Bruckmühl – Mit Elke Dreier, Florian Ecker, Tina Haase, Ute Heim und Florian Lechner hat sich ein Quintett von Kunstschaffenden für die Ausstellung „Die Asymmetrie der Stille“ in der Galerie Markt Bruckmühl zusammengetan. „Was diese fünf Künstlerinnen und Künstler verbindet, ist zum einen die gemeinsame Arbeit am Lehrstuhl für Bildende Kunst an der Technischen Universität München, dessen Ordinaria Professorin Tina Haase von 2007 bis 2024 war“, erläuterte Franz Schneider in seiner Einführungsrede. Darüber hinaus verbinde die Künstler bei aller Unterschiedlichkeit in den künstlerischen Ausdrucksweisen ein behutsames Ausloten von Räumen, betonte er. Der Ausstellungstitel beziehe sich zunächst auf den Ausstellungsraum selbst, auf den bergenden, aber auch den öffentlichen Charakter dieser Galerie, ein Haus, das gefühlt von einer Symmetrie gekennzeichnet ist, die zwar leicht verschoben sei, aber gerade dadurch als solche empfunden werde, so der Vorsitzende der „Neuen Galerie Landshut“, der die Arbeitsweisen der Ausstellenden bei den Exponaten schilderte. „So sind etwa die perfekt komponierten Material-Kollagen und Objekt-Kompilationen von Tina Haase bei näherem Betrachten von leichten Verschiebungen, Unregelmäßigkeiten und Fehlstellen gekennzeichnet. Diese ergeben sich daraus, dass das verwendete Material fast immer bereits in Gebrauch war, nutzlos geworden ist und anstatt weggeworfen zu werden, einer neuen Verwendung zugeführt wird“, beschrieb er. Bei der Bodenarbeit von Florian Ecker denke man an überdimensionierte bunte Puzzleteile, die man verschieben oder zusammensetzen möchte – und damit sei man als Betrachter auch schon mitten in einer aktiven Wahrnehmung des Raumes. „Aber natürlich geht es auch um Fragen der Skulptur selbst, hier insbesondere um deren Kontur, die ja in diesen Scheiben eine exponierte Rolle einnimmt“, stellte er fest. Florian Lechners Arbeiten seien Plastiken im wörtlichen Sinn: Sie bestehen tatsächlich aus einem Plast-Material, das ein 3D-Drucker Schicht für Schicht aufbaut. Deshalb sei auch die Schwere der schwarzen Clippings eine Illusion. Diese dreidimensionalen Teile seien fragmentierte Zustände eines immer gleichen Würfels, den der Künstler im digitalen Raum erstellt habe. Franz Schneider beschrieb die Arbeiten von Elke Dreier mit den Worten: „Ihre Holzmodule zeichnen mögliche nonlineare Bewegungen in den Raum, die wir gedanklich nachempfinden. Diese skulpturalen Notate formulieren kreisförmige, gegenläufige und sogar vertikale Bewegungsabläufe, die den Raum, in dem sie stehen, mobilisieren und den Betrachter gleich mit. Ute Heim rekonstruiere Erinnerungen an prägende Momente und deren Orte und Räume, indem sie Versatzstücke davon zusammenbaue, sie aber zugleich dekonstruiere: „Sie verwendet billige Materialien, wie Pappe und Leim, Pressspan und andere Dinge aus dem Baumarkt für ihre Architekturen“, legte der Laudator dar. Abschließend attestierte er der Ausstellung, „dass sie voller Geheimnisse ist, weil sie voller Zweideutigkeit und voller polyvalenter Bedeutung ist.“
Grenzen
auflösen
Die Vernissage eröffnet hatte Kulturreferent Stefan Mager. „Willkommen zur heutigen Ausstellung, wo wir die Grenzen zwischen Realität und Fiktion, zwischen Kommunikation und Bewegung, ausnahmsweise nicht nur verwischen, sondern komplett aufzulösen versuchen“, betonte der Marktgemeinderat und fügte hinzu: „All diese Künstler vereint das Bestreben, alltägliche Wahrnehmungen zu hinterfragen und neue Perspektiven zu eröffnen.“ Zu den zahlreichen Gästen der Vernissage zählten unter anderem Bad Aiblings Kulturreferentin Elisabeth Geßner, Marktgemeinderat Andreas Riedl und die ehemalige Schulamtsdirektorin Veronika Käferle.
Die Ausstellung mit ihren 32 Exponaten ist in der „Galerie Markt Bruckmühl“ mittwochs von 14 bis 18 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr noch bis zum 16. März zu sehen.