Höhenrain trauert um Karl Fischhaber

von Redaktion

Nachruf Beliebtem und engagiertem Mitbürger die letzte Ehre erwiesen

Feldkirchen-Westerham – Mit Karl Fischhaber hat Höhenrain, aber auch die Gemeinde Feldkirchen-Westerham eine fleißige und in den Vereinen sehr geschätzte Persönlichkeit verloren. Er starb im Alter von 85 Jahren zuhause in Kleinhöhenrain.

Bei der Trauerfeier in der St. Michaelskirche in Großhöhenrain, die von Pater Banda zelebriert wurde, zeichneten die drei Kinder von Karl Fischhaber, Karl, Thomas und Stefan, den Lebensweg ihres Vaters nach, so wie sie ihn von ihm gehört haben und wie sie ihn selbst mit ihrem Vater erleben durften.

Geboren wurde Fischhaber kurz nach Kriegsbeginn am 12. Februar 1940 in Kleinhöhenrain, in dem Haus, in dem er auch sterben durfte. Karl war das älteste von fünf Kindern. Seine Kindheit war nicht einfach in Kriegszeiten. Der Vater war an der Front, die Mutter durch die Not zuhause immer kränklich. Nach dem Krieg besuchte Karl Fischhaber in Höhenrain die Schule und begann mit 14 Jahren eine Maurerlehre in Irschenberg. Er musste dazu Sommer wie Winter bei jedem Wetter von Kleinhöhenrain mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren.

Schon damals zeichnete Fischhaber aus, Herausforderungen anzunehmen, Schwierigkeiten nicht aus dem Weg zu gehen und dem Leben mit Mut und Zuversicht zu begegnen. Diese Eigenschaften sollten ihn sein ganzes Leben begleiten.

Schon früh musste er Zuhause Verantwortung übernehmen und neben der Lehre auch im kleinen landwirtschaftlichen Betrieb mitarbeiten. Im Winter half er den Bauern beim Holzarbeiten, um das Familieneinkommen zu verbessern. Im Alter von 19 Jahren mauerte er eine Autogarage und eine Schusterwerkstatt für seinen Vater, um mehr Platz im Haus zu schaffen. Die Mutter starb 1964, als Karl 24, die jüngste Schwester erst elf Jahre alt war.

Im Februar 1966 heiratete Karl Fischhaber seine Hilde, mit der er die drei Söhne hatte. Bis 1980 arbeitete er bei der Firma Meier in Feldkirchen als Putzer. Anschließend war er bei der Gemeinde Feldkirchen-Westerham bei der Wasserversorgung beschäftigt. Seine Arbeit führte er dort stets mit großer Leidenschaft aus.

Seine Kinder hat er jederzeit unterstützt, ihre Pläne zu verwirklichen und ihnen gezeigt, wie das Leben funktioniert. Unabhängig davon, welchen beruflichen Werdegang sie angestrebt haben, hat er seine Söhne jederzeit bestärkt ihren eigenen Weg zu gehen.

Ob es dabei um die Umsetzung von Bauvorhaben ging, oder aber das Leben in der weiten Welt zu meistern, stand Fischhaber seinen Söhnen jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. Auf die Frage wie man ihm für seinen Rat, seine geleistete Arbeit und Hilfe entlohnen könne, war die Antwort immer die Gleiche: „Des passt schon, des war doch kein Problem.“

Karl Fischhaber wollte nie in der ersten Reihe stehen, aber für Kleinhöhenrain hat er sich immer eingesetzt. Er war Mitglied in allen Vereinen, konnte sich dort einbringen und auf seine Weise einen großen Beitrag leisten. Auch die Politik war ihm sehr wichtig. Gerne hat er mitdiskutiert und seinen Standpunkt vertreten. Wenn nötig, konnte er da auch schon einmal laut werden.

Als dann die Enkel gekommen sind, hat er die „Opa-Rolle“ genossen und sich Zeit genommen. Wenn es möglich war, hat er die Enkel auch gerne beim Arbeiten oder auf dem Bulldog mitgenommen. Auch als er krank wurde, hat er immer noch jeden Tag sein Arbeitsgewand angezogen. Seine Lebenskraft und sein Arbeitswille haben sich auch in den letzten Wochen seines Lebens widergespiegelt. Verstorben ist Karl Fischhaber zuletzt zuhause im Kreise seiner Lieben.

Für den Wasserverband Kleinhöhenrain sprach der Zweite Vorsitzende Franz Glockner. Als Fischhaber 1972 zum Vorstand gewählt wurde, konnte er die Mitglieder motivieren, an einer neuen Wasserversorgung zu arbeiten. 1996 wurde auf seine Initiative dann der neue Brunnen im Riedholz gebaut, im Jahr 2000 wurde das Versorgungsgebiet in Richtung Großhöhenrain erweitert. Um die Versorgungssicherheit weiter zu erhöhen, wurde auch der Hochbehälter in Großhöhenrain gebaut. Die letzte Baumaßnahme, an der Fischhaber federführend beteiligt war, war der Brunnen II im Riedholz, der 2011 fertiggestellt wurde. Nach 42 Jahren hatte er die Vorstandschaft 2014 an seinen Nachfolger abgegeben.

Feldkirchen-Westerhams Bürgermeister Johannes Zistl würdigte Fischhabers Leben mit einem Zitat: „Gutes entsteht, wenn einer mehr tut, als er muss.“ Was für ein besonderer Mensch Karl Fischhaber war, zeigt auch die große Trauergemeinde, die Fahnenabordnungen sowie die Anwesenheit auch aller noch lebenden, früheren Bürgermeister der Gemeinde Feldkirchen-Westerham.

Für unglaubliche Verdienste im Bereich der Wasserversorgung, aber auch für das Engagement um die Dorfgemeinschaft hatte ihm die Gemeinde Feldkirchen-Westerham im Jahr 2000 die Bürgermedaille verliehen. „Wir werden Dir, Karl, stets ein ehrendes Andenken bewahren“, schloss der Bürgermeister seine Worte.

Für die Kirchenverwaltung St. Michael Großhöhenrain und das Pastorale Leitungsteam sprach Hans Zingerle. Karl Fischhaber war von 1989 bis 2012 Mitglied der Kirchenverwaltung.

In dieser Zeit war er unter anderem an den Umbaumaßnahmen und der Erweiterung des Friedhofs in Großhöhenrain beteiligt. Auch an der Kirche in Kleinhöhenrain wurden von Karl Fischhaber 2010 mehrere Arbeiten eigenhändig durchgeführt. „Mit dem Karl müssen wir ein Stück Kleinhöhenrainer Geschichte hergeben“, so Zingerle.

Die Fahnenabordnungen der Vereine erwiesen dem Verstorbenen am Grab die letzte Ehre und senkten ihre Fahnen zur Beehrung, während eine Abordnung der Musikkapelle Großhöhenrain das Lied vom „Guten Kameraden“ spielte.

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