60 Jahre Ehe voller Vertrauen und Arbeit

von Redaktion

Maria Anna und Helmut Lorenz feiern diamantene Hochzeit in Ostermünchen

Ostermünchen – Das Ehepaar Maria Anna und Helmut Lorenz aus Ostermünchen feierte kürzlich das besondere Jubiläum der diamantenen Hochzeit. Zweifellos ist der 60. Hochzeitstag ein beeindruckendes Zeichen für Liebe, Treue und Beständigkeit über viele Jahrzehnte hinweg.

Eine Selbstverständlichkeit, dass unter den zahlreichen Gratulanten auch Bürgermeister Georg Weigl dem Jubelpaar am Tulpenweg 2 in Ostermünchen seine Aufwartung machte und seine Glückwünsche überbrachte. Im dortigen Eigenheim ging es natürlich auch viel um die zurückliegenden Jahrzehnte.

Während Maria Anna im benachbarten Kronau aufgewachsen ist (ihre Eltern kamen aus Niederbayern), kam ihr Ehemann mit vier Jahren als Flüchtlingskind hierher. Wie so oft üblich in der damaligen Zeit, lernte man sich beim Tanzen kennen, aber näher erst mit ein paar „Blödsinns-Anmachereien“ des künftigen Ehemanns, wie sie beide lachend erzählen.

Durch Kurat Martin
Kellerer getraut

Aber es klappte und 1965 fand die Hochzeit statt, standesamtlich und kirchlich, alles an einem Tag. „Kurat Martin Kellerer traute uns“, erinnert sich Maria Anna noch ganz genau. Und auch an die schöne Feier, der rund 30 Freunde und Verwandte beiwohnten.

Aus der Ehe gingen zwei Töchter und eine Enkelin hervor, die beim Bürgermeisterbesuch nicht nur interessiert lauschten, sondern auch alle mit Kaffee und Kuchen bewirteten.

1984 kauften die Lorenzens sich in Ostermünchen ein Grundstück und bebauten es mit viel Schaffenskraft. Anfang der 90er-Jahre konnten sie dort dann einziehen und leben noch heute dort. Auf die Frage nach dem „Rezept“ für ihr langes Miteinander gab es unterschiedliche Antworten. „Wir haben uns einfach vertraut“, meinte Maria Anna, während ihr Ehemann die viele Arbeit ins Feld führte. Schließlich stand er 45 Jahre lang im Berufsleben – 22 Jahre als Zimmerer und zuletzt 23 Jahre auf der ehemaligen Raketen-Station bei Lampferding. Dort arbeitete auch seine Frau über 17 Jahre im Küchendienst und wurde schnell nur noch „unsere Mutti“ genannt. Von der Zeit auf der Raketen-Station schwärmen beide noch heute. „Wir konnten auch mit einem Hubschrauber einmal nach Lenggries mitfliegen“, erinnert sich Helmut Lorenz stolz.

Der Rückblick brachte auch so manche schöne Erinnerung, die so gar nicht mehr in die heutige Zeit passt, zum Vorschein. Spannend und amüsant trugen die beiden diese Erlebnisse vor. So, als Maria Anna zur Feldarbeit auf einem Ochsen geritten ist. Die wurden damals oft zur Feldarbeit oder zu Holztransporten herangezogen. Oder an den ersten eigenen Bulldog, ein McCormick mit satten 12 PS, den Helmut Lorenz in Feldkirchen kaufte, weil es das Geschäft von Eder in Tuntenhausen noch gar nicht gab.

Durch 20 Zentimeter
Schnee zur Schule

Oder die Fußmärsche von Kronau nach Lampferding zur Schule, bei Wind und Wetter. „20 Zentimeter Schnee am Morgen waren da keine Seltenheit“, meinte Maria Anna Lorenz. Von einem Schulbus träumte man damals nicht einmal.

Besonders interessant wurde es, als Helmut Lorenz dann ein Foto der alten Zimmerer hervorholte. Gemeinsam mit dem Bürgermeister enträtselte man einige der darauf abgebildeten Menschen.

Hätte Bürgermeister Georg Weigl nicht nach einer guten Stunde wieder zu einem anderen Termin gemusst, hätte das Ehepaar Lorenz noch viel zu erzählen gehabt. Schließlich sind beide trotz ihres hohen Alters (er 83 Jahre, sie 86 Jahre) geistig noch voll fit.

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