Treue währt bis zum Faschingsdienstag

von Redaktion

Auer Bettelhochzeit 2025 als unvergessliches Erlebnis für alle Mitwirkenden und Gäste

Bad Feilnbach – Diese grandiose „Bettlhouzat“ auf dem Auer Misthaufen wird noch vielen Generationen in bester Erinnerung bleiben. Vor allem für das Traumpaar „Vikzenzia Siloriachnix Kniapipifix“ (Vinzenz Brunner), die zwangsläufig den Namen ihres Ehesklaven „Cholerus Lackus Ausrichterix“ (Stefan Stadler) tragen muss.

Zumindest soll der eheliche Treueschwur gegenüber dem Standesbeamten „Traunix“ (Thomas Eutermoser), Bürgermeister „Korrupts Schwimmnix“ (Martin Riedl), Gmoaschreiber „Schoof Propanix“ (Paul Antretter) von den eigentlichen Trauzeugen „Kanonus“ (Martin Embacher) und „Bummus“ (Korbinian Fuchs) urkundlich bestätigt, zumindest bis zum Faschingsdienstag gelten.

Darüber hinaus können und dürfen sie gerne getrennte Wege gehen, wie die Gemeindeobrigkeit vom Bettlhouzat-Rathaus und Hochzeitsloder „Progoderix Kaasinix“ (Sepp Grundbacher jun.), am Ende der herzergreifenden Zeremonie versprachen.

Untermalt wurde diese durch Hits von der „Auer Dirndlband“, Liebesliedern vom Nachwuchschor der „Auer Schmetterloderer“ sowie vom Duo „Instastrimmix“ und der tragischen Weise, die beim Untergang der Titanic gespielt wurde.

Gleiches Schicksal
vor 25 Jahren erlebt

Neidvoll verfolgten die Szene Vikzenzias Eltern Joszip (Sepp Riedl) und Hyazinthia (Martin Rauscher) Tromlowozkolow, welche vor 25 Jahren das gleiche Schicksal traf. Auf Urenkel der Heiratsdamischen in zweiter Generation hofft Ewaldine Kniebisler, die vor 50 Jahren auf einem Misthaufen Bettlhouzat feierte.

Applaus ernteten die heiratslustigen Hauptdarsteller, Ehrmutter „Rohr Lies“ (Hans Gasteiger) und der behördliche Verwaltungsapparat von einigen tausend sensationslustigen Zeugen und Freunden. Sie füllten dicht gedrängt den Parkplatz zwischen Auer Schwimmbad und Ski-Clubheim sowie Teile vom Sportplatz des ASV Au und krönten die Trauung auf dem veganen und nachhaltig anmutenden „Monte-Dufto“ zum Ereignis der Superlative.

Mit Spannung erwarteten die hervorragend gestimmten Gäste den anschließenden Festzug vom Kreuthweg in Richtung Spritzenhäusl der Feuerwehr Au und weiter entlang der Hauptstraße bis zum ehemaligen Gasthaus zur „Post“ als Wendepunkt für einen Gegenzug.

Angeführt von der „Auer Dirndlband“ folgten 40 Wagen und mehr als 20 Fußgruppen dem frischvermählten Paar, das in einem schwebenden Sessellift und einer Pistenraupe als Hochzeitskutsche seine ersten Liebesschwüre austauschte.

Originelle Themen hatten sich Festleitung, Hochzeitsprominenz, jede Menge bucklige Verwandtschaft, ledige Kinder, verflossene Bräute vom Hochzeiter und „Gitterschlampen“ der Braut, silberne Auer Schnoizer, nächste Angehörige aus Russland sowie einige Vereine umliegender Dörfer als Motive ausgedacht.

Aber auch weltbewegende Vorkommnisse, die in Au für Schlagzeilen sorgen, etwa der Funkturm in der Ortsmitte oder die Durchsetzung von Frauenrechten beim Ministrieren und Musi spuin, blieben nicht aus.

„Ulla und die Missratenen“ erinnert an das Kronjuwelenpaar „Anastasia und Hyronimus Kniebisler“ von der Bettlhochzeit von 1950. Harmonisch fügten sich Bettlleute aus Berbling und Emmering in den Gaudiwurm ein. Nach gutem Brauch feierte die eingeladene Sippschaft, (Besitzer von Mahlkarten) ausgiebig im eigens gestalteten Stall beim Riedl in Au. Die übrigen Teilnehmer konnten sich im Partyzelt am Auer Schwimmbad von den Strapazen eines abenteuerlichen Festzuges erholen.

Auch Federn
flogen umher

Allerdings ließen sich manche Unannehmlichkeiten, wie fliegende Federn und Ähnliches, die zu einer Bettlhouzat gehören, nicht vermeiden. Die Veranstalter baten daher um Verständnis bei Anliegern entlang des Zugweges und zeigten sich froh, dass alles „normal“ und ohne große Vorfälle über die Bühne ging. Dank galt den Sicherheitsdiensten, den Feuerwehren Au und Bad Feilnbach, den Rettungsdiensten und Diensthabenden der Polizei sowie den Arbeitern mit ihren Kehrmaschinen, die sich um die Säuberung der Hauptstraße kümmerten.

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