Bad Aibling – Große Trauer hat der Tod von Konrad Niedermaier ausgelöst: der allseits bekannte Willinger ist nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben. Am 4. Januar 2025 feierte er im Kreise seiner Familie noch seinen 90. Geburtstag. „Da war er noch topfit“, schildert sein Sohn Markus dem OVB.
In den Wochen danach verschlechterte sich sein Gesundheitszustand jedoch zusehends und er schaffte es am Schluss nicht mehr, vom Krankenhaus heimzukommen. Der Verstorbene kam 1935 auf dem elterlichen Bolandihof in der Willinger Au zur Welt, auf dem er bis zu seinem Tod lebte. Nach seiner Schulzeit in Willing erlernte er beim Autohaus Schneider in Bad Aibling den Beruf des Kfz-Mechanikers. 1958 trat er als Busfahrer in das Busunternehmen seines Bruders Franz Xaver („Xari“) ein und übte diesen Beruf bis zu seinem Renteneintritt 1998 aus.
Mit zwei Millionen unfallfrei gefahrenen Kilometern umrundete er in dieser Zeit 50-mal die Erde und brachte dabei circa 850000 Beschäftigte und rund 800000 Schulkinder stets sicher an ihr Ziel.
Besonders viel Freude bereitete ihm ab 1964 die Tätigkeit als Schulbusfahrer. Die Schulkinder haben ihn geliebt, er hatte für sie immer ein offenes Ohr und war für viele ein Ersatzpapa. „Konrad Niedermaier war mehr als nur ein Schulbusfahrer“ hieß es in einem Bericht im Mangfall-Boten im Februar 1998.
Ebenso wichtig war für ihn seine Familie. 1966 schloss er in der Willinger Kirche mit seiner Frau Elisabeth den Bund der Ehe, aus dem Sohn Markus und die Enkeltöchter Sophia und Antonia hervorgingen. Für sie war Konrad Niedermaier der beste Papa und Opa, den man sich vorstellen konnte.
Von früher Jugend an war er begeisterter Sportler. Beim TuS Bad Aibling spielte er bis zur AH Fußball. Außerdem ging er gern zum Skifahren und unternahm Skitouren. Mit seiner Frau und Freunden war er immer wieder in seinen geliebten Bergen unterwegs, ob in den Dolomiten oder in den heimischen Bergen auf der Farrenpoint. Viel Spaß hatte er beim Eisstockschießen auf dem Irlachweiher. Auch auf dem Rennrad oder Mountainbike saß er gerne.
Mit dem Mountainbike fuhr er unzählige Male bis ins hohe Alter auf die Schuhbräualm und zur Schlossalm. „Bis letzten Sommer war das Radeln auf den Irschenberg mehrmals die Woche fester Bestandteil seines Lebens“, erzählt sein Sohn Markus.
Mit Freude und Stolz erfüllte ihn als begeisterten Sportler die erfolgreiche Radsport-Karriere seiner Enkelin Antonia, die 2023 den Junioren-Weltmeistertitel im Zeitfahren errang. Oft besuchte er im Aiblinger Eisstadion die Spiele des EHC Bad Aibling, dessen Trikot Sohn Markus und Neffe Florian trugen.
Darüber hinaus zählte Konrad Niedermaier zu den „Männern der ersten Stunde“ des 1957 gegründeten Skiclubs Bad Aibling und gehörte seit 1966 dem Rauchclub Pullach an. Die Geselligkeit pflegte der Verstorbene unter anderem beim sonntäglichen Feuerwehr-Stammtisch in Pullach.
Einen herben Einschnitt in seinem Leben bildete der Tod seiner Ehefrau Elisabeth im Jahr 2023. „Nach 57 Jahren glücklicher Ehe plötzlich allein zu sein war ein sehr harter Einschlag und er hat die Lebenslust und den Sinn des Lebens in der letzten Zeit oft hinterfragt“, erklärt sein Sohn und fügt als letzte Worte an seinen Papa hinzu: „Wir sind sehr traurig, dass wir dich verloren haben, aber voller Dankbarkeit, dass es dich gab.“
Johann Baumann