Tuntenhausen – Über die aktuelle Asylbewerbersituation in der Gemeinde Tuntenhausen berichtete Bürgermeister Georg Weigl in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Dabei präferiert die Kommune eine dezentrale Unterbringung innerhalb der Gemeinde.
Platz für rund
80 Flüchtlinge
Bei seinen Ausführungen ging der Bürgermeister zuerst auf die neuesten Zugänge ein: So wurden Ende Januar in Ostermünchen in zwei Gebäuden in der Ortsmitte Flüchtlinge untergebracht. „Insgesamt sollen bis zu 32 Personen in den Wohnungen unterkommen“, erklärte Weigl. Die Menschen, die dort untergebracht werden, stammen größtenteils aus der Ukraine und dem kurdischen Teil der Türkei und waren bislang in den landkreiseigenen Turnhallen der umliegenden Gemeinden untergebracht. „Bei Vollbelegung dieser neuen Wohnungen sind dann ungefähr 80 Flüchtlinge in der Gemeinde Tuntenhausen untergebracht. Ich erwarte hier Humanität“, unterstrich der Bürgermeister bei der Sitzung und kam dabei auf den Königssteiner Schlüssel zu sprechen, der regelt, wie die einzelnen Bundesländer an gemeinsamen Finanzierungen zu beteiligen sind. Um eine gerechte Aufteilung Geflüchteter in den Landkreisgemeinden zu erreichen, sollte jede Gemeinde grundsätzlich 1,8 Prozent ihrer Einwohnerzahl an Flüchtlingen aufnehmen. Das wären für Tuntenhausen rund 135 Flüchtlinge.
Last auf alle
Gemeinden verteilen
Der Bürgermeister betonte aber gleichzeitig, dass diese Quote nur eine Richtgröße ist und rechtlich keinesfalls umgesetzt werden kann. Tuntenhausen präferiert aufgrund seiner Fläche zudem möglichst eine dezentrale Unterbringung. Das sei besser, als an einer Stelle 100 Menschen in Containern unterzubringen, so die Aussagen in der Sitzung. Dabei könnten dem Landratsamt aber auch von privater Seite Flächen für Container-Standorte angeboten werden.
Der Bürgermeister appellierte eindringlich, dass sich die Gemeinde für die Unterbringung von Flüchtlingen engagieren sollte, um sich gegenüber dem Landratsamt solidarisch zu zeigen und gleichzeitig die Last auf alle Gemeinden des Landkreises zu verteilen. Positiv verlief auch ein Workshop in der Gemeinde zu dem Thema mit Vertretern des Gemeinderates, der Kirche und dem Asylhelferkreis der Nachbarschaftshilfe, der vor einigen Wochen stattfand.
Christian Birmoser (Unabhängige Liste Tuntenhausen) war angetan, hier einmal Einsicht in die Arbeit der Helfer zu gewinnen und sich mehr mit dem Thema zu beschäftigen. „Der Helferkreis macht hier unendlich viel“, betonte er. Auch Maria Breuer (UW Ostermünchen) von der Nachbarschaftshilfe betonte, dass es aus dem Asylhelferkreis überwiegend nur positive Erfahrungen mit den Flüchtlingen gäbe. Trotzdem sinkt die Anzahl der Helfer, sodass Breuer in der Sitzung mahnende Worte fand: „Wir bluten aus!“
Der Gemeinderat zeigte sich angetan von den Ausführungen im Gremium. Der Bürgermeister will das Thema künftig mehr kommunizieren und damit Verständnis in der Bevölkerung wecken.