Nach dem Kennenlernen klopfte nur noch das Herz

von Redaktion

Johann und Emma Widmann feiern 65. Hochzeitstag – Glückwünsche vom Bundespräsidenten

Heufeldmühle – Johann und Emma Widmann feierten kürzlich ihre eiserne Hochzeit und erhielten Glückwünsche von höchster Stelle. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier schrieb ihnen: „Das besondere Glück, die eiserne Hochzeit feiern zu können, wird nur wenigen zuteil. Zu diesem Festtag möchte ich Ihnen von Herzen gratulieren. Meine besten Wünsche begleiten Sie auf Ihrem weiteren Lebensweg.“

Mit zwei Kindern und vier Enkeln sowie zahlreichen weiteren Gratulanten feierte das Jubelpaar seinen 65. Hochzeitstag in ihrem Haus in Heufeldmühle. Als die beiden 1960 den Bund der Ehe schlossen, war der Bräutigam 20, die Braut 18 Jahre alt. Da die Volljährigkeit erst 1975 von 21 auf 18 Jahre herabgesetzt wurde, benötigten sie eine Sondergenehmigung. Diese erhielten sie, da Emma Widmann zu dieser Zeit mit dem ersten Kind schwanger war. Johann Widmann, genannt Hans, ist gebürtiger Bruckmühler. Nach der Schule arbeitete er zunächst auf dem Bau, bevor er eine Ausbildung zum Feinmechaniker und Elektroschweißer absolvierte. Anschließend war er 30 Jahre lang, bis zu seiner Rente, bei der Firma Ruf in Höhenkirchen tätig, zuletzt als Produktmanager. Seine Frau Emma wurde in Maguaboly, Ungarn, geboren und zog 1944 mit ihrer Familie nach Bayern. Sie besuchte die Haushaltsschule und arbeitete im Lebensmittelgeschäft Wieser in der Bruckmühler Sudetenstraße. Über diesem Geschäft wohnte ihr späterer Mann, der dort fleißig Musik machte. Was bei Emma zunächst nicht auf Begeisterung stieß und sie ihren Unmut über den Lärm auch durch Klopfen kundtat. Doch nach dem Kennenlernen 1958 klopfte bald nur noch ihr Herz.

1980 bauten sich die beiden ihr Haus in der Gottlob-Weiler-Straße. Emma Widmann arbeitete 46 Jahre lang bei der Bäckerei Anders. Ihr über Jahrzehnte größtes Hobby, Kochen und Backen, hat sie etwas reduziert, dem Einkochen widmet sie sich aber noch immer leidenschaftlich.

Ihr Mann liebt seit seiner Jugend die Musik. Er spielt Akkordeon, Keyboard und Gitarre. Er war lange in der „College“-Band und als Alleinunterhalter unterwegs. Daneben komponiert er und hat fast 300 Titel geschrieben – von Volksmusik über Schlager bis Rock. Außerdem ist er leidenschaftlicher Heimwerker, züchtet Pflanzen in seinem Treibhaus und ist Mitglied beim Trachtenverein „D’Wendlstoana“ sowie beim VdK. Bis vor wenigen Jahren war er oft in den umliegenden Wäldern beim Schwammerlsuchen unterwegs. Mit Unterstützung von Sohn Peter lebt das Paar noch immer im eigenen Haushalt.

Bürgermeister Richard Richter wünschte dem Jubelpaar noch viele gemeinsame, glückliche und gesunde Jahre und gratulierte im Namen der Marktgemeinde mit einer Orchidee, einem Genusskorb und dem Buch „Goldohrring und Bajuwarenschwert“. Als Dankeschön spielte und sang Hans Widmann das selbst komponierte Lied „Geh lass ma doch mei Ruah“, was sich natürlich nicht auf den Besuch des Bürgermeisters bezog.

Auch der bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder schickte einen Gratulationsbrief: „Eine Ehe ist zu Beginn etwas Neues und Aufregendes und, wenn sie so lange währt, die wunderbare Bestätigung einer großen Liebe.“ Blumen und schriftliche Glückwünsche kamen zudem von Landrat Otto Lederer. bjn

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