Hinrichssegen – Nach mehrjährigen Überlegungen hatte der Marktgemeinderat die Sanierung der Aussegnungshalle auf dem Friedhof Hinrichssegen beschlossen. Nach zehnmonatiger Bauzeit wurde sie jetzt feierlich eingeweiht. Unter den Teilnehmern befanden sich der Zweite Bürgermeister Klaus Christoph, mehrere Marktgemeinderäte, Rathaus-Personal sowie Vertreter der am Bauvorhaben beteiligten Unternehmen.
„Im Vorfeld gab es große Diskussionen um dieses Gebäude“, bekannte Bürgermeister Richard Richter in seiner Ansprache und führte im Hinblick auf die Gestaltung weiter aus: „Es ist die beste und allgemein verträglichste Lösung, die im Marktgemeinderat getroffen worden ist. Das Gebäude passt sehr gut zu diesem Friedhof.“
Ausdrücklich würdigte er die Leistungen der am Bauvorhaben Beteiligten: „Es hat sich jeder angestrengt. Wir haben wieder etwas Gutes für Bruckmühl geschaffen, es ist ein rundherum gelungenes Bauwerk.“
Besonders lobte der Rathaus-Chef die gute Leistung der Handwerker: „Bei diesem Bauwerk spürt man nicht nur Eure Handwerkskunst, sondern auch Euer Herzblut.“ Sein weiterer Dank galt Bauamtsmitarbeiter Michael Kotulek für die Betreuung der Baumaßnahme seitens der Marktgemeinde, Marktgemeinderat und Friedhofsreferent Richard Linke für die Begleitung des Projekts und Bauamtsmitarbeiterin Karoline Fries für die Organisation der Einweihungsfeier.
Josef Schweinsteiger vom verantwortlichen Büro „WSB Architekten“ blickte auf erste Planungen im Jahr 2015 zurück, bei denen unter anderem auch ein Neubau mit verschiedenen Varianten und Standorten in Betracht gezogen wurde.
Danach schilderte er den Bauverlauf: Nach dem Baubeginn im März 2024 wurden zunächst die Nebengebäude fertiggestellt. Sie fungierten als Ausweichmöglichkeit und entlasten die Aussegnungshalle auch nach ihrer Fertigstellung. Im Gerätelager sind Materialien und Gerätschaften für Bestatter untergebracht.
Der Pavillon kann weiterhin für Trauerfeiern in kleinerem Rahmen genutzt werden. Durch den Wegfall der bisherigen Lagerflächen in der Aussegnungshalle entstand zudem ein barrierefreies WC. „Formensprache, Materialien und Farben der Baukörper sind aufeinander abgestimmt“, konstatierte der Architekt und fügte hinzu: „Die Fertigstellung erfolgte nach Zeitplan und die Baukosten liegen um rund 13 Prozent unter der Kostenberechnung. Wesentlich zu diesem Erfolg trug die stets hervorragende und konstruktive Zusammenarbeit von Bauverwaltung, Handwerkern und Fachplanern bei.“
Die kirchliche Einweihung vollzogen Pfarrer Augustin Butacu und sein evangelischer Amtsbruder Andreas Strauß. „Hier ist ein Ort der Stille, des Gedenkens und des Abschiednehmens und diese Halle soll ein Ort des Trostes sein“, betonte Pfarrer Butacu. Pfarrer Strauß zitierte aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus an Timotheus: „Jesus Christus hat den Tod vernichtet“, und ergänzte: „Jedes Kreuz auf diesem Friedhof verkündet diesen Satz von Paulus. Der Tod ist immer nur das Vorletzte – das Letztentscheidende ist unser Gott Jesus Christus.“
Gemeinsam sprachen die beiden Geistlichen Gebete und segneten das neue Gebäude. Das gemeinsam gebetete „Vater unser“ beschloss den kirchlichen Teil, danach konnten die neuen Räumlichkeiten besichtigt werden. Im Zuge der Sanierung wurden unter anderem die Überdachung der Aussegnungshalle erneuert, eine Stehfalzdeckung auf allen drei Dächern vorgenommen, ein Gedenkpavillon angefertigt, Maurer-, Beton- und Verputzarbeiten durchgeführt, eine neue Heizung (mit Wärmepumpe und Fußbodenheizung) und eine Lüftungsanlage installiert. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 1,28 Millionen Euro. Die ursprüngliche Kostenberechnung betrug 1,45 Millionen Euro.