Bad Aibling – Wenn der letzte Puck geschlagen, der letzte Schwung gedreht, der letzte Stock geschossen ist, kehrt heuer keine Ruhe ein in der Eishalle von Bad Aibling. Im Gegenteil. Nicht nur das Eis muss raus. „Sowie die Eissaison offiziell beendet ist, werden wir die komplette Kältetechnik austauschen“, kündigt Stadtwerkeleiter Stefan Barber an. „Bis auf die nackte Betonhülle kommt alles raus.“ Die Konstruktion wird völlig neu aufgebaut.
Technik noch
aus der Bauzeit
Die Kältetechnik der Eishalle ist alt, sie stammt laut Barber noch aus der Bauzeit. Seither seien zwar diverse Bestandteile wie etwa Antrieb oder Steuerung gewechselt sowie die Rohranlage erneuert worden. Doch für manche Teile, etwa den originalen Verdichter, gebe es mittlerweile keine Ersatzteile mehr.
Nachhaltigkeit
ist wichtig
Doch man müsse den Bestand der Eishalle für die Zukunft sichern. Vor allem dürfe unter der Saison nichts kaputtgehen, sagt Barber mit Blick auf die intensive Nutzung nicht nur für den Breitensport, sondern durch die Mannschaften des EHC sowie die Sportler des EHC und die Eisschützen.
Rund zwei Millionen Euro nehmen die Stadtwerke dafür in die Hand. Und setzen bei dem Großprojekt auf Nachhaltigkeit. So möchte man künftig möglichst viel Abwärme aus der Kältetechnik abführen und ins Wärmenetz für Therme und Eishalle einspeisen. Es wird nicht nur eine neue Wärmepumpe installiert. Durch sie soll künftig der Gasbetrieb reduziert werden.
Zudem wurde in diesen Tagen die neue Photovoltaikanlage auf dem Dach der Eislaufhalle offiziell in Betrieb genommen. „Sie ist ein echtes Vorzeigeprojekt für die Stadtwerke. Sie demonstriert eindrucksvoll, wie vorhandene Infrastruktur effizient genutzt werden kann, um einen nachhaltigen Beitrag zur Energieversorgung zu leisten“, betonten Barber, und sein Stellvertreter Andreas Immler im Beisein von Bürgermeister Stephan Schlier. Es sei ein großartiges Gefühl, die Anlage nun in Betrieb zu sehen und damit aktiv zur Energiewende beizutragen. Ansonsten sei die Halle gut in Schuss. „Das Dach ist top“, betont Barber mit Blick auf die Dachhaut außen, die neu gemacht wurde. Hierbei sei Edelstahlblech anstelle von verzinktem Blech verwendet worden. Als 2017 bei einer „Inaugenscheinnahme“ festgestellt worden war, dass sich an diversen Brettlamellen Leimfugen und Verklebungen gelöst hatten und auch Risse im Holz entdeckt wurden, hatten die Stadtwerke bereits gehandelt. „Reichenhall ist immer im Kopf“, sagt Stefan Barber mit Blick auf das schwere Unglück im Jahr 2006, bei dem 15 Menschen starben, nachdem das Dach der dortigen Eislaufhalle unter der Schneelast eingebrochen war.
Statik und Binder werden laut den Stadtwerken immer wieder überprüft, und mit der jetzt bevorstehenden Maßnahme sei man wieder optimal für den Eisbetrieb gerüstet. Dass alles nach Plan verläuft, hoffen nicht nur die Stadtwerke. Denn der EHC Bad Aibling, der die Saison am 23. März beendet, braucht das Eis bereits ab Ende August wieder.
Ein Gewinn
für Bad Aibling
Vorsitzender Florian Zielinski ist froh, dass die Abstimmung gut funktioniert. „Für uns ist es wichtig, dass sich die Stadtwerke zu diesem Schritt bekennen.“ Schließlich sei die Eislaufhalle nicht nur neben der kreisfreien Stadt Rosenheim die einzige im Bereich des Landkreises Rosenheim, sondern generell ein absoluter Gewinn für Bad Aibling, was allein schon die Nutzung beim öffentlichen Eislauf sowie bei der Laufschule des EHC zeige. In der Laufschule erlernen pro Saison rund 200 Teilnehmer unter Anleitung von zehn bis zwölf Betreuern die Bewegungen auf dem Eis.
400 Mitglieder
nutzen Angebot
Für die EHC-Mannschaften, allen voran die Aibdogs, sei die Eislaufhalle fast schon ein „Wohnzimmer“. Nicht nur für den Ligabetrieb wird hier trainiert und gespielt. Stattliche 400 Mitglieder im Alter von vier 4 bis 65 sowie 13 Teams in acht Altersstufen gehen in der Halle ihrem Sport nach. Auch die Hobbymannschaften, die Eiskunstläufer von ERC und TuS sowie die Eisschützen sind auf das Angebot angewiesen. In der neuen Saison soll dann sogar eine neue Eishockey-Damenmannschaft hinzukommen.