Hochwasserschutzmaßnahmen gebilligt

von Redaktion

Bruckmühl investiert über 6,5 Millionen Euro in Mammut-Projekt

Bruckmühl – Der Marktgemeinderat geht seinen eingeschlagenen Weg der Hochwasserschutzmaßnahmen für den südlichen Gemeindeteil weiter. Das Kommunalplenum billigte nach 105 Minuten intensiver Beratung einstimmig die Machbarkeitsstudie samt darin enthaltenen geplanten Maßnahmen für den Abschnitt 1. Das prognostizierte Finanzvolumen beläuft sich auf 6,59 Millionen Euro ohne Grunderwerb.

Aus Katastrophe
von 2021 gelernt

Zur Ausgangslage: Im Gemeindebereich traten im Juli 2021 in Folge eines Starkregenereignisses Überflutungen in den südlich der Mangfall gelegenen Ortsteilen auf. Letztere kamen aus der Kombination von sturzflutartigem Hochwasser und wild abfließendem Hangwasser des nördlichen Irschenbergs zustande, was teils zu immensen Schäden an Gebäuden und Infrastruktur führte.

Daraufhin entschied sich der Markt Bruckmühl im Oktober letzten Jahres für die Erstellung eines integralen Konzepts zum kommunalen Sturzflut-Risikomanagement. Damit sollen unterschiedliche Möglichkeiten zur Umsetzung von Maßnahmen zum Hochwasserschutz aufgezeigt werden. Aufgrund der Projektgröße wurden die Hochwasserschutzplanungen in zwei Abschnitte aufgeteilt. Aktuell präsentierte das Ingenieurbüro WipflerPlan das Ergebnis für den Abschnitt 1 (Hainerbach und Goldbach Mittenkirchen, Waither Graben und Hainerbach Linden). Basis für die von Dr. Thomas Büche vorgestellten Detailberechnungen war ein 100-jährliches Hochwasser mit einem 15-prozentigen Klimaaufschlag.

Der Fachplaner erläuterte dem Ratsplenum und den knapp 80 interessierten Bürgern anhand von Gefährdungsmodellen mit authentischen Überflutungssituationen und -szenarien verschiedene Bausteine des konzipierten Sturzflut-Risikomanagements. Bei der Bestandsanalyse ging es um die bereits erkannten Gefahrenstellen aus den zurückliegenden Hochwasser- und Starkregenereignissen.

Darauf baute im zweiten Schritt die Gefahrenermittlung auf: Was kann bei verschiedenen Niederschlagsszenarien wo passieren? Dazu gehörten auch Probleme durch die natürlichen Hangwasserzuflüsse des nördlichen Irschenbergs unter Einbeziehung der bestehenden Wasserableitung der Bäche. Beim dritten Baustein wurde die Gefahren- und Risikobeurteilung differenziert: „Was darf wo nicht passieren und was kann wo zugelassen werden“. Dem folgte bei Schritt vier die darauf basierende konzeptionelle Umsetzung von aufeinander aufbauenden Maßnahmen. Dazu gehörten Rückhaltebecken samt Volumengrößen an neuralgischen Berghängen, Drosselbauwerke, der Gewässerausbau, Wegeerhöhungen oder Geländemodellierungen, Flutmulden sowie Brückenanpassungen und Schutzlinien als Häuserschutz.

Abschließend stand unter der Überschrift „Integrale Strategie“ noch die Frage auf der Agenda, wie sich die getroffenen Maßnahmen positiv auf die Risikosituation auswirken. Schon während der detaillierten Ausführungen war für alle Beteiligten und Zuhörer klar, dass es sich hierbei um ein „Mammutprojekt“ handelt, bei dem die unterschiedlichsten Schutzmaßnahmen im engen Schulterschluss zusammengeführt werden müssen, und das die Marktgemeinde und ihre Bürger sicherlich noch etliche Jahre beschäftigen wird.

„Hier geht es nur um ein schlüssiges Gesamtkonzept von Mittenkirchen über Linden und Götting bis nach Ober-Staudhausen“, lautete das Fazit des Planers. Rathauschef Richard Richter, CSU/PW, wollte sich trotz einer anzustrebenden zügigen Umsetzung kein zu enges Zeitkorsett anlegen. Er plädierte für ein zielgerichtetes Abarbeiten der wichtigen Teilabschnitte.

Dimension
kaum vorstellbar

Michael Stahuber, CSU/PW, sah ein Riesenprojekt vor sich, das in seiner Dimension nur schwer vorstellbar und umsetzbar sei. Probleme sah er bei der angedachten Wasserableitung von Mittenkirchen nach Ried.

Für seinen Fraktionskollegen Hubert Maier gab es keinen Zweifel: „Wir haben hier einiges vor der Brust und müssen jetzt die Maßnahmen anpacken, die wir uns leisten können.“ Wichtig war für den CSU/PW-Rat, dass das Wasser erst gar nicht bis zur Bebauungsgrenze kommt.

In Summe billigte das Ratsplenum einstimmig die Machbarkeitsstudie und beauftragte die Verwaltung mit der Erstellung einer Vorentwurfsplanung samt notwendigen Grundstücksverhandlungen.

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