Ideen für das Herzstück gesucht

von Redaktion

Möglichkeiten von Café bis Yoga – Gewerbefläche in Harthausen soll für alle etwas bieten

Bad Aibling – Für das neu entwickelte und nicht immer unumstrittene Wohnquartier im Bad Aiblinger Ortsteil Harthausen sind „frische Impulse“ gefragt. Das liegt auch der BPD Immobilienentwicklung GmbH am Herzen, die im Rahmen einer Konzeptvergabe nach innovativen Ideen speziell auch für eine freie Gewebefläche sucht, die das „lebendige Herzstück“ des neuen Quartiers „the view“ bilden soll.

Wünschenswert seien ein Nutzungskonzept und eine verantwortliche Betreiberstruktur, die einen Mehrwert für die Bewohner des Quartiers, die Nachbarschaft und den gesamten Stadtteil Harthausen schaffen. Der erste von BPD realisierte Bauabschnitt („the view“) umfasst 63 Wohnungen, eine Gewerbeeinheit und eine Kindertagesstätte. Derzeit befinden sich zudem zwei weitere Bauabschnitte in Planung.

„Lebenswerte
Heimat schaffen“

„Das neue Quartier soll nicht nur eine Antwort auf dringend benötigten und bezahlbaren Wohnraum sein, sondern eine lebenswerte Heimat für alle Bewohner schaffen“, erläutert Joachim Häsler, Leiter Projektentwicklung Region Südost bei BPD. Doch was könnte konkret für die Belebung des Herzstücks, eine Gewerbefläche im Erdgeschoss des Wohnensembles „Harthauser Straße 85“, sorgen?

„Wir stehen verschiedenen Nutzungen offen gegenüber, jedoch sind aufgrund des Wohngebiets und der Kita lärm- und geruchsintensive Nutzungen ausgeschlossen“, erklärt Lea Schick von der BPD-Projektentwicklung auf OVB-Anfrage. Man suche nach einem Gewerbe, das einen Mehrwert für das Quartier im Sinne eines generationsübergreifenden Treffpunkts schafft. Davon sollen nicht nur die Bewohner, sondern auch angrenzende Nachbarn im Stadtteil Harthausen profitieren, betont Schick.

„Daher können wir uns zukunftsorientierte Konzepte vorstellen, die auch Anwohner über das Quartier hinaus anziehen, wie beispielsweise ein Café mit ergänzenden Angeboten und Dienstleistungen wie Coworking, Buch-Shop, medizinische Dienstleistungen, Physiotherapie, regionale Lebensmittel, mietbarer Multifunktionsraum für Yoga, Fitness oder privat angebotene Kurse“, erklärt sie.

Mit Interessenten für die 140 Quadratmeter Nutzfläche sowie die 23 Quadratmeter Terrassenfläche mit bestuhlbarer Außenfläche habe man bereits erste Gespräche geführt „und wir sind gespannt auf die weiteren Konzeptvorschläge und Anfragen in den kommenden Wochen“, sagt Schick. Der Raum könne individuell aufgeteilt werden und biete maximale Flexibilität. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 14. April. Bis dahin können Interessenten ihre Bewerbung als PDF-Datei über die E-Mail-Adresse s.wiegel@bpd-de.de einreichen.

Der Starttermin für das neue Gewerbe sei abhängig vom Aufwand des Umbaus und gegebenenfalls erforderlichen behördlichen Genehmigungen, erklärt Schick. Zielsetzung sei eine Nutzungsaufnahme in der zweiten Hälfte des Jahres 2025.

Doch wie steht es eigentlich insgesamt um das Wohnbauprojekt, das nicht nur in zahlreichen Stadtratssitzungen lebhaft diskutiert wurde? Auch hatte es immer wieder Kritik gegeben, beispielsweise von Nachbarn aus Harthausen. So hatte sich etwa Markus Bergmann mehrmals an die Stadt Bad Aibling gewandt und diese für das „Durchwinken“ zahlreicher größerer Bauprojekte in den vergangenen Jahren scharf kritisiert. Denn für Bergmann passen die „kasernenförmigen Bauweisen“, die in seinen Augen teils zu große und eintönige Gestaltung und die nicht aufeinander abgestimmten Baustile benachbarter Gebäude nicht in das Umfeld der Kurstadt.

Die Stadt hatte gegenüber dem OVB die Kritik am „Durchwinken“ vieler Bauprojekte damals deutlich zurückgewiesen. Der Stadtrat befasse sich stets intensiv mit den Bebauungsplänen und er nehme Themen wie Stadtentwicklung und Baukultur sehr ernst.

Zudem gehe es nicht nur um die Frage nach Optik und Anpassung eines Gebäudes an seine Umgebung. Auch etwa die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, effiziente Flächennutzung oder Klimaschutz müssten berücksichtigt werden, weshalb man teilweise auch in die Höhe bauen lasse.

„Was das Projekt ,the view‘ betrifft, ist es grundsätzlich leise geworden“, erklärt Bergmann nun. Aus seiner Sicht sei dies nicht verwunderlich, da weiterhin zahlreiche Wohnungen leer stünden. „Das mag sicherlich an der generellen Situation liegen, aber auch an der Unattraktivität des ganzen Komplexes“, meint der Bürger. Ihm fehle im gesamten Gelände die Lebendigkeit, jedoch sagt er: „Wenn der Betreiber nun Gewerbe ansiedeln möchte, ist das verständlich und zu begrüßen. Bitte aber keine Büros oder Praxen, wie sie am Maximiliansplatz eingezogen sind.“

Sehr begrüßenswert wären auch ihm zufolge dagegen eine Bäckerei oder ein Café, was das Gebiet etwas beleben könnte. „Was aber nicht kommen sollte, sind Dönerbuden, Pizzalieferdienste oder Ähnliches“, hofft Bergmann. Bleibt also abzuwarten, was die Suche nach einem Betreiber für die Gewerbefläche ergeben wird.

Erster Bauabschnitt
bereits fertiggestellt

Klar ist jedenfalls, dass bisher nicht alle Wohnflächen des neu errichteten Ensembles belegt sind. „Der erste Bauabschnitt sowie die angrenzende Kindertagesstätte sind bereits fertiggestellt und bewohnt. „Langfristig wird ‚the view‘ mit dem zweiten und dritten Bauabschnitt wachsen und etwas mehr als 200 Wohneinheiten umfassen“, so Schick.

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