Bad Aibling – Zum Abschluss der Max-Mannheimer-Kulturtage wird der Regisseur Michael Stacheder aus dem Roman „Die Eingeborenen von Maria Blut“ von Maria Lazar lesen. Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 12. Februar, um 19.30 Uhr in der Aula der St.-Georg-Schule statt. Laut Veranstalter wird Stacheder zusammen mit dem Wiener Verleger Albert C. Eibl das Werk der österreichischen Schriftstellerin vorstellen, einer Zeitgenossin Ödön von Horváths.
Der Roman, der in den 30er-Jahren im österreichischen Maria Blut spielt, thematisiert die schleichende Ausbreitung der NS-Ideologie in einem beschaulichen Kurort. Auf den Straßen, am Marktplatz und in der Kirche wird getuschelt: Hat dieser oder jener nicht eine Halbjüdin als Mutter? In nur wenigen Monaten spitzt sich die Lage zu: Radikalisierte Männergruppen paradieren durch die Straßen und skandieren: „Heil! Heil!“. Wunderheiler und falsche Propheten tauchen auf und verkünden den bevorstehenden Weltuntergang, deklassierte Adelige schimpfen auf die „Saurepublik“, und schließlich steht auch noch die örtliche Konservenfabrik in Flammen. Maria Lazar schrieb das Werk im dänischen Exil und veröffentlichte Auszüge 1937 in der Exilzeitschrift „Das Wort“ von Bertolt Brecht. Nach rund 60 Jahren wurde das Werk nun einem neuen Publikum zugänglich gemacht.
Karten für die Lesung können für 12 Euro per E-Mail an info@max-mannheimer-kulturtage.de reserviert und an der Abendkasse abgeholt werden. Die Veranstaltung wird vom Verein Max-Mannheimer-Kulturtage in Zusammenarbeit mit der Stadt und weiteren Organisationen durchgeführt.