Feldkirchen/Unterlaus – Ein Riss im Deckengewölbe zwischen Empore und Altarraum stellt eine Gefahr dar, deshalb ist die Kirche St. Vitus in Unterlaus seit Mitte November vergangenen Jahres für Besucher gesperrt. Jetzt gibt es Hoffnung, dass bereits zu Ostern wieder Gottesdienste in dem Gebäude gefeiert werden können.
Circa 1,50 Meter lang mit kleinen Verästelungen und „gut sichtbar“: So beschreibt der zuständige Kirchenpfleger Johann Stahuber das Problem mit dem Mauerwerk des Gotteshauses, das dem Pfarrverband Feldkirchen-Höhenrain-Laus noch länger Kopfzerbrechen bereiten dürfte. Noch ist nicht klar, welche Ursachen den Schäden zugrundeliegen. Deshalb gebe es laut Kirchenpfleger derzeit auch keinen Sanierungsplan, auch zu den anfallenden Kosten könne man im Moment keine konkreten Aussagen treffen.
Rasche Reaktion
im Pfarrverband
Fakt ist, dass der Statiker, der am 20. November 2024 die schadhaften Putz- und Stuckstrukturen im Bereich des Risses untersucht hat, in der Ersteinschätzung mit dem Baufachmann des Ordinariats übereinstimmt. Beide erachteten laut Stahuber aus Sicherheitsgründen „eine sofortige Sperrung“ des Gebäudes als notwendig. Die wurde dann auch unverzüglich angeordnet, seither weist ein Anschlag an der Kirchentür auf diesen Umstand hin. „Wenn Teile des schadhaften Gewölbes herunterfallen sollten, bestünde für Kirchenbesucher eine erhebliche Gefahr. Dieses Risiko kann niemand eingehen“, sagt Stahuber zur Schließung des Bauwerks.
Im Pfarrverband hat man auf die Situation rasch reagiert. Die Gottesdienste finden während der Sperrung im Pfarrheim statt, der Kriegerjahrtag wurde in die Feuerwehrhalle verlegt. Geht es nach dem Kirchenpfleger, ist diese Form des Improvisierens bis Ostern Geschichte. „Es ist unser Hauptziel, dass die Kirche bis dahin wieder geöffnet werden kann“, erläutert der Kirchenpfleger.
Möglich machen soll dies eine sogenannte Notsicherung in Form einer stabilen Plattform. Sie soll auf Höhe der Zugstangen zwischen Empore und Chorbogen eingebaut werden und das Gewölbe stabilisieren. Die Kosten für diese Sofortmaßnahme schätzt Stahuber auf etwa 15000 bis 20000 Euro. Das benötigte Geld könne die Pfarrgemeinde aus den Rücklagen aufbringen. Die Plattform ist dann auch Grundlage für die notwendigen weitergehenden Untersuchungen, die unter Aufsicht des beauftragten Statikers nach Ostern erfolgen sollen. Unter anderem soll mit einer Sondenmessung im betroffenen Bereich auf der Südseite der Kirche festgestellt werden, ob eventuell eine Setzung im Fundament für den Riss verantwortlich ist.
Von Vorteil sei laut Stahuber auf jeden Fall, dass der beauftragte Statiker bereits einmal eine Rissbildung in diesem Bereich untersucht habe. Dies sei zur Zeit der Kirchenrenovierung um das Jahr 1998 herum gewesen, erinnert sich der Kirchenpfleger. Die Unterlagen zu den damaligen Erkenntnissen lägen noch vor. Errichtet wurde die Kirche in der spätgotischen Zeit im 15. Jahrhundert. Ihre Innenausstattung wurde im 16. und 17. Jahrhundert barockisiert.
„Der Riss wurde zwar damals verschlossen, hat sich aber im Laufe der Jahre wieder ausgebildet. Auf jeden Fall ist der Schaden nicht schlagartig entstanden“, sagt Stahuber zur aktuellen Problemstellung.
Ergebnis abwarten
Verwaltungsleiter Michael Liegl vom Pfarrverband Feldkirchen-Höhenrain-Laus ist sich mit dem Kirchenpfleger einig, dass jetzt erst einmal das Ergebnis der Detailuntersuchungen abgewartet werden müsse. „Erst dann wissen wir, was auf uns zukommt, und können eine seriöse Kostenberechnung erstellen“, sagt Liegl.
Die sei dann die Grundlage für einen Zuschussantrag an das Ordinariat. „Da werden wir natürlich auch die Notsicherung aufführen“, so Liegl. Wenn es auch noch keine belastbaren Zahlen gibt, stimmt der Verwaltungsleiter einer Einschätzung des Kirchenpflegers durchaus zu. „Ich denke, wir werden schon eine sechsstellige Summe aufwenden müssen“, sagt Johann Stahuber.