Bad Aibling – Am 1. März 1955 wurde der THW-Ortsverband (OV) Bad Aibling gegründet. Auf den Tag genau feierte er nun sein 70-jähriges Bestehen. Zur Feierstunde in der Bruckmühler Kulturmühle konnte die OV-Öffentlichkeitsbeauftragte Antje Bauer zahlreiche Ehrengäste willkommen heißen, darunter Landrat Otto Lederer, die Bürgermeister Richard Richter (Bruckmühl), Stephan Schlier (Bad Aibling) und Bernd Fessler (Großkarolinenfeld), die Zweite Bürgermeisterin Maria Breuer (Tuntenhausen), den Leiter Polizeiinspektion Bad Aibling, Polizeioberrat Johann Brumbauer, den Leiter der Gruppe Katastrophenschutz im Landratsamt Rosenheim, Christian Patsch sowie zahlreiche weitere Vertreter aus allen „Blaulicht-Einheiten“.
Einst mit Schubkarren
und Radl unterwegs
Landrat Otto Lederer blickte in seinem Grußwort auf die Anfänge des THW zurück, „das mit Schubkarren und Schaufeln ausgerüstet war und mit dem Radl gefahren ist“. In den vergangenen 70 Jahren habe sich das THW unglaublich gewandelt in puncto Technisierung, Strukturen und Ausrüstung.
Beeindruckender
Zusammenhalt
„Beeindruckend ist auch der kameradschaftliche Zusammenhalt untereinander“, würdigte der Landrat und hob den großen Einsatz des OV im Rahmen der Corona-Pandemie hervor. Im Namen des Landkreises sprach er dem OV seinen herzlichen Dank aus und erklärte: „Wir sind stolz, dass es euch gibt.“
Bruckmühls Bürgermeister Richard Richter wies zunächst augenzwinkernd darauf hin, dass der THW-Ortsverein Bad Aibling ja in Heufeld in der Marktgemeinde Bruckmühl ansässig ist. „Das THW verfügt über eine Vielzahl von Hilfskräften, die nicht nur auf dem Papier existieren, sondern tatsächlich vorhanden sind“, unterstrich er. Er hob unter anderem die Unterstützung durch das THW beim Hochwasser 2021 im Gemeindegebiet Bruckmühl und bei der BR-Radltour 2023 hervor.
Richter lobte: „Es ist schön, dass Sie so einen tollen Nachwuchs haben. Das liegt auch an den Personen, die für die Nachwuchsarbeit stehen.“ Er wünschte dem OV weiterhin Gesundheit, Vitalität, viel Freude und Nerven und wenige Einsätze, von denen man aber jeweils wieder gut nach Hause kommen möge.
Der Aiblinger Bürgermeister Stephan Schlier dankte dem Ortsverein für sieben Jahrzehnte Engagement. „Das THW ist oft im Hintergrund, aber an entscheidender Stelle immer dann im Einsatz, wenn andere an ihre Grenzen stoßen. Ohne sie wären die Blaulicht-Organisationen nicht vollständig. Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, leisten einen Beitrag zum Zusammenhalt der Gesellschaft“, betont er.
Abschließend wünschte er dem Ortsverein gutes Gelingen beim Kampf um die Haushaltsmittel und bei der Gewinnung weiterer ehrenamtlicher Helfer.
Der Repräsentant des THW-Landesverbandes Bayern, Tilman Gold, blickte auf die Entwicklung der THW-Organisation in Deutschland seit 1955 zurück. „Ein wichtiger Einschnitt war 1990 das Inkrafttreten des Helfer- Rechtsgesetzes und das Herauslösen des THW aus dem Bundesamt für Zivilschutz, dass deutlich mehr Eigenständigkeit brachte.“ Bei der Strukturreform 1995 wurden unter anderem in Bayern die bestehenden 22 Geschäftsstellen (heute: Regionalbereiche) halbiert und bei den Einheiten ein modulares Einsatzkonzept eingeführt.
„Trotz des Wegfalls der Wehrpflicht hat sich das THW in den letzten Jahrzehnten gut entwickelt. In Bayern sind hier rund 15000 ehrenamtliche Helfer im Einsatz“, erklärte Gold und stellte heraus, dass beim OV Bad Aibling alle Führungspositionen besetzt seien. „Das ist keine Selbstverständlichkeit“, betonte er. Zudem würdigte er die erfolgreiche Nachwuchsarbeit des OV als wichtigen Baustein, Jugendliche an das Einsatzgeschehen heranzuführen.
Viele Höhen
und Tiefen
Eingangs seiner Festrede konstatierte der Ortsbeauftragte Bernd Reinartz: „In der ganzen Zeit hat man viele Höhen und Tiefen sowie Umstrukturierungen hautnah miterlebt.“ Als Standort-Aktivitäten der letzten zehn Jahre erwähnte er unter anderem den Umbau des Pförtnerhauses, den Einbau der Fahrzeugabsauganlage und der Druckluftversorgung, die Errichtung eines Zaunes und die Beherbergung von Bundeswehr-Einheiten beim Manöver „Berglöwe“.
Polizeihunde zählen
zu den Dauergästen
„Dauergäste sind die Polizeihundestaffel, die ihre Hunde unter anderem auf unserem Gelände ausbildet“, berichtete er. Ferner schilderte er die vielschichtigen, aber letztlich erfolgreichen Bemühungen zur Beschaffung eines neuen Zugtrupp-Fahrzeugs. Abschließend bedankte sich der THW-Chef unter anderem bei der örtlichen Politik, der Kreisbrandinspektion, den anderen Hilfsorganisationen und beim gesamten OV (Bericht folgt).