Bad Aibling – Es gab in der Vergangenheit auch schon Diskussionen im Aiblinger Stadtrat über das Thema Tierfriedhof auf dem städtischen Friedhof. Während beispielsweise Grünen-Rätin Irene Durukan die Diskussion angestoßen hatte, weil es viele Menschen gebe, die ein Haustier haben und sich nach dessen Tod einen offiziellen Ort für dessen Bestattung wünschten, den sie immer wieder aufsuchen können, gab es zwar Ratskollegen, die Verständnis dafür hatten, aber durchaus Zweifel anmeldeten.
Umnutzung
ist nicht zulässig
So befürchtete etwa Richard Lechner (SPD) „Unfrieden, wenn wir für diese Zwecke Flächen ausweisen. Man stelle sich vor, es findet gerade eine Bestattung eines Menschen statt und dann kommt ein anderer Trauerzug mit seinem Meerschweinchen vorbei“. Dem hatte unter anderem auch Rudi Gebhart (ÜW) beigepflichtet. Ebenso plädierte BP-Rat Florian Weber für eine Trennung der Bereiche. „Nur weil man etwas nicht kennt, sollte man nicht gleich dagegen sein“, war damals Durukans Reaktion.
Bürgermeister Stephan Schlier (CSU) klärte über den weitergehenden Sachverhalt auf, zu dem die Stadt Bad Aibling auch das Gesundheitsamt im Landratsamt Rosenheim befragt habe. Demzufolge sei eine Neuausweisung ebenso wie eine Umnutzung oder Umwidmung einer Sektion für Tierbestattungen innerhalb des bestehenden städtischen Friedhofs „aus bestattungsrechtlicher Sicht unzulässig“. Der Friedhof dient nach dem Friedhofs- und Bestattungsrecht in Bayern ausschließlich der Bestattung von Menschen.
Wie Schlier erläuterte, sei der städtische Friedhof in eine Vielzahl an Sektionen aufgeteilt. „Eine Abtrennung eines Friedhofsteils am Rande des gesamten Areals ist nicht möglich, da es keine Sektionen gibt, in welchen die Ruhefristen und Grabnutzungsrechte bereits vollständig abgelaufen sind oder in naher Zukunft ablaufen und nicht mehr verlängert werden.“ Doch gebe es noch weitere Faktoren zu beachten. Aktuell würden bereits aufgelöste Gräber in einigen Sektionen nicht neu vergeben, um größere freie Flächen für die Vereinfachung der Pflege zu schaffen. Eine Sektion, in der in absehbarer Zeit alle Gräber aufgegeben werden, sei zum einen nicht ersichtlich und zum anderen auch unwahrscheinlich, erklärte der Bürgermeister. Abgesehen davon, dass für Tierbestattungen schließlich auch neue personelle Kapazitäten erforderlich wären. So würde eine Fachfirma beziehungsweise ein Vertragspartner benötigt, der die Bestattungsverrichtungen der eingeäscherten Tiere übernimmt. Die Aiblinger Friedhofsverwaltung hatte ihm zufolge aber auch mit einem privaten Anbieter für Tierbestattungen in Rosenheim gesprochen und dabei in Erfahrung gebracht, „dass die Nachfrage für Tierbestattungen stark rückläufig ist“. Zudem habe sogar in der Landeshauptstadt München einer von zwei Tierfriedhöfen mittlerweile geschlossen. Auch bei der Friedhofsverwaltung der Stadt Bad Aibling habe es bis dato keine einzige Anfrage bezüglich einer Tierbestattung gegeben, berichtete Schlier.