Bad Aibling – Seit Kurzem sind die drei Zugänge zu den öffentlichen Toiletten am Aiblinger Bahnhof mit großen Holzplatten versperrt. In schwarzer Schrift auf weißen Zetteln weist die Stadt, die die Anlage bislang zur Verfügung stellte, darauf hin, dass die Toiletten „bis auf Weiteres“ gesperrt sind. Jetzt steht fest: „Bis auf Weiteres“ bedeutet „endgültig“. Diese Entscheidung traf der Aiblinger Hauptverwaltungsausschuss in seiner jüngsten nichtöffentlichen Sitzung.
Die Schließung der Anlage im Dezember war – anders als in vielen anderen Kommunen – nicht aufgrund von Vandalismus oder ausufernder Verschmutzung erforderlich geworden. Der Grund war vielmehr einerseits der Zustand, in dem sich der Bau gegenüber dem Hintereingang des Bahnhofsgebäudes befindet, und andererseits der auslaufende Mietvertrag, den die Stadt dafür geschlossen hatte.
So stand man nun vor der Entscheidung, die Toiletten für eine geschätzte Summe zwischen 15000 und 20000 Euro wieder instand zu setzen und den Mietvertrag zu verlängern oder den Standort ganz zu schließen.
Der Ausschuss entschloss sich letztlich für die Schließung und gegen die Investition. Nicht zuletzt angesichts der sehr angespannten finanziellen Situation, in der sich die Stadt Bad Aibling aktuell befindet und in der jede Ausgabe auf den Prüfstand kommt, wie aus dem Rathaus zu erfahren war.
Denn die Gesamtkosten wären in den Augen des Gremiums zu hoch gewesen. Zu den Sanierungskosten und den Mietausgaben, bei denen zudem eine Erhöhung im Raum gestanden sei, kämen allein für diesen Standort auch jährliche Reinigungs- und Wartungskosten in Höhe von rund 18000 Euro hinzu.
Was man mittlerweile nachgeholt hat, ist an den versperrten Zugängen jeweils noch Hinweise anzubringen, wo die nächstgelegenen öffentlichen Toiletten zu finden sind. In der Stadt bleiben die öffentlichen WC-Anlagen am Haus des Gastes am Wilhelm-Leibl-Platz, am Marienplatz hinter dem Rathaus sowie auf dem Parkplatz am Kurpark an der Rosenheimer Straße übrig.
Die Reinigungskosten, die für diese Anlagen anfallen, bewegen sich jeweils auch im fünfstelligen Bereich.
Und nicht zuletzt, weil bei der Stadt seit Schließung der Toilettenanlage am Bahnhof keinerlei Beschwerden und nur eine einzige Nachfrage wegen einer möglichen Aufstellung eines Toilettencontainers eingegangen seien, seien im Moment auch keine Alternativen angedacht. Eva Lagler