„Unsere Arbeit mit Füßen getreten“

von Redaktion

Immer noch herrscht Fassungslosigkeit im Fall der entwendeten Einnahmen im fünfstelligen Bereich nach der Vorsilvesterparty der Kemater Grama-Burschen. Die Betroffenheit ist nicht nur in der Vorstandschaft groß.

Kematen – Bislang unbekannte Täter hatten in der Nacht auf den 31. Dezember die Heckscheibe eines BWM eingeschlagen und graue Kunststoffboxen mit den Maßen 30 mal 40 mal 30 Zentimeter entwendet, in denen die Einnahmen aus der Vorsilvesterparty des Grama-Vereins Kematen verstaut waren. Die Boxen sollten, wie Mitglieder der Vorstandschaft gegenüber dem Mangfall-Boten erklärten, in der Partynacht kurz zwischengelagert werden und ihren eigentlichen Platz dann gut gesichert beim Kassier haben. Das Auto habe sich direkt am Zelt auf der Stoffel-Wiese östlich der Pfarrkirche St. Martin in Kematen in einem eingezäunten Bereich befunden. Der oder die Diebe mussten einen Zeitraum von wenigen Minuten im Rahmen der Aufräumarbeiten nach 3 Uhr morgens genutzt haben, betonen die Vorstandsmitglieder.

Täter
waren in Eile

Dass die Tat in entsprechender Eile durchgeführt wurde, lassen die zahlreichen Geldscheine vermuten, die die Unbekannten rund um das Fahrzeug liegen haben lassen. Ebenso herrsche nach wie vor die Annahme, dass die Täter ihre Flucht zu Fuß in Richtung Unterloh oder aber Unter- oder Oberpremrain unternommen haben. Angesichts des in der Tatnacht gefrorenen Bodens habe es leider keinerlei aussagekräftige Fußabdrücke oder sonstige Hinweise auf verwertbare Spuren gegeben. Mit solch einer Schandtat hatten weder Vorstandschaft noch Mitglieder nach ihrer friedlich verlaufenen Veranstaltung zum Ausklang des alten Jahres gerechnet, wie Tobias Hingrainer, Vorsitzender des Grama-Vereins, mit betroffener Miene, aber auch Wut im Bauch gegenüber dem Mangfall-Boten erklärt. Ebenso sichtlich mitgenommen sind nach wie vor auch der Zweite Vorsitzende Andreas Grimm und der Zweite Kassier Xaver Schlemmer angesichts dieses traurigsten Vorfalls in der Vereinsgeschichte. 1961 wurde der Grama-Verein beim Weingast in Kematen gegründet. Muntere ledige Burschen zwischen den beiden „Gräben“ (auf bairisch „Grama“) Aubach (im Süden) und Kalten (im Nordwesten) schlossen sich damals zusammen und sind seither fester Bestandteil in der Kemater Dorfgemeinschaft. Der Verein besteht aus ledigen und verheirateten Männern und hat sich als Ziel auf die Fahnen geschrieben, die Gemeinschaft von Jung und Alt innerhalb des Vereinsgebiets zu fördern und mit Einnahmen auch zu unterstützen.

So ist die Vorstandsspitze stolz auf die zahlreichen Besucher bei einem Seniorenfrühstück und auch andere Vorhaben, die sie zum Wohle der Gesellschaft schon unterstützt haben. Umso mehr schmerzt der monetäre Schaden, der durch den gewaltsamen Aufbruch des Fahrzeugs und die Entwendung des Geldes – ein Betrag zwischen 25000 und 30000 Euro – entstanden ist. Und das nach einem gelungenen Fest mit bestens gelaunten Gästen im vollen Zelt gemäß behördlich genehmigter Vorgaben.

An Ausgaben verzeichnen die Burschen für Zelt, Technik, Getränke, Speisen, DJ-Musik und Service nach Eingang aller Rechnungen eine Summe von 15000 Euro, die der gut aufgestellte Verein über Rücklagen deckeln kann, so Hingrainer und Schlemmer. Die ausgesetzte Prämie von 3000 Euro entsprechen gut zehn Prozent, die bei bei der Ergreifung von Täter und Auffinden des gestohlenen Geldes bezahlt werden.

Verein hofft auf
weitere Hinweise

Die Enttäuschung bei den Gramern ist groß, wie Tobias Hingrainer, Andreas Grimm und Xaver Schlemmer abschließend betonen. Sie sähen ihre Vereinsarbeit und ihr Engagement zum Wohle der Allgemeinheit mit Füßen getreten. Der Verein hofft weiterhin auf Hinweise zu verdächtigen Beobachtungen oder Wahrnehmungen, welche die Polizeiinspektion Brannenburg unter Telefon 08034/90680 entgegennimmt.

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