Letzter formeller Akt: „Landsmannschaft Schlesien“ ist Vergangenheit

von Redaktion

Noch einmal trafen sich die Mitglieder zur Jahreshauptversammlung – Dank an langjährige Vorsitzende Bärbel Riemer

Bruckmühl – Im vergangenen Jahr beschlossen die Mitglieder der 1951 gegründeten Ortsgruppe Bruckmühl der „Schlesischen Landsmannschaft“ die Auflösung des Vereins zum 31. Dezember 2024 (wir berichteten). Mit der jetzt abgehaltenen Jahreshauptversammlung für 2024 wurde als „letzter formeller Akt“ das Ende offiziell besiegelt. Die Vorsitzende Bärbel Riemer hieß im Gasthof „Waldschlößl“ ein „treues Häuflein“ von 14 Mitgliedern (darunter auch das Ehrenmitglied Anni Eckleder) zur letzten Zusammenkunft willkommen.

Ihr Stellvertreter Hans-Reinhard Fössmeier berichtete über die Aktivitäten im abgelaufenen Jahr. Er erwähnte dabei neben der Jahreshauptversammlung für 2023 die Muttertagsfeier, das Baudenfest, das Eisbeinessen, die Teilnahme am Volkstrauertag mit Kranzniederlegung und die Weihnachtsfeier. Sein Kassenbericht wies für 2024 einen Verlust von 428,18 Euro und einen Kassenendbestand von 371,46 Euro aus, der gemäß Satzung an eine gemeinnützige Einrichtung abgeführt werden muss. Der Vorschlag, ihn der Bürgermeister-Heinritzi-Jugendstiftung zukommen zulassen, fand die Zustimmung der Mitglieder.

Der Vereinswimpel soll künftig in der „Heimatkundlichen Sammlung“ der Marktgemeinde aufbewahrt werden. In seinem Revisionsbericht stellte Franz Gaßl fest: „Einen besseren Kassier kann sich ein Verein nicht wünschen, er hat hervorragende Arbeit geleistet.“ Deutliche Kritik übte er am Landesverband der schlesischen Landsmannschaften in Bayern. Im Rahmen der Weihnachtsfeier 2024 hatte dessen Vorsitzender Dr. Gotthard Schneider die langjährige Ortsvorsitzende Bärbel Riemer für ihre Verdienste mit der goldenen Ehrennadel des Verbands ausgezeichnet – und die Kosten für die Ehrennadel in Höhe von 60 Euro von den Bruckmühler Schlesiern gleich an Ort und Stelle einkassiert.

Zu diesem fragwürdigen Vorgehen sei anzumerken, dass der Ortsverband vom jährlichen Mitgliedsbeitrag von zwölf Euro satte zehn Euro an den Landesverband abführen muss. Diese Schilderung von Franz Gaßl rief bei den anwesenden Mitgliedern spürbaren Unmut hervor.

Mit herzlichen und bewegten Worten dankte Bärbel Riemer den Mitgliedern für ihre langjährige Treue und hob besonders das Engagement von Hans-Reinhard Fössmeier und Franz Gaßl hervor. „Ich bin traurig“, bekannte sie am Ende. Sie kündigte jedoch an, dass man künftig hin und wieder im privaten Kreis zusammenkommen und auch das Eisbeinessen beibehalten wolle.

Der Zweite Bürgermeister Klaus Christoph würdigte den Einsatz der langjährigen Vorsitzenden: „Was du in all den Jahren mit deiner Mannschaft geleistet hast, war schon enorm. Du hast immer versucht, den Verein aufrecht zu erhalten. Die Idee, sich gelegentlich privat zu treffen, finde ich großartig“. Am Ende überreichte Bärbel Reimer an alle ein Fläschchen Kroatzbeere. Das Getränk hat seinen Ursprung in der schlesischen Heimat. bjn

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