Rund 200 Kilometer Fahrt für zwei Kreuzerl

von Redaktion

Persönliche Stimmabgabe ist ehemaligem Stadtpfarrer Hans Holzner (91) wichtig

Bad Aibling/Bruckmühl – Zur Wahl zu gehen, war für den ehemaligen Bad Aiblinger Stadtpfarrer Hans Holzner immer schon eine Bürgerpflicht. Und so nahm der mittlerweile 91-jährige Seelsorger bei der Bundestagswahl am Sonntag für seinen Beitrag zu einer lebendigen Demokratie sogar eine Autofahrt von rund 200 Kilometern in das Mangfalltal in Kauf.

Denn in der Marktgemeinde Bruckmühl wohnte er nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst viele Jahre zur Miete bei seiner langjährigen Haushälterin. Als diese im vergangenen Jahr starb und er nicht alleine in dem Anwesen bleiben wollte, zog er vorübergehend zu seiner Schwester nach Landshut.

Dort lebt er im Moment, hat aber seinen Erstwohnsitz immer noch in Bruckmühl. Deshalb war er auch in der Marktgemeinde zur Stimmabgabe aufgerufen. Für den Pfarrer eine Selbstverständlichkeit, diesem Aufruf auch im hohen Alter zu folgen. Briefwahl war für ihn keine Option. Die Stimmabgabe verband er mit einem Ausflug, den er zusammen mit seiner Schwester Josepha Müller (84) und deren Mann unternahm.

„Ein freiheitlicher Staat kann nur funktionieren, wenn die Menschen ihr Recht zur Mitgestaltung nutzen. Das ist sehr wichtig“, begründete Holzner seinen Entschluss, den Urnengang mit einem Besuch in der alten Heimat zu verbinden.

Da an diesem Sonntag die Kolpingsfamilie, deren Ehrenpräses er ist, ihren Kinderfasching im Paulusheim abhielt, rundete ein Abstecher dorthin den Tagesausflug ab. Der Geistliche wurde sehr herzlich begrüßt und tauschte sich bei einer Tasse Kaffee unter anderem mit dem Kolpingvorsitzenden Franz Besel und der ehemaligen Kirchenpflegerin Marlene Liegl über die gemeinsame Zeit in Bad Aibling aus.Norbert Kotter

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