Bauland für Einheimische

von Redaktion

Hilferuf junger Familien – Gemeinderat Tuntenhausen beschließt neues Baugebiet

Tuntenhausen – Die „Interessengemeinschaft Bauland für Einheimische in Hohenthann“ hatte im Dezember einen Hilferuf an die Gemeinde gerichtet. Darin baten zehn bis 15 junge Familien um bezahlbaren Wohnraum im Ortsteil Hohenthann. „Jetzt und nicht erst in fünf Jahren“, betonten die Antragsteller. Der Antrag wurde nun im Gemeinderat von Tuntenhausen erörtert und positiv beschieden.

Aufstellungsbeschluss
schon 2019 gefasst

Bürgermeister Georg Weigl (CSU) erklärte die aktuelle Lage aus Sicht der Gemeinde. Bereits 2019 habe der Gemeinderat den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Hohenthann-Ost“ gefasst. Als Gebietsbestimmung wurde seinerzeit allgemeines Wohngebiet festgelegt, um das Verfahren nach Paragraf 13 Baugesetzbuch (beschleunigtes Verfahren) durchführen zu können.

Da das Bundesverwaltungsgericht diesen Paragrafen 2023 für nicht mehr anwendbar erklärte, müsse der Bebauungsplan nun im Regelverfahren durchgeführt werden. Dies sei frühestens möglich, sobald der neue Flächennutzungsplan einen fortgeschrittenen Verfahrensstand habe. Der Flächennutzungsplan befindet sich aktuell in der ersten Auslegung und könnte noch in diesem Jahr rechtskräftig werden.

Insgesamt bieten sich laut Weigl zwei Varianten an: ein Gebiet nördlich des Hirschgartens (Variante A) und eines am Singlberg (Variante B). Das Landesentwicklungsprogramm (LEP) sehe vor, in Siedlungsgebieten vorhandene Potenziale der Innenentwicklung vorrangig zu nutzen. Deshalb präferiere die Gemeinde das Gebiet „Am Hirschgarten“. Hier wäre die Erschließung des Baugebiets von drei Seiten aus möglich: südlich über die Straße „Am Hirschgarten“, nördlich über eine Abzweigung der Straße „Im Winkel“ und westlich über eine Zuwegung der Hochfelserstraße. Einziges Manko: Es befinden sich nur zwei Grundstücke im gemeindlichen Eigentum. Weitere Grundstücke könnten jedoch zugunsten der einheimischen Bürger zur Verfügung gestellt werden. Aus Sicht der Verwaltung sollte der Bebauungsplan „Hohenthann-Ost“ aber erst weiterentwickelt werden, sobald das Gebiet nördlich des Hirschgartens eine erhebliche Potenzialausschöpfung aufweist.

Finanzierung aktuell
extrem schwierig

Andreas Gigglinger (CSU/ FW) erkundigte sich nach der Zahl der Familien der Interessengemeinschaft. Thomas Kranz (Liste 83104) wollte wissen, ob die Flächen überhaupt ausreichen und wie der Bedarf im Rest der Gemeinde aussieht. Bürgermeister Weigl erklärte, dass das Einheimischenmodell zwar viele Bewerber habe, das Ganze aber überschaubar sei, da sich die Finanzierung von Bauvorhaben aktuell als extrem schwer erweise.

Der Gemeinderat beschloss einstimmig, die Entwicklung der Innenverdichtungspotenziale im Ortsteil Hohenthann nordwestlich der Straße „Am Hirschgarten“ zugunsten einheimischer Bürger mittels Bauleitplanung weiterzuverfolgen. Die erforderlichen Mittel sollen im Haushaltsplan 2025 bereitgestellt werden.

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