Bad Aibling – Klug gehängt und positioniert ist die aktuelle Ausstellung der Bilder von Constanze Raach und der Skulpturen von Sonja Keppler in der Galerie im Alten Feuerwehrgerätehaus. Die zum Teil sehr großen Skulpturen Kepplers stehen alle in der Mitte des Raumes, „umrahmt“ von Constanze Raachs Bildern an den Wänden, die man von jedem Standpunkt aus ganz oder beinahe ganz sehen kann.
Die einführenden Fragen von Galerie-Chefin Martina Thalmayr an die beiden Künstlerinnen bei der Vernissage warfen zudem ein erhellendes Licht auf die Werke. Woher man sich kenne und wie es zu dieser gemeinsamen Ausstellung in Bad Aibling gekommen sei, wollte Thalmayr wissen. In einem alten Gebäude, dem ehemaligen Schlachthof in Pforzheim, in dem man Künstlern die Möglichkeit zu Ausstellungen gegeben hatte, seien sie zufällig Nachbarn geworden, berichteten die beiden.
Schon bald hätten sie sich über ähnliche oder gleiche Ansichten gefreut, obwohl doch die Art der Kunst – Skulptur und Bild – eine andere sei. Da sei zunächst einmal das Anliegen, den Menschen und seine Welt in den Mittelpunkt der Arbeit zu stellen.
Constanze Raach gelingt das, indem sie zeichnerisch – in Mischtechnik die Frau thematisiert: der Apfel dient ihr hierfür als wichtiges Element. Aber auch Tiere, Pferde oder Hirsche verdeutlichen ihr Anliegen, der Schöpfung Aufmerksamkeit zu schenken. Ihre malerische Arbeit nahm sie nach längerer Pause im Jahr 2018 wieder auf. Zuvor hatte sie ihr Kunstschaffen für längere Zeit niedergelegt, da sie sich mit ihrem Mann, ebenfalls Künstler, nicht in eine Konkurrenzsituation begeben wollte. Nach seinem Tod begann sie 2018 erneut künstlerisch zu arbeiten und ist seitdem aus zahlreichen Ausstellungen nicht mehr wegzudenken. Sonja Keppler ist die jüngere von beiden. Sie bedient sich einer gänzlich ungewohnten Technik, indem sie Gestalten aus Elektronik-Baumaterial schafft, so zum Beispiel aus Widerständen. Das sind die unifarbenen oder auch gemusterten Keramikelemente – Perlen nicht unähnlich – die in elektronischen Bauteilen eine tragende Rolle spielen.
Tatsächlich sehen die solcherart gefertigten „Kunststücke“ aus wie eine Perlenarbeit – Stück für Stück gestickt. Dazu tragen sie poetische Namen wie etwa „Widerstandshelm“, ein Begriff, der viele Assoziationen zulässt. Auch hauchfeiner Kupferdraht findet Verwendung in Kepplers Arbeiten, die in Bad Aibling ausgestellt sind.
„Line by line & piece by piece“ lautet der Titel der Ausstellung um alten Feuerwehrgerätehaus, der erläutert, welch sorgsame Arbeitsweise den Werken zugrunde liegt. Die Ausstellung dauert bis einschließlich 6. April und ist Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr geöffnet. bö