Ein Ort des Lernens und Dialogs

von Redaktion

Volkshochschule Bad Aibling feiert 75-jähriges Bestehen mit einem Festakt

Bad Aibling Im hauseigenen Gesundheitsraum feierte die Volkshochschule (VHS) Bad Aibling kürzlich ihr 75-jähriges Jubiläum mit einem Festakt. Bürgermeister und Vorsitzender Stephan Schlier begrüßte seine Amtskollegen Peter Kloo (Kolbermoor), Max Singer (Bad Feilnbach) und Georg Weigl (Tuntenhausen), die Altbürgermeister Dr. Werner Keitz und Felix Schwaller, Mitglieder des Aiblinger Stadtrats sowie Repräsentanten örtlicher Schulen und benachbarter Volkshochschulen.

Dr. Christian Hörmann, Vorsitzender des bayerischen VHS-Verbands, unterstrich die Wichtigkeit des Erhalts der freiheitlichen Demokratie. „Sie alle hier tun das, indem Sie sich im Kontext der Volkshochschule engagieren“, attestierte er. „Ist die Demokratie gefährdet, ist letztlich auch die Freiheit der Bildung gefährdet. Die Bildungsfreiheit ist eine der zentralen Grundlagen für unsere demokratische Kultur.“ Er wies darauf hin, dass in der bayerischen Verfassung von 1946 der Passus „Volkshochschulen sind staatlich zu fördern“ verankert ist. „Veranstaltungen der Volkshochschule sind eine wichtige, für mich unverzichtbare Keimzelle für gelebte demokratische Kultur“, konstatierte er.

Zur Zukunft der Volkshochschulen merkte er an: „Wir versuchen als Verband, über unser Struktur-Förderungsprogramm Volkshochschulen anzuregen, gemeinsam in einem Verbund Synergie-Effekte zu schaffen. Zukunftsfest müssen wir aber nur die Strukturen machen, die Idee ist unverändert aktuell und wichtiger denn je: Zugang zu Bildung für Menschen aus allen Milieus ist und bleibt essenzieller Bestandteil unserer demokratischen Gesellschaft. Ich wünsche Ihnen hier in Bad Aibling eine stabile, kreative, umtriebige, gelegentlich vielleicht auch unbequeme, aber immer zukunftsorientierte Volkshochschule in den nächsten 75 Jahren.“

Wertvolle
Bildungseinrichtung

Bürgermeister Stephan Schlier blickte in seiner Festrede auf die Anfänge der Institution zurück, die in ihrer Geschichte zu einer der wertvollsten Bildungseinrichtungen in der Region wurde. „Die VHS Bad Aibling hat sich aber auch als Zentrum der Begegnung und des Austauschs etabliert“, stellte er fest. „Besonders bemerkenswert ist, wie die VHS Bad Aibling immer wieder auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen reagiert hat. Sie hat sich den Herausforderungen stets gestellt und ermöglicht es uns heute, auch online zu lernen und unser Wissen zu erweitern. Das ist nur ein Beispiel für ihre Flexibilität und Innovationskraft.“

Er dankte allen Kursleitenden, Mitarbeitenden und Teilnehmenden für ihr Engagement. Sein besonderer Dank galt Birgit Scheuer, die die VHS seit 2018 leitet. „Unter ihrer engagierten Leistung hat sich die VHS kontinuierlich weiterentwickelt und sich den jeweils aktuellen Herausforderungen voller Erfolg angepasst.“

Geschäftsführerin Birgit Scheuer wies in ihrer Rede auf die Entwicklungsschritte der Technik in 75 Jahren hin: „Von den ersten Festnetztelefonen und mechanischen Schreibmaschinen bis hin zu Smartphones, digitalen Tafeln und künstlicher Intelligenz.“ Neben den Kursprogrammen hätten sich unter anderem auch das Anmeldeverfahren und die Dozentensuche entwickelt. „Doch das Herz unserer VHS bleibt dasselbe: es geht darum, zugleich Lernort, Gestaltungsort und sozialer und kultureller Treffpunkt für alle zu sein. In dieser Tradition blicken wir optimistisch in die Zukunft – auf viele weitere Jahre voller spannender Kurse, neuer Ideen und vor allem: viel Begegnung.“

Flamenco
und Chansons

In den Festakt eingebettet waren zwei künstlerische Beiträge: Paco Espada legte einen Flamenco aufs Parkett und erklärte anschließend im Interview mit Fachbereichsleiterin Natalie Tomlinson-Kurz, wie er als Flamenco-Dozent zur VHS kam. Danach folgte der Auftritt von Salome Kammer mit dem Titel „Chansons Bizarres“. Am E-Piano von Peter Ludwig begleitet, unternahm die Sängerin einen Streifzug durch mehrere Jahrzehnte des Münchener VHS-Programms. Die mit Ironie besungene Kurs-Palette erstreckte sich von der Origami-Kunst („es reicht ein 20-Euro-Schein“) und der Verbindung von Fremdsprachen mit Kulinarik („primo, secondo, dulce“) über Psychologisches („Kennen Sie die Angst, sich zu blamieren?“) bis zu den Paartanz-Basics für Männer. Den kräftigen Applaus des begeisterten Publikums belohnte sie mit der Zugabe „Teddybären selbstgemacht und handgenäht“.

Stephan Schlier stellte in seinem Schlusswort die Frage „Was kommt in den nächsten 75 VHS-Jahren?“ und gab darauf auch gleich eine Antwort: „Die VHS wird auch in Zukunft ein Ort des Lernens und des Dialogs sein.“

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