Bad Aibling – Die Handwerker haben die Baustelle schon länger verlassen, jetzt stehen auch die genauen Kosten für den ersten Bauabschnitt der Innenrenovierung der Sebastianikirche in Bad Aibling fest. Ein Griff in die Rücklagen ist unvermeidbar.
Das Dachgebälk oberhalb der Sakristei war morsch, auch einige Bodenbalken waren bereits verfault. Aus diesem Grund startete im Oktober 2023 die Innenrenovierung des Gotteshauses, das im Herzen der Stadt liegt und täglich von vielen Menschen für einen Moment der Ruhe und Besinnung aufgesucht wird.
Überlegungen
durchkreuzt
Rund 180000 Euro sollten die Arbeiten nach den ersten Berechnungen kosten, die dem damals zuständigen Kirchenpfleger Ludger Goedecke vorgelegt wurden. Die Summe hätte vermutlich ausgereicht, wenn nicht das Landesamt für Denkmalpflege (LfD) die Überlegungen der Pfarrgemeinde durchkreuzt hätte.
Dass die Endabrechnung, die der Kirchenverwaltung jetzt vorliegt, eine Gesamtsumme von circa 217000 Euro aufweist, liegt vor allem in der Tatsache begründet, dass das LfD einem Komplettaustausch des schadhaften Gebälks nicht zustimmte. Die Behörde stufte dessen historischen Wert als bedeutend ein und bestand auf einer Sanierung, soweit dies möglich war.
„Wir haben unseren Eigenanteil aus Rücklagen der Instandhaltungspauschale bezahlt, die uns das Ordinariat alljährlich für den Gebäudeunterhalt zur Verfügung stellt“, erläutert Goedecke. Darüber hinaus sei aus dem Erzbistum jedoch kein Geld für das Projekt in Bad Aibling geflossen.
Umso dankbarer ist Goedecke, dass die notwendige Entnahme aus den Rücklagen dank etlicher Spenden und Zuschüsse deutlich reduziert werden konnte. Als letzte Finanzspritze konnte erst dieser Tage ein Zuschuss in Höhe von 5000 Euro von der Bayerischen Landesstiftung verbucht werden.
15000 Euro steuerte die Stadt Bad Aibling zu den Kosten bei, 9000 Euro der Bezirk Oberbayern, 3000 Euro kamen von der Bad Aiblinger Kolpingsfamilie. Auch Privatspender halfen bei der Finanzierung mit. Um sie zu stemmen, wurde noch vor Beginn der Arbeiten darüber hinaus ein Förderverein zur Renovierung der Sebastianikirche gegründet, an dessen Spitze Altbürgermeister Felix Schwaller steht. Der Verein griff der Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt, zu der die Kirche gehört, mit einem Zuschuss in Höhe von 25000 Euro unter die Arme.
„Ohne die Sebastianikirche wäre die Stadtmitte nicht die Stadtmitte“, begründete Schwaller einst das Engagement des Vereins. Er verwies vor allem auch darauf, dass das Gotteshaus auch für viele Aiblinger eine große Bedeutung habe, die nicht zu den regelmäßigen Gottesdienstbesuchern zählten.
Kurzfristig keine
neuen Maßnahmen
Mittlerweile liegt zudem die Endabrechnung für die Reparatur der rund drei Zentner schweren Glocke vor, die im Sommer 2022 aus Sicherheitsgründen außer Betrieb genommen werden musste. Grund: Ein Teil des Henkels, der die Befestigung des Bronzegebildes am Glockenstuhl sicherstellt, war abgebrochen. Mit 15830 Euro schlug die Behebung des technischen Gebrechens zu Buche. Die Glocke läutet bereits seit Sommer 2024 wieder.
Kurzfristig stehen nach Auskunft des ehemaligen Kirchenpflegers keine weiteren Sanierungsmaßnahmen in der Sebastianikirche an, mittelfristig sieht er jedoch weiteren Handlungsbedarf im Bereich des Kirchenschiffes und des Altarraums sowie bei den Bildern, die das Gotteshaus zieren. „Ich denke, es reicht, wenn man den nächsten Schritt in zwei bis drei Jahren macht. Das ist dann eine Aufgabe, die auf meinen Nachfolger wartet“, sagt Goedecke.