Bad Feilnbach – Für die Beschäftigten der Gemeinde Bad Feilnbach wird es kein zusätzliches Gesundheitsangebot in Form des „Egym Wellpass“ geben. Der Gemeinderat lehnte in seiner jüngsten Sitzung eine Kooperation zwischen der Gemeinde und dem Netzwerk aus Sport- und Wellnesseinrichtungen ab. Begründet wurde diese Entscheidung mit der finanziellen Lage der Kommune.
Bereits vor zwei bis drei Jahren war dieses Thema in der Verwaltung im Gespräch. Damals wäre das Angebot im Rahmen alternativer Entgeltanreize möglich gewesen; inzwischen wäre eine Umsetzung im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements denkbar. Regelmäßig gibt es Anfragen von Beschäftigten der Gemeinde.
Der „Egym Wellpass“ ist ein Netzwerk von mehr als 10000 Sport- und Wellnesseinrichtungen in Deutschland und Österreich, darunter Fitness- und Yogastudios, Schwimmbäder, Kletter- und Boulderhallen sowie „Functional Training“-Einrichtungen, wie das Unternehmen auf seiner Webseite schreibt. Der monatliche Preis beträgt 54 Euro (netto), die Kosten werden zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber aufgeteilt, der Eigenanteil der Beschäftigten ist dabei optional wählbar. Die Mitarbeiter können damit Sport- und Wellnessangebote nutzen und erhalten zudem Zugang zu zahlreichen Online-Kursen für Fitness und Prävention.
Laut Bürgermeister Max Singer wird dieses Angebot unter anderem von den Städten Rosenheim und Kolbermoor sowie vom Bayerischen Landtag genutzt. Geschäftsleiter Helge Dethof sprach sich für die Einführung aus: „Es ist sinnvoll, in die Gesundheit der Mitarbeiter zu investieren.“ Auch Thomas Zink (ÜW) befürwortete das Angebot: „Die Mitarbeiter sind unser höchstes Gut“, sagte er. Das Angebot sei „ein guter Anreiz, die Gemeinde als Arbeitgeber zu wählen“.
Die finanzielle Belastung für die Kommune wurden in der Sitzung nicht detailliert besprochen, allerdings nannte Sebastian Obermaier (CSU) eine Summe von 5000 Euro pro Jahr, die er als gut investiert ansah, um Mitarbeiter zu gewinnen. Sein Fraktionskollege Dr. Balthasar Spann sprach sich für eine zweijährige Testphase aus: „Wir sollten das ausprobieren und anschließend Bilanz ziehen.“
Thomas Funk (Grüne) argumentierte, dass sich der finanzielle Aufwand durch reduzierte Krankheitstage und niedrigere Personalkosten amortisieren würde.
Stephan Oberprieler (Grüne) hingegen hielt den gesundheitlichen Nutzen für eher statistisch und äußerte Zweifel an der direkten Auswirkung auf die Gemeinde. Er plädierte dafür, die Kosten zu verlagern, anstatt „obendrauf zu satteln“. Nach seiner Einschätzung machen flexible Arbeitszeiten und -orte einen Arbeitgeber attraktiver. Erst danach folgten Angebote wie Wellpass oder Jobrad.
Inge Gasteiger (SPD/Parteifreie) vertrat die Meinung, dass Einsparungen an anderer Stelle erfolgen sollten. Thomas Forster (Grüne) lehnte die Einführung ab und forderte, dass sich die Gemeinde auf ihre Pflichtaufgaben konzentrieren solle: „In der heutigen Zeit können wir uns das als Arbeitgeber nicht leisten.“
Peter Menhofer (ÜW) plädierte angesichts der aktuellen Haushaltslage dafür, die Entscheidung zu schieben. Martin Kolb (CSU) äußerte sich ebenfalls kritisch: „Das Angebot kommt vor allem den Kollegen zugute, die ohnehin Sport treiben.“ Stattdessen schlug er vor, ein Budget von 2500 bis 3000 Euro für eine Betriebsveranstaltung bereitzustellen.
Abschließend stimmten die Mitglieder des Gemeinderats mit 6:12 Stimmen gegen eine Kooperation zwischen der Gemeinde und „Egym Wellpass“.kok