yehorova, die unter großem Risiko an die Fronten fährt, betonte die wichtige Arbeit ihrer Einheiten des Katastrophenschutzes. Sie würdigte auch die kämpfenden Soldaten, die sich als starke Mannschaft von Putins Ziel, die Ukraine völlig zu vernichten, nicht unterkriegen lassen. Hilfreich seien nach wie vor Spenden, etwa zur Beschaffung von Spezialwerkzeug für den Katastrophenschutz oder Gerätschaften und Ausrüstung zur Versorgung und Betreuung von verwundeten Soldaten sowie zivilen Personen, darunter traumatisierte Kinder.

Trotz der katastrophalen Lage wollen die ukrainischen Bürger in ihrer Heimat oder in der Gemeinde Bad Feilnbach die Hoffnung auf Frieden nicht aufgeben. Der Mensch stehe für Demokratie und solle den Sinn und die Werte mit Blick auf ein geschundenes Land nicht verlieren, wie Mitglieder der Delegation mit Verweis auf gebärende Mütter, deren Kinder ihre gefallenen Väter nie kennenlernen werden, mahnten.

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