Infektionswelle gut gemeistert

von Redaktion

Zahlen in manchen Schulen „besorgniserregend“ – Dringender Appell an Eltern

Bad Feilnbach – Masken, Mindestabstand, Hygienemaßnahmen? Schlagworte wie diese versetzen einen gedanklich rasch in eine Zeit zurück, in der man Geschäfte nicht ohne Mund-Nasen-Schutz betreten, in der man sich nur mit einer begrenzten Anzahl an Personen treffen durfte. Und in eine Zeit, in der Schüler nicht wie gewöhnlich im Klassenzimmer unterrichtet werden konnten. Jene Einschränkung erlebten jedoch, Jahre nach der Corona-Pandemie, erneut zahlreiche Kinder in Bad Feilnbach.

In Absprache mit
den Schulleitungen

Nachdem im Januar eine „ungewöhnlich große Anzahl“ an Schülern mit akuten Atemwegsinfektionen erkrankt war, wie das Gesundheitsamt damals erklärte, entschied man sich für weitreichende Maßnahmen an der Grund- und Mittelschule, die für einige Klassen sogar Distanzunterricht bedeuteten. Ein schwerer Schritt, den man sich nicht leicht gemacht habe, erklärt hierzu Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Rosenheimer Gesundheitsamts. „Die Anordnung erfolgte unter gewissenhafter Prüfung des Einzelfalls in enger Zusammenarbeit mit dem Schulamt und den beiden Schulleitungen“, sagt Hierl und meint damit neben Bad Feilnbach auch die Otfried-Preußler-Schule in Stephanskirchen, wo ebenfalls Distanzunterricht angeordnet wurde. Seit dem 3. Februar findet der Unterricht wieder in Präsenz statt. Das bestätigt auch die Feilnbacher Schulleiterin Kirsten Widmann gegenüber dem Mangfall-Boten. „Das Infektionsgeschehen an der Leo-von-Welden-Schule hat sich seit dem Wochenende beruhigt.“ Am vergangenen Montag konnten sich so auch die letzten beiden Klassen vom Distanzunterricht verabschieden, erklärt sie. „Darüber sind wir alle sehr froh.“

Laut der Rektorin konnte die Zeit des Distanzunterrichtes vor allem durch die „gute und zielgerichtete Zusammenarbeit innerhalb der Schulfamilie, also allen Lehrern, Eltern und Schülern, gut bewältigt werden“. Widmanns besonderer Dank gilt dabei den Eltern der Klasse 3b für deren tatkräftige Unterstützung von zu Hause aus. „Für diese Grundschulklasse war der Unterricht über eine Videokonferenz noch ziemliches Neuland“, sagt Widmann. Als sich alle zusammen zum ersten Mal im „Digitalen Morgenkreis“ begrüßen konnten, „war das schon ein besonderes Erlebnis“, so die Schulleiterin. Widmann weiter: „Positiv gesprochen konnten wir hier digitale Bildung konkret voranbringen.“

Gegenüber dem Mangfall-Boten erklärte Sibylle Gaßner-Nickl, Pressesprecherin des Landratsamtes Rosenheim, dass die kurzfristige Unterbrechung des Präsenzunterrichts der Unterbrechung der Infektionsübertragungen in den betroffenen Einrichtungen diente und dazu beitragen sollte, dass vulnerable Personen unter den Schülern, Lehrkräften, Eltern, Angehörigen und im Bekanntenkreis sich möglichst nicht anstecken und schwer erkranken. „Sie diente auch dazu, den Schulbetrieb insgesamt aufrechtzuerhalten“, so Gaßner-Nickl. Seitdem seien die Infektionszahlen deutlich zurückgegangen. Dies beobachte man generell in den gemeldeten Bildungseinrichtungen in Stadt und Landkreis Rosenheim. Ein positiver Trend vor dem Hintergrund der jüngsten Herausforderungen. „Einige Schulen haben sich aufgrund der hohen Erkrankungszahlen in den vorherigen beiden Wochen hilfesuchend an das Gesundheitsamt gewandt“, berichtet Gaßner-Nickl. Teilweise seien bis zu einem Drittel der Schüler erkrankt gewesen. „In einzelnen Klassen waren die Infektionszahlen besorgniserregend hoch, hier waren bis zur Hälfte der Schüler erkrankt.“

Kranke Kinder
zu Hause lassen

Gemeinsam mit den Schulleitungen und dem Schulamt habe man deshalb notwendige Hygienemaßnahmen besprochen. Der Distanzunterricht an den Schulen in Bad Feilnbach und Stephanskirchen wurde darüber hinaus durch das Gesundheitsamt „punktuell“ für wenige Klassen und befristet für kurze Zeit angeordnet. Derzeit beabsichtige man in Abstimmung mit den Schulen, von weiterem Distanzunterricht abzusehen und die Einrichtungen intensiv zu beraten, wie sich die Erkrankungswelle mit Anwendung der allgemeinen Hygieneregeln weiter eindämmen lässt. „In diesem Zusammenhang appellieren wir an die Eltern, Kinder mit Krankheitssymptomen zu Hause zu lassen, um die Ausbreitung der Infektion zu verhindern“, so Hierl.

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