Hoch motiviert, um Menschen zu helfen

von Redaktion

112 Einsätze, 329 Stunden Hilfe, medizinische und emotionale Herausforderungen: Die First Responder in Feldkirchen-Westerham ziehen eine beeindruckende Bilanz für 2024. Sie zeigt die enorme Rolle, die die Helfer bei Notfällen in der Region spielen.

Feldkirchen-Westerham – Im Rahmen des ersten Jahrestreffens der First-Responder-Gruppe der Freiwilligen Feuerwehr (FF) Feldkirchen-Westerham im Gasthaus „Zum goldenen Tal“ in Naring stand ein detaillierter Zahlen-Daten-Fakten-Check des Einsatzgeschehens 2024 im Fokus des Interesses.

An jedem einzelnen Tag des Jahres war der First Responder (FR) rund um die Uhr einsatzbereit. Dank einer zweiten FR-Ausrüstung im Mehrzweckfahrzeug der Feuerwehr konnten im vergangenen Jahr sogar mehrfach parallele Einsätze abgearbeitet werden. Das Fazit: Die FR-Gruppe der FF Feldkirchen-Westerham ist sowohl örtlich als auch überörtlich ein wichtiger Eckpfeiler bei der schnellstmöglichen medizinischen Erstversorgung bei Notfällen und eine unverzichtbare Ergänzung zum Rettungsdienst.

Enorme Bedeutung
der Ersthelfer-Gruppe

FR-Leiter Andreas Boschert präsentierte den Anwesenden eine beeindruckende Jahresbilanz 2024, die durch ein intensives Einsatz-Level und ein breit gefächertes Einsatz-Spektrum geprägt war. „Gerade unter der Zugrundelegung, dass der Rettungswagen des BRK in Feldkirchen an den Wochenenden rund um die Uhr und an den Werktagen zwischen 6 Uhr und Mitternacht einsatzbereit ist, verdeutlichen die nun folgenden Zahlen die enorme Bedeutung der Ersthelfer-Gruppe für die Gemeinde, trotz des Rettungsdienst-Standorts.“ Nach Darstellung von Boschert waren die ehrenamtlichen Blaulicht-Helfer bei insgesamt 112 Einsätzen rund um die Uhr im Einsatz, mit dem Gemeindegebiet als räumlichem Schwerpunkt. Dazu führten sie Alarmierungen auch in die angrenzenden Ortsteile der Gemeinden Weyarn und Bruckmühl.

Ein Großteil der Einsätze (83) fand tagsüber zwischen 6 und 20 Uhr statt, 29 Alarmierungen erfolgten in den dazwischenliegenden Nachtstunden. Die durchschnittliche Einsatzdauer betrug 42 Minuten. In Summe bedeutet dies für das FR-Team eine Gesamteinsatzzeit von 329 Stunden. Aufgrund der steigenden Einsatzzahlen und der geografischen Lage wurde nach Darstellung des FR-Leiters bereits Mitte 2023 eine zusätzliche Ersthelfer-Gruppe bei der Feuerwehr Höhenrain eingerichtet, die im vergangenen Jahr ihre Kameraden aus Feldkirchen-Westerham mit 15 Einsätzen unterstützten. Unter dem Aspekt der Effizienzsteigerung konnten dadurch auch die Anfahrtszeiten innerhalb der Gemeinde weiter verkürzt werden.

Der Blick in die detaillierte Einsatzstatistik warf aus, dass 88 Prozent der Alarmierungen internistische Notfälle wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bewusstlosigkeit und Atemnot betrafen. Chirurgische Notfälle, wie schwere Verletzungen nach Arbeitsunfällen, Stürzen oder Verkehrsunfällen, machten zwölf Prozent aus.

Bei neun Einsätzen
keine Rettung möglich

Besonders herausfordernd waren neun Einsätze, bei denen trotz des schnellen Einschreitens der FR-ler eine Personenrettung leider nicht mehr möglich war. Dreimal wurde das Team zu einem vermeintlichen Kreislaufstillstand bei Kindern beziehungsweise Säuglingen alarmiert. Nach Darstellung von FR-Chef Boschert bestätigten sich die Einsatzmeldungen glücklicherweise beim Eintreffen am Einsatzort nicht. „Trotzdem sind solche Einsätze in der Nachbetrachtung sowohl unter medizinischen als auch emotionalen Gesichtspunkten immer besonders fordernd.“ Zur Unterstützung der Angehörigen wurde auch das Kriseninterventionsteam fünfmal hinzugezogen. Bei fünf Einsätzen kam es zu einer Zusammenarbeit mit der Besatzung des Rettungshubschraubers Christoph 1.

Ein großes Augenmerk legten die FR-Verantwortlichen bei zehn Schulungsterminen auch auf eine intensive und breit gefächerte Aus- und Fortbildung. Ein Schwerpunkt lag hierbei auf dem Training mit dem neuen „Corpuls1“, einem modernen Patientenmonitor und Defibrillator, der erfreulicherweise vollständig durch Spenden finanziert werden konnte.

Besonderer Dank
an Ehrenamtliche

Beim „Blick über den eigenen Tellerrand“ war nach Aussage von FR-Chef Boschert ein besonderer Höhepunkt zum Jahresabschluss die Besichtigung der Integrierten Leitstelle Rosenheim.

Der Gemeinde Feldkirchen-Westerham und einer Vielzahl von privaten und gewerblichen Spendern sprach er hohe Teamplayer-Qualitäten aus: „Wir wissen dieses vorbildhafte finanzielle Engagement sehr zu schätzen, es ermöglicht uns eine professionelle Ausstattung sowie eine fundierte Aus- und Fortbildung.“

Einen besonderen Dank richtete er abschließend noch an alle Ehrenamtlichen für ihren unermüdlichen Einsatz zum Wohle der Bevölkerung sowie an die Rettungsdienste und Hilfsorganisationen für die hervorragende Zusammenarbeit.

Dem gesamten FR-Team attestierte Boschert einen enormen Motivationsgrad mit einem hohen Potenzial an Einsatzbereitschaft. Damit verband er noch das Versprechen: „Auch für 2025 bleiben wir, das gesamte FR-Team, hoch motiviert, um Menschen in Notlagen zu helfen und Leben zu retten.“

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